Vortrag: Beerdigungsdienste durch Laien Lathen feiert den Tag der Diakonin

Von Gisela Arling

Für ihren Vortrag zum Tag der Diakonie bedankt sich Helene Griesen (links) bei Doris Brinker. Foto: Gisela ArlingFür ihren Vortrag zum Tag der Diakonie bedankt sich Helene Griesen (links) bei Doris Brinker. Foto: Gisela Arling

gar Lathen. „Die Zeit zum Handeln ist jetzt“, unter diesem Thema hat der Wortgottesdienst zum Tag der Diakonin in der St.-Antonius-Kirche in Lathen-Wahn gestanden. Im Anschluss fand der Vortrag „Beerdigungsdienste durch Laien“ von Gemeindereferentin Doris Brinker aus der Pfarreiengemeinschaft Aschendorf/Rhede statt.

„Angesichts der aktuellen Herausforderungen zur Weiterentwicklung des kirchlichen Lebens, darf der Entschluss, Frauen zum Diakonat zuzulassen, nicht länger aufgeschoben werden“, so Initiatorin Helene Griesen.

In ihrem Vortrag erläuterte Brinker den theologischen und historischen Hintergrund von Beerdigungsdiensten. Angesichts des bestehenden Priestermangels werde es ihren Worten zufolge in Zukunft immer schwieriger sein, die Leitung eines Begräbnisses durch einen Priester oder Diakon sicherzustellen. Immer mehr Beerdigungen, veränderte Strukturen sowie individuelle Wünsche der Angehörigen erforderten einen größeren Zeitaufwand für die ohnehin ausgelasteten Priester. Die Katholiken sind dazu übergegangen, den Beerdigungsdienst nun an Laien zu delegieren. „Die Sorge um die Toten und die Hinterbliebenen gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Gemeinde und ihrer Seelsorger. Die Beerdigung ist kein Sakrament und kann von jedem Getauften und Gefirmten vorgenommen werden“, erklärte Brinker in ihrem Vortrag.

Die letzte Ehre erweisen

Schon zur frühen Christenheit sei dies, den Paulusbriefen nach, ein zutiefst diakonischer Dienst gewesen, „ein Gnadendienst, verbunden mit der tiefen Sehnsucht der Menschen, den Toten die letzte Ehre zu erweisen“, erklärte Brinker. „Wir gehen langsam wieder zurück zur Ur-Gemeinde, und ich finde es gar nicht schlimm.“ Selbst der gekreuzigte Jesus sei nicht von einem Priester beerdigt worden, sondern von einem Laien. Im Laufe der Geschichte habe es sich so entwickelt, dass die Beerdigung in Verbindung mit der Eucharistiefeier stand und nur von einem Priester oder geweihtem Diakon vorgenommen werden konnte. Das habe wohl an der damaligen Schwemme von Priestern gelegen.

Mensch im Zentrum

Früher hätte die Theologie es vorgeschrieben, den Auferstehungsglauben in das Zentrum der Beerdigung zu stellen und nicht den Menschen, der in die Erde gelegt wurde. Heute würden die Priester und Beerdigungsbeauftragten die Vita des Menschen in Verbindung mit dem Auferstehungsglauben bringen. Für kirchenferne Angehörige sei es besser, einen Wortgottesdienst zu feiern, der stimmig sei, berichtete Brinker aus ihren eigenen Erfahrungen.

Zudem gebe es biblische Grundlagen für das Diakonat der Frau. Schon im Neuen Testament sei von einer Diakonin Phöbe die Rede gewesen. Die Bibel und Zeugnisse darin seien damals patriarchisch geprägt gewesen; die Frauen hätten in der Gesellschaft und Kirche an untergeordneter Stelle gestanden, sodass dieser diakonische Dienst irgendwann untergangen sei. Sie machte abschließend deutlich, dass der Einsatz von Laien zum Beerdigungsdienst nicht als „Notdienst“ begriffen werden sollte. Seit den Ursprüngen der Kirche gehörten die Dienste der Nächstenliebe ganz wesentlich zum Kirche-Sein dazu. Viele Menschen seien dazu befähigt und berufen.

„Ich persönlich könnte mir den Beerdigungsdienst nicht mehr wegdenken. Die Begleitung der Angehörigen liegt mir besonders am Herzen“, sagte Brinker. Die katholische Kirche bräuchte nach ihren Worten keine Linie mehr, sondern Weite, um die Herzen zu öffnen für alle Menschen. Denn nichts anderes hätte Jesus getan. Den Tag der Diakonin gibt es seit 20 Jahren und ist an den Gedenktag der Kirchenlehrerin Katharina von Siena am 29. April geknüpft.