Vorstand verteidigt Entscheidung Volksbank Emstal von Energiegenossenschaft überzeugt

Von Matthias Engelken

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Das Wärmekraftwerk der Energiegenossenschaft Nahwärme Emstal befindet sich unweit der Bundesstraße 70 in Lathen, von dort wurden bisher etwa 800 Haushalte mit Wärme versorgt. Foto: Volksbank Emstal/ArchivDas Wärmekraftwerk der Energiegenossenschaft Nahwärme Emstal befindet sich unweit der Bundesstraße 70 in Lathen, von dort wurden bisher etwa 800 Haushalte mit Wärme versorgt. Foto: Volksbank Emstal/Archiv

Haren/Lathen. Der Vorstand der Volksbank Emstal hat bei der Generalversammlung die Mitglieder ausführlich über das Thema Energiegenossenschaft Lathen informiert.

Im Vorfeld der Generalversammlung hatte es verhaltene Kritik gegeben, weil die Volksbank Emstal im vergangenen Jahr die in Schieflage geratene Energiegenossenschaft Nahwärme Emstal mit einem Anlagevermögen im Wert von knapp 20 Millionen Euro übernommen hatte. Wie berichtet, müssen Kunden der Energiegenossenschaft ab 2019 mit einer Preiserhöhung rechnen, die Gesellschaft hat zum kommenden Juni die Verträge zur Wärmelieferung gekündigt.

Emstal-Prokurist Otto Merkers hatte in der Gründungsphase der Energiegenossenschaft den Vorsitz übernommen. „Da auch bei dieser Genossenschaft das Vier-Augen-Prinzip gilt, habe ich persönlich für die Gründungsphase die zweite Vorstandsfunktion ehrenamtlich auf Zeit übernommen“, erläuterte Freerks in seinen Ausführungen seine damalige Doppelrolle. Ziel bei der Gründung sei einst gewesen, das Fundament für eine umweltfreundliche Energieversorgung zu legen. „Dieses Ziel ist es auch heute noch, die wirtschaftliche Entwicklung der Nahwärme sowie die gesamte Investition sind aus heutiger Hinsicht bisher zufriedenstellend“, erklärte Freerks.

Volksbank hat nicht alleine entschieden

Dabei machte er deutlich, dass nicht die Volksbank Emstal und ihr Aufsichtsrat allein bei der Übernahme entschieden hätten. „Es war uns wichtig von Beginn an bei der Entscheidungsfindung alle wichtigen Institutionen und Entscheidungsträger mit einzubinden. Hierzu zählte insbesondere unser Genossenschaftsverband Weser-Ems, der uns bei dem gesamten Projekt begleitet hat sowie unser Aufsichtsrat, ohne dessen Zustimmung diese Investition nie zustande gekommen wäre“, stellte er klar.

(Weiterlesen: Volksbank Emstal erwirtschaftet Gewinne trotz Herausforderungen)

Darüber hinaus, so der Banker, wurde zur fachlichen Unterstützung ein unabhängiges externes Wirtschaftsprüfungsunternehmen mit einem bundesweiten Expertenteam und großer Expertise in der Begleitung und Entwicklung von Nahwärmegesellschaften konsultiert, „das für uns ein unabhängiges Wertgutachten erstellt hat als Basis der Kaufpreisverhandlungen“, wie der Lathener aufklärte. Abgesehen davon würden solche Investitionen durch interne und externe Revisionen unter die Lupe genommen, nicht zuletzt durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Vorstand: Entscheidung richtig

Grundsätzlich sei es Aufgabe der regionalen Banken, in Zeiten, in denen sich diese mit einem langandauernden Niedrigzinsniveau auseinandersetzten sowie digitalen Mitbewerbern im Wettbewerb befänden, neue Geschäftsfelder zu erkennen, Kompetenzen zu bündeln und diese erfolgreich auszubauen. „Hätten wir unser Kapital nicht entsprechend investiert, sondern bei der DZ-Bank, unserer Zentralbank angelegt, wäre das Ergebnis gewesen, hierfür noch Strafzinsen zahlen zu müssen“, verdeutlichte Freerks, dass auch die derzeit gute Lage der Volksbank Emstal ihren Teil dazu beigetragen hatte und somit die Übernahme des Anlagevermögens die richtige Entscheidung gewesen sei. „Wir konnten bereits jetzt das Unternehmen strategisch wie personell neu aufstellen, um das Potential der „Nahwärme“ noch effektiver zu nutzen“, ist er vom Erfolg überzeugt.


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