Karl-Heinz Weber im Interview Lathens SG-Bürgermeister: Mit Namensgebung Lebenswerk geehrt

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Lathen. An erster Stelle von insgesamt drei politischen Bonbons nennt Karl-Heinz Weber (CDU), Bürgermeister der Samtgemeinde Lathen, die Benennung der Grund- und Oberschule Lathen in Erna-de-Vries-Schule. Damit werde ihr Lebenswerk geehrt. Außerdem geht es im Sommerinterview um unliebsame Themen und die, noch in der Amtszeit des Verwaltungschefs bis zum 31. Oktober 2019 anstehen.

Auf welchen Dauerbrenner auf der politischen Agenda können Sie gut verzichten?

Verzichten könnte ich sehr gut auf Strafanzeigen, Anzeigen an die Kommunalaufsicht und Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht, auf Anträge auf Akteneinsicht, auf zum Teil unsinnige Anfragen, mit denen die Rot/Grüne-Opposition die Arbeit im Rathaus und natürlich auch meine eigene hemmt, denn bei einem überschaubaren Personalstamm ist das Ganze kaum zu bewältigen.

Welche Großprojekte kommen noch in diesem Jahr auf die Samtgemeinde Lathen zu?

Nach der Sommerpause wird es nahtlos weitergehen mit weiteren Baumaßnahmen am Schulzentrum. Da ist zunächst der neue Busbahnhof, der in der Mühlenstraße errichtet werden muss. Aber es gehören auch dazu die weitergehenden Arbeiten zum Brandschutz in den restlichen Gebäudeteilen der Erna-de-Vries-Schule und der Bau einer weiteren Aufzugsanlage im Bereich der dann neuen Grundschule.

Intensiv beschäftigen uns noch bis in den Herbst hinein die Umbaumaßnahmen Große Straße und Gartenstraße, die zu einer erheblichen Aufwertung unseres zentralen Versorgungsbereichs beitragen werden.

Karl-Heinz Weber ist Bürgermeister der Samtgemeinde Lathen. Foto: Gemeinde Lathen

In Vorbereitung sind die Maßnahmen aus der Städtebauförderung „Kleinere Städte und Gemeinden“ im Umfeld des Kulturzentrums sowie des Bahnhofsumfeldes. Wir wollen ja hier mit Vorgaben erreichen, dass die bewilligten Mittel aus dem Programm „Niedersachsen ist am Zug“, die einen barrierefreien Umbau des Bahnhofs Lathen vorsehen, möglichst zeitnah generiert werden können. Nach den Ferien werden wir uns auch sehr intensiv mit einer Reihe von weiteren Großveranstaltungen auseinandersetzen müssen. Dazu gehört in erster Linie das schon am 18. und 19. August anstehende Jubiläum „200 Jahre Hilter Mühle“, das mit einem nostalgischen Jahrmarkt verbunden sein wird. Anfang September wird es einen“ Tag der offenen Tür“ in unserem Lathener Industriegebiet „Mühlentannen“ mit den dort ansässigen Betrieben geben. Es wird ein buntes und interessantes Programm vorbereitet. Gemeinsam mit dem Verein Senioren-Betreuung-Lathen werden wir in diesem Jahr dessen 25-jähriges Bestehen feiern. Und es gehört natürlich auch dazu, dass wir den 80. Jahrestag der Reichspogromnacht angemessen ins Bewusstsein unserer Bevölkerung rufen wollen.

Mit dem Abschluss der Dorferneuerungsplanung in Renkenberge/Fresenburg ist ein wichtiger Grundstein gesetzt worden, um für die Dorfgemeinschaft wichtige Projekte zu realisieren. Beide Gemeinden sind dort mitten in der Arbeit. Und ebenfalls ist es sehr wichtig, dass die Dörfer Niederlangen, Oberlangen und Sustrum als Dorfgemeinschaft in diesem Jahr versuchen wollen, in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen zu werden.

In die konkrete Umsetzungsphase gehen wir dann darüber hinaus mit den bewilligten Maßnahmen aus dem Städtebauförderungsprogramm. Also eine Menge Arbeit, die nach der Sommerpause ansteht.

Welches war Ihr politisches Bonbon in diesem Jahr in der Samtgemeinde?

