EZ-Porträtserie „Der rote Faden“ Lathener Peter Ammermann liebt alte Dinge

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Peter Ammermann in seiner Halle in der Lathener Ortsmitte. Dort restauriert er in seiner Freizeit Oldtimer. Foto: Susanne Risius-HartwigPeter Ammermann in seiner Halle in der Lathener Ortsmitte. Dort restauriert er in seiner Freizeit Oldtimer. Foto: Susanne Risius-Hartwig

Lathen. Peter Ammermann liebt alte Dinge. Schon immer. „Mein Herz geht auf in Landwirtschafts- oder Heimatmuseen. Oder wenn ich alte schwarz-weiß Fotos ansehe, selbst wenn ich die Personen darauf gar nicht kenne.“

Gespannt merkt der Lathener auf, wenn alte Leute vom Krieg erzählen. Hört gerne die spannenden Schilderungen vom Überleben, von den Schwierigkeiten im Alltag. „Als ich ein Kind war, waren die Leute voll mit diesen Geschichten.“ Ammermann sammelt alte Autos und Mopeds und restauriert sie. Bislang ist das nur ein Hobby. Aber „wenn ich in sieben Monaten aufhöre als Therapeut zu arbeiten, ist mein Ziel die Oldtimer zu präsentieren.“ Eine Halle in der Ortsmitte von Lathen dient ihm als Werkstatt und Lager. Fußball beim SV Raspo Lathen war über viele Jahre eine weitere Leidenschaft des Emsländers. „Ich habe selbst aktiv gespielt und war früh - mit 23 Jahren - Trainer der zweiten Mannschaft“.

Das Kantige gibt Charakter

Im Laufe der Jahre habe er gelernt, sich selbst auch mal zurückzunehmen. „Ich hatte eine große Klappe,“ gibt Ammermann zu. Die sei zwar manchmal nötig gewesen, um Dinge durchzusetzen. Aber, findet Ammermann: „Das Glatte schmeichelt dem Gefühl, das Kantige gibt den Charakter“ Dieser Satz, den er in einem Buch über Steine gelesen hatte, lasse sich gut auf Persönlichkeiten übertragen – auch auf seine eigene.

Das Kantige, das Anstoßen und Protestieren war vor allem in der Jugend ein Thema für Ammermann. Während einer Klassenfahrt nach Hannover sah er eine Demonstration und war fasziniert. „Ich habe später gegen Atomkraft in Gorleben und Brokdorf demonstriert und mir in den 80er Jahren mit Interesse den Protest gegen die Teststrecke angesehen.“ Als Autoliebhaber war sein Herz in dieser Angelegenheit jedoch gespalten, schmunzelt Ammermann vielsagend. Darum blieb es bei einer kurzen Stippvisite im Hüttendorf auf dem Gelände der heutigen Teststrecke.

Ein Jahr für das Gemeinwesen

Nicht einfach gegen alles zu sein, auch mit Leuten auszukommen, die anderer Meinung sind, schon während des Wehrdienstes war das sein Ziel. Die Bundeswehr war eine gute Schule, findet Ammermann und darum befürwortet der Emsländer die Idee, Jugendliche wieder ein Jahr lang für das Gemeinwesen in die Pflicht zu nehmen.

Nach einer Lehre als Schlosser und Kfz-Mechaniker begann Ammermann bei Nordland Papier zu arbeiten und setzte sich dort 13 Jahre lang als Mitarbeitervertreter ein. Die Interessen der Kollegen zu wahren und weiter mit allen auszukommen, war ihm dabei wichtig.

Aktiv in der Personal-Vertretung

Ein Bandscheibenvorfall im 35. Lebensjahr brachte eine Wendung in sein Berufsleben, erinnert sich Ammermann: Er sattelte um und ließ sich zum Logopäden ausbilden. Seit 20 Jahren arbeitet der Lathener im Christopherus-Werk Lingen als Therapeut an der Schule für geistige Entwicklung. Seinen Unterricht bestreitet er mit Humor und einer „klaren Kante“ und er ist seit 18 Jahren auch wieder in der Personal-Vertretung aktiv.

Nach seinem persönlichen Vorbild befragt nennt der Emsländer den Hamburger Sozialdemokraten Helmut Schmidt. „Mich beeindrucken Leute, die bereit sind, Entscheidungen zu treffen auch, wenn es unangenehm wird.“ Ammermann denkt dabei unter anderem an Schmidts Regierungszeit als Kanzler, in der er wegen seiner Haltung zum Nato-Doppelbeschluss heftig kritisiert wurde. „An Schmidt habe ich immer den gesunden Pragmatismus bewundert,“ erklärt der Lathener.

Zeit, Pläne zu schmieden

Ihre silberne Hochzeit haben Peter Ammermann und seine Frau Franziska im vergangenen Jahr gefeiert. Jetzt bereitet der Sprachtherapeut sich auf die Altersteilzeit vor. „Ich freue mich darauf, an Oldtimern zu schrauben und Pläne zu schmieden.“ Seine Frau, selbst Berufsschullehrerin und Gartenbau-Ingenieurin, habe ihn stets unterstützt und lasse ihm Freiraum. „Sie ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.“


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