200-Jahr-Feier am Wochenende Heimatfreunde retteten Hilter Mühle vor Verfall

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Vor 200 Jahren wurde die Hilter Mühle errichtet. Foto: Gerd SchadeVor 200 Jahren wurde die Hilter Mühle errichtet. Foto: Gerd Schade

Hilter. Für die 200-Jahr-Feier der Hilter Mühle am kommenden Wochenende, 18. und 19. August 2018, laufen auch beim Kreisheimatverein Aschendorf-Hümmling auf vollen Touren.

Der Bau des schindelgedeckten Erdholländers mit Steert und Segelflügeln in dem Lathener Ortsteil kann heute noch genau datiert werden: Auf dem Zierbrett der unteren Vorderseite der Kappe ist die Jahreszahl 1818 zu erkennen. Der Kreisheimatverein als Eigentümer des Bauwerks will die Feier am 18. und 19. August nach den Worten seines Vorsitzenden Hans Albers auch dazu nutzen, „um sich bei allen zu bedanken, die zum Erhalt dieses herausragenden Denkmals auf dem Hilter Berg beigetragen haben“.

Erste große Renovierung 1964

Albers zufolge hat der Verein die Mühle im Mai 1964 per Erbbauvertrag vom damaligen Besitzer Heinrich Dürken erworben. Unter der Regie des damaligen Vorsitzenden August Löning wurde noch im selben Jahr die erste große Instandsetzung eingeleitet, um das Bauwerk vor den totalen Verfall zu retten. Wie auch bei den anderen Mühlen des Vereins wie in Hüven oder Wippingen „wurden in dieser ersten Renovierungsphase des Vereins besonderer Wert auf die Instandsetzung der Außenhaut gelegt, um so erst einmal die Grundlage für einen langfristigen Erhalt dieser technischen Baudenkmale zu schaffen“, erklärt Albers. Um in Hilter wieder einen Mühlenbetrieb zu ermöglichen, erfolgte unter der Regie des Vereins zusammen mit der Gemeinde Lathen 2002 eine zweite große Renovierung, die insbesondere der Mühlentechnik galt.

Durch TV-Werbespot bekannt

Bis zu diesem Zeitpunkt fehlte „für dieses bedeutende Objekt der emsländischen Mühlenkultur“ (Albers) eine Öffnung für die Bevölkerung. Bekannt wurde sie durch einen TV-Werbespot für die „Rügenwalder Wurst“. Hierfür zahlte die Wurstfirma laut Verein 25.000 Euro Miete. Zusammen mit den Aktionen „Mühlenbrot“ der Bäckerei Ganseforth und dem Verkauf der „Möhlenschmeere“ der Brunnen-Apotheke sei dies ein guter Grundstock für die damalige Restaurierung gewesen, die immerhin mehr als 200.000 Euro gekostet habe.

Ehrenamtliche Müller

Seit dieser Zeit hat sich um die ehrenamtlichen Müller Josef Wilmes und Ulrich Hanschke rund um die Mühle eine Gruppe gebildet (Hilter Mühlenfreunde), die ein abwechslungsreiches Programm rund um die Mühle anbieten „und die Besucher fachmännisch und mit großen Engagement betreuen“, wie Albers betont.

Das Jubiläum wird mit einem nostalgischen Jahrmarkt mit antiken Fahrgeschäften, einem Abendprogramm mit den Oberlangener Jungs und mit einem bunten Nachmittag rund um die Hilter Mühle (Dresche, Kornmahlen, Oldtimer, Kaffee und Kuchen, Jahrmarkt) gefeiert. Das Festprogramm beginnt am Samstag um 14 Uhr und am Sonntag um 11.30 Uhr mit einem ökumenischen Wortgottesdienst auf Plattdeutsch.

(Weiterlesen: Nostalgischer Jahrmarkt und mehr – Heimatfreunde feiern 200-jähriges Bestehen der Hilter Mühle)


Der Kreisheimatverein Aschendorf-Hümmling wurde am 30. Januar 1951 unter der Leitung von August Löning in Lathen gegründet. Ziel war es, die Heimatarbeit im nördlichen Emsland auf ein solides Fundament zu stellen. 35 Jahre führte Karl-Heinz Weber den Verein als Vorsitzender und Geschäftsführer. Seit 2017 ist Weber Ehrenvorsitzender. Er hat die Geschicke des Vereins maßgeblich gestaltet. In fast allen Orten des ehemaligen Kreises Aschendorf-Hümmling sind Spuren der Arbeit des Kreisheimatvereins sichtbar. Er ist zudem Dachorganisation für 34 Heimatvereine mit mehr als 7500 Mitgliedern. Der Kreisheimatverein ist Eigentümer/Nutzungsberechtigter der Wind- und Wassermühle Hüven, der holländischen Durchfahrtsmühle Wippingen und der Hilter Mühle.

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