Nostalgischer Jahrmarkt und mehr Heimatfreunde feiern 200-jähriges Bestehen der Hilter Mühle

Von Gerd Schade


Hilter. Von Heimatfreunden mehrfach vor dem endgültigen Verfall gerettet worden ist die Hilter Mühle. Unter anderem mit einem nostalgischen Jahrmarkt wird in dem Lathener Ortsteil am 18. und 19. August 2018 das 200-jährige Bestehen des anno 1818 errichteten Bauwerks gefeiert.

Wenn es um die Hilter Mühle geht, macht Ulrich Hanschke niemand etwas vor. Akribisch hat der frühere Lehrer seit seiner Pensionierung um die Jahrtausendwende die Geschichte der Mühle aufgearbeitet. Zudem ließ sich Hanschke zum ehrenamtlichen Müller ausbilden und fungiert als Sprecher der Mühlenfreunde, einem Fachbereich des Heimatvereins Lathen.

Außen erträglich, innen desolat

Als Hanschke anfing, sich mit der Mühle zu beschäftigen, war das Bauwerk äußerlich in einem vielleicht noch erträglichen, innen aber in einem eher desolaten Zustand, erinnert sich der Lathener im Gespräch mit unserer Redaktion. Unter anderem habe es hereingeregnet.

Es war nicht das erste Mal, dass der Zustand der Mühle zu wünschen übrig ließ. „Die Mühle auf dem Hilter Berg bei Hilter ist ein verlassenes Wrack“, heißt es in einem im Jahr 1950 herausgegebenen Mühlenführer durch den damaligen Kreis Aschendorf-Hümmling.

Von Johann Heinrich Dürken erbaut

1818 von Johann Heinrich Dürken – der Name Dürken ist mit der Hilter Mühle seit Jahrhunderten verbunden – wurde sie mehrfach verpachtet. Wie Hanschke weiter berichtet, wurde die Mühle 1938 erneuert, auf den seinerzeit bereits üblichen Einbau eines Diesel- oder Elektromotors sei unverständlicherweise aber verzichtet worden. Auf Dieselmotorantrieb wurde erst gesetzt, nachdem ein schwerer Sturm die Flügel abgerissen hatte. Bis nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde gemahlen, dann wurde die Mühle geschlossen. 1964 übernahm der Kreisheimatverein Aschendorf-Hümmling die Mühle und renovierte sie. „Unter anderem wurden wieder Flügel angebracht. Damit sie wieder aus wie eine Mühle“, sagt Hanschke.

In Dornröschenschlaf verfallen

In den folgenden Jahren setzten weitere Naturgewalten (Orkan 1973, Blitzeinschlag 1980) der Mühle weiter zu. Um sie herum wucherte der Wald. „Die Mühle verfiel in einen Dornröschenschlaf“, berichtet Hanschke. 2001 startete der Kreisheimatverein eine erneute Renovierung – mit einem Kostenansatz von 200.000 Euro, ein Teil davon waren Fördergelder. Anders als früher kann heute zu Demonstrationszwecken gemahlen werden. Hanschke und seine Mitstreiter, die sich mit Spenden und kleinen Reparaturen ehrenamtlich um den Erhalt kümmern, veranschaulichen vor allem Schülergruppen das historische Handwerk. Der Lathener weiß vor allem das Alter und den guten Erhaltungszustand der Hilter Mühle zu schätzen. „Es ist einfach schön, wenn sich die Flügel im Wind drehen“, sagt er.

Weitere Infos und Kontakt: 0 59 33/88 12 (Hanschke).


Antike Fahrgeschäfte wie Riesenrad und Kettenkarussell werden am 18. und 19. August auf dem Hilter Berg (32 Meter) aufgebaut sein. Das Festprogramm beginnt am Samstag um 14 Uhr mit „familienfreundlichen kulinarischen Angeboten“. Abends musizieren die „Oberlangener Jungs“. Am Sonntag geht es um 11.30 Uhr mit einem ökumenischen Wortgottesdienst auf Platt weiter. Am Nachmittag stehen historisches Dreschen und Kornmahlen auf dem Programm. Für Musik sorgen der Kindergarten St. Vitus Lathen, der Shantychor Fresenburg und „Kring-Musiker“ aus der Grafschaft Bentheim mit „Düvelsgeige“, Harmonika und Waschbrett.

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