Mehrheit im Gemeinderat Lathen ebnet Weg für Kälbermastställe

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Auf Stroh werden die Kälber in dem landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb an der Wahner Straße in Lathen gehalten, der sich erweitern möchte. Symbolfoto: Matthias Balk/dpaAuf Stroh werden die Kälber in dem landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb an der Wahner Straße in Lathen gehalten, der sich erweitern möchte. Symbolfoto: Matthias Balk/dpa

Lathen. Mit den Stimmen der CDU-Mehrheitsfraktion hat der Rat der Gemeinde Lathen den Weg für neue Kälbermastställe auf zwei landwirtschaftlichen Betrieben geebnet. Die SPD/Grüne-Gruppe stimmte gegen die Pläne.

Wie in der Diskussion vor der Abstimmung deutlich wurde, stört sich die Opposition vor allem an dem Vorhaben eines Landwirtes im Ortsteil Wahn, der auch einen Viehhandel betreibt und nun drei Ställe mit je 500 Plätzen für Mastkälber errichten will. CDU-Ratsherr Norbert Holtermann aus Wahn räumte ein, dass die Pläne, die bereits seit mehreren Jahren bestehen, in dem Ortsteil durchaus kontrovers diskutiert worden seien. In Dorfgesprächen sei letztlich aber von einer großen Mehrheit signalisiert worden, dass man damit leben könne. „Wir haben einen breiten Konsens im Ort“, so Holtermann.

„Unverständlich, dass sich die Nachbarn nicht aufregen“

Für Peter van Loyen (SPD) ist das hingegen nicht nachvollziehbar. Nach seiner Auffassung sind die Ställe viel zu nah am Dorf geplant. „Unverständlich, dass sich die Nachbarn nicht aufregen“, sagte van Loyen. Auch aus der Sicht von Simon Reuter (SPD) würde der Stallbau den Ort massiv einschränken.

Bei dem Vorhaben eines zweiten Landwirtes geht es um die Ausweisung einer Sonderbaufläche für einen Maststall an der Wahner Straße für rund 200 Kälber (wir berichteten). Der Stall soll etwa 20 x 20 Meter groß und im rückwärtigen Teil der Hofstelle errichtet werden. Zurzeit mästet der Antragsteller in alten Ställen 44, und in einem hinzugepachteten 46 Kälber. Betrieben wird der Hof im Nebenerwerb.

Früher Schafe gehalten

Wie Hans Liesen vom Fachbereich Planen und Bauen weiter ausführte, hat der Landwirt den Hof 2011 übernommen. In früheren Jahren seien dort stets Tiere gehalten worden, zuletzt mehr als 1100 Schafe. Wie Wilkens weiter ausführte, war der Hof allerdings nicht berücksichtigt worden, als die Gemeinde im Jahr 2012 eine Bauleitplanung mit Baufenstern für die Errichtung von Tierhaltungsanlagen im Sinne des Bestandsschutzes beschlossen hatte. Dies solle durch den Beschluss im Sinne einer Gleichbehandlung nun nachgeholt werden.

CDU: Von jeher bäuerlich geprägt

CDU-Fraktionsvorsitzender August Kock warnte davor, den Landwirten in einem von jeher bäuerlich geprägten Dorf wie Wahn mit aktiven landwirtschaftlichen Betrieben durch falsche Beschlüsse die Existenzgrundlage zu entziehen. „Wir haben nur eine Möglichkeit: den Vorhaben zuzustimmen“, sagte Kock.

Grüne gegen konvetionelle Landwirtschaft

Das sah Annegret van Loyen (Grüne) grundsätzlich anders. „Unsere Position zur konventionellen Landwirtschaft ist klar. Deshalb können wir nicht zustimmen“, betonte sie. Es sei höchste Zeit, nach neuen Wegen in der Landwirtschaft zu suchen.

Stroh statt Spaltboden

Diese Haltung stieß in den Reihen der CDU auf Unverständnis. Gerade das Vorhaben des Nebenerwerbslandwirts mit Tierhaltung auf Stroh statt Spaltboden und damit ohne Gülleanfall sei doch eine schöne Alternative, sagte Jens Tranel. „Das ist ein Paradebeispiel dafür, wie es laufen soll“, pflichtete ihm Ingo Düttmann dabei. Deshalb könne er die Haltung der Opposition auch nicht verstehen. „Das ist doch genau das, was ihr wollt“, so Düttmann. Gerd Thünemann betonte, dass im Rat keine ideologischen Grundsatzentscheidungen zu treffen seien, sondern lokale Aufgaben gelöst werden müssten, um das Fortkommen der Lathener Landwirte sicherzustellen.


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