Streuobstwiese SPD-Grüne-Gruppe in Lathen erklärt Nein zu Spielplatzprojekt



Lathen. Die SPD-Grünen-Gruppe im Gemeinderat Lathen hat in einer Mitteilung ihr Nein zum geplanten Mehrgenerationenspielplatz am Schulzentrum erklärt und umschreibt darin auch, wieso sich für den vollständigen Erhalt der jetzigen Streuobstwiese einsetzt.

Die Gruppe kritisiert, dass die Streuobstwiese nicht in der jetzigen, „urtypischen Form und Art erhalten bleiben soll“, sondern nur ein teilweiser Erhalt geplant sei. Die Obstbäume sollen in einem in der Größe noch nicht definierten Streifen entlang der Anwohnergärten umgepflanzt beziehungsweise erhalten werden, wie Manuel Buchwald vom Planungs- und Bauamt der Gemeinde Lathen in der Ratssitzung erläutert hatte und was zuvor bereits auf der Sitzung der LAG Hümmling berichtet wurde. Die „Lokale Aktionsgruppe“ soll einen Zuschuss aus EU-Leader-Mitteln von rund 70.000 Euro gewähren,

Die SPD-Grünen-Gruppenvorsitzende Anita Ludwig betont, dass Leadermitteln nur dann bereitgestellt werden würden, wenn der Erhalt der Streuobstwiese gewährleistet sei. Das würde aus dem Protokoll der Leaderversammlung vom 18. Juni 2018 hervorgehen. „Ansonsten wird der Leaderantrag nicht zum Erfolg führen wird oder muss eventuell zu einem späteren Zeitpunkt zurückgezahlt werden, wenn der Bestand nicht gewährleistet bleibt“, so Ludwig.

(Weiterlesen: Debatte um Streuobstwiese am Schulzentrum in Lathen)

Die Streuobstwiese sollte nach Meinung der SPD-Grünen-Gruppe daher vollständig erhalten bleiben und hat daher vorgeschlagen, den Mehrgenerationenspielplatz an anderer Stelle anzusiedeln. Dafür habe die Gruppe mehrere Örtlichkeiten vorgebracht, die hierfür wesentlich besser geeignet seien.

SPD: Streuobstwiese und Spielplatz „nicht vereinbar“

Ohnehin seien die wesentlichen Merkmale einer Streuobstwiese in Kombination mit einem Mehrgenerationenspielplatz „nicht vereinbar“, meint die Gruppe und nennt dafür Gründe. „Eine Streuobstwiese besteht aus verschiedenen Obstbäumen. Die Bäume dienen der Obsterzeugung (,Obernutzung‘); da die Bäume locker stehen, dienen die Flächen zugleich als Grünland (,Unternutzung‘). Die Bäume wachsen in ihrer natürlichen Form und werden nicht beschnitten. Das Grünland wird nur einmal im Jahr (nach der Blüte) geschnitten“, heißt es in der Mitteilung. Nur dann könne in dem Gras eine artenreiche Tierwelt, zum Beispiel Vögel und Gliederfüßer wie Insekten oder Spinnen, entstehen.

Gemeindedirektor Karl-Heinz Weber hatte bei der Ratssitzung vorgeschlagen, dass der Bauhof für das regelmäßige Mähen der Wiese zuständig sein soll, weil die dafür notwendigen großen Geräte von Fachkräften bedient werden müssen. Die Anwohner sollen, wie von ihnen vorgeschlagen, die Pflege der (verbliebenen) Obstbäume übernehmen. Dem hatte die CDU-Fraktion auch geschlossen zugestimmt. Die vier SPD-Grünen-Ratsmitglieder stimmten geschlossen dagegen. In der Berichterstattung hatte es versehentlich geheißen, dass diese sich enthalten hätten. Das bitten wir zu entschuldigen.

Bürgerversammlung nach den Sommerferien

Nach den Sommerferien ist eine Bürgerversammlung geplant, auf der die Pläne noch einmal besprochen werden sollen. Danach wird das Thema noch einmal im Gemeinderat diskutiert.

(Weiterlesen: Bauausschuss Lathen stellt Spielplatz mit Änderungen vor)


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