Für mich sind drei Ereignisse als politische Höhepunkte in diesem Jahr zu nennen: An erster Stelle und für mich auch am wichtigsten ist die Namensgebung für unsere Grund- und Oberschule in Erna-de-Vries-Schule. Mit dieser Namensgebung wird ihr Lebenswerk und ihre Lebenseinstellung ganz besonders geehrt und als Vorbild für unsere Kinder präsentiert. An zweiter Stelle ist für mich das zehnjährige Bestehen der Lathener Tafel zu sehen, für die wöchentlich fast 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer ihre Freizeit einsetzen. Die Kleiderkammer darf ich hierbei in einem Atemzuge mit nennen.

Und als dritten Höhepunkt möchte ich nennen die Auftaktveranstaltung zur ländlichen Veränderungsplanung, die wir federführend gemeinsam mit der Stadt Haren/Ems, der Samtgemeinde Dörpen, der Gemeinde Rhede und der Stadt Papenburg als Pilotprojet für das Land Niedersachsen durchführen dürfen. Ich hoffe, dass es bis 2020 gelingt, hier die Rahmenbedingungen für die ländliche Entwicklung deutlich zu verbessern.

Ende 2017 hat der SG-Rat für die Fortsetzung des Klimaschutzmanagements gestimmt und Fördermittel vom Bund beantragt. Die Projektlaufzeit hat am 1. Juni begonnen. Welche Maßnahmen sind, so die Förderung bewilligt wurde, seitdem umgesetzt worden und stehen noch bevor?

Mit der Fortsetzung des Klimaschutzmanagements ist zunächst einmal die weitere Abarbeitung der im Integrierten Klimaschutzkonzept schon vorbereiteten Maßnahmen zu sehen. Weitere neue Projekte müssen gemeinsam mit unseren Partnern in den Samtgemeinden Sögel, Werlte und Nordhümmling vorbereitet und besprochen werden. Dazu treffen wir uns regelmäßig gemeinsam mit dem Naturpark und dem Naturstandpunkt Hümmling zur engen und sehr kooperativen Vorbereitung.

Im kommenden Jahr gehen Sie in den Ruhestand. Welches Thema sollte bis dahin noch umgesetzt werden?

Bis Ende Oktober 2019, wenn dann für mich die Wahlzeit abgelaufen ist, würde ich sehr gern das Kulturzentrum in Lathen umgesetzt wissen wollen. Wir arbeiten schon so lange und intensiv an diesem Thema, und die Nachfrage aus der Bevölkerung wird immer stärker. Ich hoffe also, dass nun wirklich kurzfristig die Baugenehmigung erteilt wird und der Investor mit seinen Arbeiten beginnen kann. Parallel dazu gibt es einen interfraktionellen Arbeitskreis, der sich auch mit der Veranstaltungsplanung und weiteren Details des Betriebes dieses Kulturzentrums auseinandersetzt.

Das Projekt wird zwar mit dem Auslaufen meiner Wahlzeit nicht abzuschießen sein, aber ich würde mir sehr wünschen, wenn bei der energetischen Quartierssanierung, für das die Grundlagen geschaffen worden sind, im Laufe des nächsten Jahres noch eine Reihe von Maßnahmen in die Realisierung gehen könnten. Parallel dazu ist ja das vom Rat der Gemeinde Lathen verabschiedete Förderprogramm „Jung kauft Alt“ zu sehen, mit dem wir eine dauerhafte Belegung des Ortskerns sicherstellen wollen.

Für den Fall, dass gerade kein Urlaub zur Hand ist: Haben Sie einen Lieblingsort in der Samtgemeinde Lathen, an dem Sie Entspannung finden und wenn ja, wo?

Entspannung kann man an vielen Stellen unserer Samtgemeinde finden. Ich werde da auch keinen Ort besonders hervorheben. Allein das schöne Emstal mit dem Dortmund-Ems-Kanal Radweg ist zwischen Hilter und Düthe sicherlich eines mit der schönsten und landschaftlich reizvollsten Teilstücke. Die Tinner Staverner Dose oder auch die Siedlungsgebiete an der niederländischen Grenze sind sehr reizvoll und man findet immer wieder schöne Orte zum Verweilen. Entspannung finde ich persönlich dann am besten, wenn ich diese Strecken beim Joggen genieße. Dann bekommt man den Kopf richtig frei.


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