Energetisches Quartierskonzept Lathener Bürgern die Sanierung vorrechnen

Von Maike Plaggenborg

Die Festlegung des Sanierungsgebiets des Lathener Quartierskonzepts ist in einem der Beschlüsse formal festgelegt worden. Screenshot: Maike PlaggenborgDie Festlegung des Sanierungsgebiets des Lathener Quartierskonzepts ist in einem der Beschlüsse formal festgelegt worden. Screenshot: Maike Plaggenborg

Lathen. Den Bürgern im Zentrum der Gemeinde Lathen müssten die Vorteile einer energetischen Sanierung ihrer Häuser vorgerechnet werden. Darin sind sich die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses in der Sitzung einig gewesen. Der Ausschuss hat einem nun fertiggestellten Abschlussbericht des entsprechenden Quartierskonzepts zugestimmt.

Bürgerversammlung, Feedbackbögen, Ideenwerkstatt, öffentliche Bauausschusssitzung: Die Gemeinde Lathen hat sich seit der Förderzusage durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die Erstellung eines Energetischen Quartierskonzeptes im Mai 2016 darum bemüht, die Bewohner des Ortskerns ins Boot zu holen. 290 Gebäude ,bestehend aus 478 Gebäudeteilen, sind im Rahmen der Untersuchung zum Konzept erfasst worden. Sie kommen für eine energetische Sanierung in Frage. Für ausgewählte Objekt sind sogenannte „Sanierungsakten“ ermittelt worden, die Aufschluss über mögliche Maßnahmen und Einsparungen liefern sollen. Bisher haben insgesamt 64 Bürger an dieser Akte Interesse gezeigt und einen entsprechenden Antrag dafür gestellt. Die Kosten dafür werden zu 60 Prozent vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle übernommen, die übrigen 40 Prozent trägt die Gemeinde. „Für Eigentümer ist das also umsonst“, sagte Gemeindedirektor Karl-Heinz Weber.

Feedback der Bürger in Konzept eingearbeitet

„Man muss die Leute immer wieder drauf stoßen“, sagte Ausschussmitglied Norbert Holtermann (CDU). „Spätestens beim Geld werden die Bürger aufmerksam“, sagte Simon Reuter (SPD). Man müsse es ihnen einmal an einem Beispiel vorrechnen, „dass es einen echten Effekt hat“. Dem stimmte auch Günther Stolte (CDU), stellvertretender Ausschussvorsitzender, zu. „Solche Dinge müssen wir bekannt machen.“ Für die Umwelt würden die Menschen viel tun, für den Klingelbeutel aber noch mehr, sagte er. Gesprächsergebnisse aus einer Feedbackrunde Ende Januar 2018, an der 22 Bürger teilnahmen, sind in das auf der Webseite der Gemeinde veröffentlichten Konzepts eingearbeitet, hieß es. Der Bau- und Umweltausschuss hat dieses einstimmig beschlossen. Ebenfalls einstimmig sprach sich das Gremium für den Ergebnisbericht der vorbereitenden Untersuchungen sowie die Prüfung von und Regelung zu eingegangenen Stellungnahmen und Anregungen aus. Der Bericht hat laut Beschlussvorlage gezeigt, dass „erhebliche städtebauliche Missstände vorliegen“ und die Sanierungsbedürftigkeit damit festgestellt worden sei. Weiterer Bestandteil des Beschlusses war die Satzung, die das Sanierungsgebiet formal festlegt. Der Satzung zufolge ist die Maßnahme bis spätestens 31. Mai 2033 abzuschließen. Der Beschluss über das Konzept ist in der Sitzung des Gemeinderates am 19. April um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses vorgesehen.

70 Hektar großes Sanierungsgebiet

Ziel des Quartierskonzepts, das Gemeindedirektor Karl-Heinz Weber auch als „großes Konjunkturprogramm“ bezeichnete, ist die energetische und städtebauliche Zukunftsfähigkeit des rund 70 Hektar großen Gebiets, in dem rund 1370 Einwohner – 20 Prozent der Gesamtbevölkerung Lathens – leben. Es grenzt im Osten an die Bahntrasse, im Süden an die Bahnhofstraße einschließlich der südlich angrenzenden Grundstücke, im Westen an die Burgstraße und den Emsweg sowie im Norden an die Niederlangener Straße und den Wasserlauf der „Lathener Beeke“.

(Weiterlesen: Lathen beschließt „Jung-kauft-alt“-Konzept)