Gemeinde übergibt Förderanträge Renkenberge hegt Plan für Dorfladen und Gemeinschaftsräume

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Renkenberge. Für 1,35 Millionen Euro soll in Renkenberge ein Dorfladen mit Gemeinschaftsräumen errichtet werden. Die Finanzierung ist allerdings noch nicht in trockenen Tüchern. Die Gemeinde hofft auf hohe Zuschüsse durch das Amt für regionale Landesentwicklung (ARL).

Bürgermeister Heiner Bojer (CDU) überreichte am Freitag gleich drei Förderanträge an ARL-Dezernatsleiter Norbert Wencker. Der Behördenchef zeigte sich grundsätzlich zuversichtlich, was eine Zusage betrifft, machte aber auch deutlich, dass nicht vor Frühjahr 2019 mit einer Entscheidung zu rechnen sei. „Die Chancen stehen nicht schlecht. Ich hoffe, dass sie dabei sind“, sagte Wencker und betonte, dass Projekte wie das in Renkenberge hohe Priorität genießen würden. Er verwies aber auch darauf, dass eine Vielzahl weiterer Förderanträge beim ARL eingingen.

Kein Laden, kein Treffpunkt

Ausgangspunkt der Überlegungen in Renkenberge war, dass in dem 735-Seelen-Ort nicht nur ein Dorfladen, sondern auch ein Treffpunkt für Vereine und Gruppen fehlt. Daraus erwuchs die Idee, ein Gebäude für Jung und Alt zu errichten. Entwickelt und vorangetrieben wurde sie im Arbeitskreis Dorferneuerung. 2016 war die Dorfregion Fresenburg-Renkenberge in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen worden.

So könnte das neue Gebäude aussehen. Grafik: Architekturbüro Hans Kuper

Bojer sieht die Chance, mitten im Dorf einen neuen Mittelpunkt zu schaffen und gleichzeitig einen „Schandfleck“ im Ort, wie er es nannte, zu tilgen. Errichtet werden soll das Dorfgemeinschaftshaus auf der Fläche zwischen Kirche und Schule, auf der das seit Langem leer stehende Gebäude der ehemaligen Gaststätte Terhorst steht. Zuletzt sei es als Wohnung und viele Jahre davor als Backshop genutzt worden, berichtete Bojer. Nachdem sich die Gemeinde mit den Grundstückseigentümern „nach schwierigen Verhandlungen für ein Sahnestück“ (Bojer) über einen Verkauf des insgesamt 4600 Quadratmeter umfassenden Areals geeinigt hat, soll das 1933 errichtete Gebäude abgerissen, räumlich versetzt, aber im gleichen Stil neu gebaut werden.

Alte Gestaltungselemente übernehmen

Bojer betonte, dass dabei die wesentlichen Gestaltungselemente übernommen werden sollen. Unter anderem werde mit der Errichtung des Dorfladens auf die ursprüngliche Planung einer sogenannten Handwerkerstelle mit Bäckerladen und Gaststätte zurückgegriffen.

Mit dem Dorfladen will die kleine Gemeinde ein Zeichen setzen. „Wer die Grundversorgung vor Ort erhalten oder wiederherstellen will, muss auch den Mut dazu haben“, sagte Bojer. Der Laden soll auch Pendler auf der Kreisstraße 168 anlocken. Außerdem sei eine Terrasse für ein Café für Einheimische und Radtouristen geplant.

Bau ab Frühjahr 2020?

Direkt an den Dorfladen angrenzen soll ein Mehrzweckraum für bis zu 60 Menschen, der als Mensa genutzt werden kann. In erster Linie soll er aber Renkenberger Vereinen und Gruppen als Schulungs-, Besprechungs- und Sitzungsraum zur Verfügung stehen. Im Obergeschoss sind ein Jugendtreff sowie ein weiterer Raum vorgesehen, in dem heimatgeschichtliches Arbeiten denkbar ist. Außerdem ist ein Mehrgenerationenspielplatz geplant. Auf einer angrenzenden Reservefläche gibt es Überlegungen für seniorengerechtes Wohnen.

Gemeinde kann maximal 400.000 Euro tragen

Die Förderanträge gliedern sich in: 1. Neubau mit Dorfladen, Mehrzweck- und Jugendraum, 2. Grundstücksankauf und Altbauabriss sowie 3. Mehrgenerationenspielplatz. Bojer hob hervor, dass die Gemeinde als eine der strukturschwächsten im Emsland in der Lage sei, maximal 400.000 Euro selbst zu stemmen, „ohne uns zu verschulden“. Der Löwenanteil des geplanten Gesamtinvestitionsvolumens entfällt nach den Worten des Bürgermeisters auf das Hauptgebäude (855.000 Euro). Werden die Anträge bewilligt, soll der Neubau ab Frühjahr 2020 errichtet werden.

Wagnis und Chance

Kreisdezernent Marc-André Burgdorf zeigte sich „froh und dankbar“, dass es im Emsland viele aktive Gemeinden und Bürgermeister gebe. Dazu zählte er ausdrücklich auch Renkenberge. Ein Dorfladen sei zwar durchaus ein Wagnis. „Er hat aber eine Chance, wenn er aus dem Ort heraus getragen wird“, sagte Burgdorf. Helmut Wilkens von der Samtgemeinde Lathen bescheinigte dem Arbeitskreis Dorferneuerung hohe Dynamik, und Ralph Deitermann, Regionalmanager der Lokalen Aktionsgruppe Hümmling, hob hervor, dass das Projekt hervorragend in das regionale Entwicklungskonzept passe.


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