Rat beschließt Quartierskonzept Energetische Sanierung im Lathener Ortskern kann beginnen

Viele Gebäude im Lathener Ortskern sollen energetisch ertüchtigt werden. Symbolfoto: imago/Jochen TackViele Gebäude im Lathener Ortskern sollen energetisch ertüchtigt werden. Symbolfoto: imago/Jochen Tack

Lathen. Einstimmig hat der Rat der Gemeinde Lathen das in den vergangenen Jahren entwickelte integrierte energetische Quartierskonzept für den Ortskern beschlossen. Im nächsten Schritt soll es an die Umsetzung gehen.

In der Ratssitzung war zwar von „Abschlussbericht“ die Rede. „Das heißt aber nicht, dass das Konzept jetzt in die Schublade wandert“, betonte Gemeindedirektor Karl-Heinz Weber. Die Grundeigentümer im Ortskern seien umfänglich informiert worden.

Der im Konzept beschriebenen Ausgangslage zufolge gelten typische Herausforderungen ländlicher Quartiere (demografischer Wandel, Sanierungsstau, Leerstandsrisiken) auch für den Lathener Ortskern. Ziel sei, das Quartier sowohl energetisch als auch städtebaulich für die Zukunft zu rüsten.

Weber: Ein Konjunkturprogramm

Wie schon in der vergangenen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses verdeutlicht, sind in dem Konzept 290 Gebäude erfasst worden, die für eine energetische Sanierung mithilfe von Fördermitteln infrage kommen. Für ausgewählte Objekte wurden zudem sogenannte „Sanierungsakten“ ermittelt. Sie sollen Aufschluss über mögliche Maßnahmen und Einsparungen geben.

Weber sieht in der Umsetzung „eine große Chance, dass gerade im Ortskern viel getan werden kann, um den Wert der Immobilien zu erhalten und zu steigern“. Durch Sanierung würde zudem ein Konjunkturprogramm für die heimische Wirtschaft angestoßen. Das Konzept sei „eine große Chance für uns, die wir unbedingt nutzen sollten“, so Weber.

Auch CDU-Fraktionsvorsitzender August Kock warb eindringlich für das Konzept. „Wir geben den Bürgern ein Fundament an die Hand, mit dem jeder die Möglichkeit, das Beste für sich daraus zu machen“, sagte Kock. Er hoffe, dass sich auf Grundlage des Konzeptes viele Lathener für eine Sanierung ihrer Immobilie entscheiden. In der Bauausschusssitzung hatten sich die Mitglieder dafür ausgesprochen, den Bürgern im Zentrum der Gemeinde die Vorteile einer energetischen Instandsetzung ihrer Häuser und Wohnungen vorzurechnen.

Gebiet umfasst 70 Hektar

In der Ratssitzung wurde derweil auch die Satzung für die städtebauliche Sanierungsmaßnahme „Lathen-Ortskern“ beschlossen. Darin ist festgelegt, dass das Untersuchungsgebiet den Ortskern mit einer Größe von rund 70 Hektar umfasst. Als „städtebauliche Missstände“ sind Leerstände und Baulücken, mangelnde Aufenthalts- und Freiraumqualität im öffentlichen Raum, nicht-barrierefreie Straßenraumgestaltung sowie Sanierungsbedarf in der Gebäudesubstanz aufgelistet. Handlungsschwerpunkte sind demzufolge eine Verbesserung der Wohn-, Geschäfts- und Lebensbedingungen sowie der Binnenentwicklung, eine Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Raumes sowie eine Verbesserung der energetischen Qualität des Ortskerns auch im Hinblick auf den Klimaschutz. Die Sanierungsmaßnahmen müssen satzungsgemäß innerhalb von 15 Jahren durchgeführt werden – dem Beschluss zufolge bis zum 31. Mai 2033.


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