Bürger kritisieren Pläne Imkerverein Lathen soll alte Dorfschule in Hilter nutzen

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Das Dorfgemeinschaftshaus in Lathen-Hilter befindet sich in keinem guten Zustand. Es soll saniert werden und künftig dem Imkerverein Lathen für die Vereinsarbeit zur Verfügung stehen. Foto: Daniel Gonzalez-TepperDas Dorfgemeinschaftshaus in Lathen-Hilter befindet sich in keinem guten Zustand. Es soll saniert werden und künftig dem Imkerverein Lathen für die Vereinsarbeit zur Verfügung stehen. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Lathen. Die ehemalige Dorfschule in Hilter in der Gemeinde Lathen soll saniert werden und künftig dem Imkerverein Lathen für die Vereinsarbeit zur Verfügung stehen. Dagegen regt sich Widerstand in der Dorfbevölkerung.

Das Gebäude wird nach Angaben von Hans Liesen, Fachbereichsleiter Planen, Bauen und Gebäudemanagement der Samtgemeinde Lathen, derzeit nur äußerst spärlich genutzt. „Unseren Informationen nach nutzt lediglich die Jagdgenossenschaft Hilter einmal im Jahr das Haus“, sagte Liesen auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderat Lathen. Deshalb sei das Gebäude, das 1996 aufwendig mit Unterstützung von EU-Mitteln zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut wurde, zunehmend verfallen, wohl auch, weil sich Liesen zufolge unter anderem niemand für die Reinigungsarbeiten zuständig fühlte.

Fenster, Eingangstür und Dachrinnen werden erneuert

Daher sei nun „erhebliche Sanierungsarbeiten“ erforderlich geworden. Alle Fenster, die Eingangstür und die Dachrinnen werden ausgetauscht, innen müssen zwei Wände saniert und gestrichen werden, die Kosten von rund 30.000 Euro werden je zur Hälfte durch die Gemeinde Lathen und aus Denkmalschutz-Mitteln finanziert. Die Gemeinde hoffe, dass durch eine aktive Vereinsnutzung das Gebäude „dauerhaft mit Leben gefüllt“ werde, so der Fachbereichsleiter. Außerdem werde eine regelmäßige Reinigung sichergestellt. Die Unterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten, also auch Strom, Gas, Wasser und andere Nebenkosten, übernimmt die Gemeinde, weil das Gebäude unter Denkmalschutz stehe.

Der Imkerverein Lathen und Umgebung will in dem Gebäude künftig für Vorstandssitzungen, Fortbildungen, Ferienpassaktionen, Infotage für Nichtimker und für die Treffen von zwei Klöngruppen nutzen. Außerdem sollen dort Materialien für Schulungen, Infotafeln und Schaukästen gelagert werden sowie ein sogenannter Schleuderraum für Jung- und Kleinimker eingerichtet werden, damit Honig hergestellt werden kann. Mit dem Imkerverein soll eine Nutzungsvereinbarung abgeschlossen werden, er wäre dann Ansprechpartner für andere Gruppen, die das Gebäude nutzen möchten.

Keine Bürgerversammlung im Vorfeld

Auf Nachfrage von Annegret van Loyen (Grüne) bestätigte Liesen, dass es im Vorfeld der Sitzung keine Bürgerversammlung gegeben habe, in der über die Pläne informiert wurde. In der Bürgerfragestunde der Ratssitzung meldeten sich mehrere Hilter zu Wort, die darauf hinwiesen, dass das Gebäude sehr wohl regelmäßig genutzt würde, worüber aber offenbar die Gemeinde nicht informiert wurde, wie sich in der folgenden Diskussion herausstellte. Dafür wurde wohl auch mindestens ein Zweitschlüssel angefertigt, was ebenfalls deutlich wurde. Liesen kündigte an, dass nach der Sanierung, die Schließzylinder ausgetauscht würden. Die Bürger fragten sich auch, wie das Gebäude durch andere genutzt werden könne, wenn es „voll gestellt ist mit Infotafeln und anderen Dingen“. Ob die Sanierung bis zum sogenannten Hilteraner Treffen, bei dem sich am 25. August ehemalige und aktuelle Bewohner des Dorfes im und an der alten Schule feiern wollen, abgeschlossen sein werden oder gar auf die Zeit danach verschoben werden, soll sich in den nächsten Tagen klären.

Letztlich stimmte der Gemeinderat bei zwei Enthaltungen aus der SPD-Grünen-Gruppe für den Abschluss eines Nutzungsvertrages mit dem Imkerverein.


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