„Von Rücktritt keine Rede“ Debatte um alte Schule in Hilter geht weiter

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Gruppen aus Hilter sollen die alte Dorfschule unverändert weiter mitnutzen dürfen. Foto: Daniel Gonzalez-TepperGruppen aus Hilter sollen die alte Dorfschule unverändert weiter mitnutzen dürfen. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Hilter. In Lathen geht die Debatte um die alte Schule im Ortsteil Hilter weiter. Entgegen der Darstellung der Gemeindeverwaltung hat der ehrenamtliche Gebäudeverwalter Wilhelm Römann nach eigenen Worten weder die Verantwortung zurückgegeben, noch sei er von seinem Posten zurückgetreten. Gemeindedirektor Karl-Heinz Weber erklärte auf Anfrage, dass eine entsprechende Schlussfolgerung „aus den Gesamtumständen“ gezogen worden sei.

Wie Römann auf Einladung der oppositionellen SPD/ Grüne-Gruppe des Lathener Gemeinderates in einem Gespräch mit unserer Redaktion erklärte, habe er die alte Schule seit 1994 verwaltet. Von einem Rückzug von dem Ehrenamt könne keine Rede sein. „Mir mir hat bis heute niemand von der Gemeindeverwaltung darüber gesprochen.“

„Bis Ende 2017 lief alles reibungslos“

Vielmehr habe er, nachdem das Konto für die laufenden Kosten zum Betrieb des Hauses seit Anfang des Jahres durch die Gemeinde nicht mehr bedient worden sei, Mahnschreiben des Energieversorgers EWE im Lathener Rathaus mit der Bitte um Prüfung abgegeben. Eine Rückmeldung sei nicht erfolgt. „Bis Ende 2017 lief es reibungslos“, sagte Römann. Zudem habe er den Schlüssel zum Gebäude auf Wunsch der Verwaltung abgegeben, damit die Heizung repariert werden könne. Bis heute habe er den Schlüssel nicht zurückerhalten.

Die Gemeinde hatte in einer Pressemitteilung erklärt, dass der Gebäudeverwalter zurückgetreten sei. Wie Weber betonte, sei diese Schlussfolgerung aus den Gesamtumständen gezogen worden: Dazu zählt er die Nichtnutzung des Gebäudes beziehungsweise die nur einmal jährliche durch die Jagdgenossenschaft, den Zustand der Räume, und die Übergabe der Schreiben des Energieversorgers.

Zahlung umgestellt

Die Gemeinde hat Weber zufolge jährlich im Voraus, etwa zur Jahresmitte (Abrechnung EWE), einen Pauschalbetrag für Strom, Gas und Wasser von 360 Euro gezahlt. „So natürlich auch in 2017, der bis zum Juni 2018 ausreichend hätte sein müssen. Herr Römann hat hier Erinnerungen der EWE vorgelegt, dass das Konto keine Deckung aufweise“, erklärt Weber. Daraufhin sei die Zahlung auf die Gemeinde umgestellt worden. Aufgrund der Abrechnung vom 1. Juli 2016 bis zum 30. Juni 2017 sei aus im Rathaus nicht nachvollziehbaren Gründen eine Nachzahlung von 568,12 Euro entstanden. Daraufhin sei der Abschlag auf 67 Euro festgesetzt worden. „Hierüber wurde die Gemeinde Lathen nicht informiert“, so Weber. Die neue Abrechnung (für die Zeit vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2018) ergibt nach seinen Worten eine Überzahlung von 527,89 Euro. Der neue Abschlag betrage 27 Euro monatlich. „Die Pauschale hätte also gereicht.“ Jetzt zahle die Gemeinde direkt. „Daneben fallen Kosten für den Schornsteinfeger, Brandschutzprüfungen, Versicherungen und laufende Reparaturen an, die die Gemeinde Lathen trägt – auch schon in der Vergangenheit“, so Weber.

Imkerverein künftig Mitnutzer

Der Rat hatte beschlossen, dass der Imkerverein künftig das Gebäude mit nutzt. Selbstverständlich könnten Gruppen aus Hilter die alte Schule auch nutzen, betont Weber. „Meines Erachtens ist das ein gutes Ergebnis für beide Seiten. Für die Hilteraner ändert sich eigentlich nichts, außer dass sie nicht mehr für die Verwaltung aufkommen müssen.“

Die Hilteraner Römann und Andrea Hinrichs, die das Vorgehen der Gemeinde in einem Leserbrief scharf kritisiert hatte, halten gleichwohl daran fest, dass die Entscheidung über die Köpfe der Bewohner des kleinen Ortsteils hinweg getroffen worden sei. SPD-Ratsfrau Anita Ludwig machte deutlich, dass ihre Gruppe im Rat über den Nutzungsvertrag mit den Imkern „anders abgestimmt“ hätte, wenn sie über die Hintergründe umfasst informiert gewesen wäre.


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