Angeklagter erscheint nicht Prozess nach tödlichem Unfall in Niederlangen vertagt

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Die Hauptverhandlung am Amtsgericht in Papenburg am Dienstag wurde vertagt, weil der Angeklagte nicht erschienen ist. Foto: Hellmers/ArchivDie Hauptverhandlung am Amtsgericht in Papenburg am Dienstag wurde vertagt, weil der Angeklagte nicht erschienen ist. Foto: Hellmers/Archiv

Papenburg/Niederlangen. Auch mehr als zwei Jahre nach einem tödlichen Verkehrsunfall in Niederlangen, ist die Schuldfrage noch immer nicht geklärt. Die Hauptverhandlung am Amtsgericht in Papenburg am Dienstag wurde vertagt, weil der Angeklagte nicht erschienen ist.

„Der wichtigste Mann ist nicht da“, stellte die Strafrichterin zu Beginn der Verhandlung fest. Zwar waren Zeugen, ein Sachverständiger für die Rekonstruktion des Unfalls sowie eine Dolmetscherin pünktlich im Gerichtssaal erschienen, doch der Angeklagten fehlte. „Es besteht die Vermutung, dass er auch nicht freiwillig hier erscheinen wird, so dass leider wieder einmal hier heute nichts passieren wird“, so die Richterin. Auch in der vorgeschriebenen 15-minütigen Wartezeit fand der Angeklagte nicht den Weg in das Amtsgericht.

Vorwurf der fahrlässigen Tötung

Dem Angeklagten wird nach Auskunft der Strafrichterin vorgeworfen, im April 2016 einen tödlichen Verkehrsunfall in Niederlangen verursacht zu haben. Dieser ereignete sich bei einem Überholvorgang auf der Sustrumer Straße (L 53). Ein 47-jähriger Autofahrer wurde getötet und drei Menschen schwer verletzt, darunter auch der Angeklagte. Die Staatsanwaltschaft wirft diesem fahrlässige Tötung vor.

Keine feste Adresse

Wie die Richterin weiter ausführte, ist der Angeklagte aufgrund häufig wechselnder Wohnorte „schwer zu fassen.“ „Er ist als Wanderarbeiter in der gesamten Bundesrepublik unterwegs und schwer zu erreichen.“ Eine feste Adresse liege dem Gericht derzeit nicht vor. Es gebe allerdings über einen Zustellungsbevollmächtigten telefonischen Kontakt zum Angeklagten. Dieser habe ihm auch vom Verfahren in Kenntnis gesetzt. „Zudem wurde der Angeklagte durch eine Zustellungsurkunde ordnungsgemäß geladen“, so die Richterin. Eine Entschuldigung für das Fernbleiben liege nicht vor.

Angeklagter per Haftbefehl gesucht

Da der Angeklagte nun nicht zur Hauptverhandlung erschien, wurde das Verfahren ausgesetzt. „Jetzt wird ein Haftbefehl ergehen und der Mann zur Fahndung ausgeschrieben“, erklärte die Strafrichterin das weitere Vorgehen. Bei einer Festnahme werde der Angeklagte in Haft genommen und der Richterin zufolge „möglichst schnell“ dem Papenburger Amtsgericht zugeführt. „Dann hoffe ich, dass alle Beteiligten sich zügig auf einen Termin einigen und die Hauptverhandlung durchgeführt werden kann.“


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