Jahrestag der Reichspogromnacht Lathen gedenkt an ehemaliger Synagoge den NS-Opfern

Von Michael Sterk

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stmi Lathen. Am Gedenkstein der ehemaligen Synagoge in Lathen ist am Freitagvormittag anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht den Opfern des NS-Regimes gedacht worden. Politiker und Schüler erinnerten und mahnten während der Gedenkfeier zugleich.

Schüler der Erna-de-Vries-Schule setzten sich mit den Lehrern Simon Reuter und André Zielinski im Vorfeld mit den Geschehnissen auseinander. Fünf Schülerinnen hielten nacheinander einen Vortrag, der die Grausamkeit der Novembernacht dokumentierte. Dabei stellten die Jugendlichen besonders die Tatenlosigkeit der Deutschen heraus, die weder Hilfe anboten oder die Bosheit der Taten infrage stellten.

Im Anschluss wurde an die Juden aus der Gemeinde Lathen erinnert, die während der NS-Gewaltherrschaft ihr Leben ließen. Dazu traten abwechseln einige Neunt- und Zehntklässler nach vorne, nannten den Namen des Verstorbenen und hängten ein Bild vom verlegten „Stolperstein“ an ein weißes Brett. Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber (CDU) erklärte, dass die Stolpersteine 29 kleine Mahnmale darstellen, in die die Namen der Verstorbenen eingraviert und in die Bürgersteige vor den ehemaligen Wohnungen der Opfer verlegt wurden.

„Die Geschichte zeigt, dass sich Geschichte wiederholt“

Lathens Bürgermeisterin Luise Redenius-Heber (CDU) appellierte daran, die Erinnerung an die Vergangenheit wach zu halten. „Die Geschichte zeigt, dass sich Geschichte wiederholt.“ Es sei wichtig, den Kindern die Bedeutung von Demokratie, Freiheit und Menschenwürde zu vermitteln. Die Bürgermeisterin erklärte, dass Tragödien wie die Reichspogromnacht nicht plötzlich passieren, sondern sich Schritt für Schritt aufbauen. Deshalb müsse es kommenden Generationen gelingen, kleinste Anzeichen zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen.

„Mit ihrem Kommen und ihrem Hiersein unterstreichen Sie die Bedeutung dieses Tages als Mahnmal für uns und unsere Zukunft“, bedankte sich Weber bei den Gästen. Auch Ehrenbürgerin Erna de Vries und ihre Töchter Lea und Ruth nahmen an der Feier teil. Die 95-jährige Holocaustüberlebende berichtete, dass sie sich noch an die Reichspogromnacht erinnern könne. „Es war ein schrecklicher Tag. Besonders in jungen Jahren prägt sich das ein.“


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