Gerhard Raming-Fresen beim Heimatverein Oberlangener berichtet über „schreckliche Anblicke“ im Krieg

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Der zweite Vorsitzende des Heimatvereins Niederlangen, Georg Hebbelmann (links) begrüßte Gerhard Raming-Freesen zum Klönabend. Foto: Andrea SchmeesDer zweite Vorsitzende des Heimatvereins Niederlangen, Georg Hebbelmann (links) begrüßte Gerhard Raming-Freesen zum Klönabend. Foto: Andrea Schmees

asc Niederlangen. Auf dem Klönabend des Heimatvereins Niederlangen hat der Oberlangener Ehrenbürgermeister Gerhard Raming-Freesen aus seiner Jugendzeit, dem Krieg und der Gefangenschaft berichtet.

„Wenn ich über mein Leben erzählen sollte, sind wir in drei Tagen noch hier“, sagte der 91-Jährige augenzwinkernd. In seinem Leben habe sich immer viel um den Sport gedreht. Er sei schon in der Jugend „sehr sportbegeistert“ gewesen. Ein besonderes Erlebnis sei deshalb im Jahre 1940 die Einladung zum Sportfest in Bremen gewesen. Es war zudem seine erste große Reise.

1943 machte er dann eine Geschützausbildung und wurde zum Reichsarbeiterdienst in die Nähe von Posen einberufen. In den Kriegsjahren gab es viele Gefahren und Ereignisse, aber auch einige Glücksmomente, so Raming-Freesen. Neben Hunger und Krankheiten gab es „schreckliche Anblicke und Erlebnisse“, so der Rentner. In Dresden habe er den zerbombten Bahnhof mit „nach oben gebogenen Schienen“ gesehen und „einen verheerenden Brandgeruch“ wahrgenommen, erinnerte sich der 91-Jährige.

Nach dem Krieg ging es für Raming-Freesen kurz in die amerikanische Gefangenschaft – und dann weiter in die russische Kriegsgefangenschaft. Nach einer langen Reise von vier Wochen kam er im Gefangenenlager in Sibirien an. Dort musste schwere körperliche Holzarbeit verrichtet werden. Sie wurden in Tag- und Nachtschichten eingeteilt. Viele Menschen seien an den Folgen von eisiger Kälte und Hunger gestorben.

Raming-Freesen berichtete, dass es immer wieder erfreulich war, wenn jemand Plattdeutsch sprach. „Vertrautes vergisst man nicht.“ Einen Lichtblick gab es nach zwei Jahren Gefangenschaft, als Raming-Freesen die erste Nachricht in Form einer Postkarte nach Hause schicken durfte. Neben weiteren Stationen konnte er erst 1948 wieder frei durchatmen, als er aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurückkehrte. Diese Zeit habe sein Leben geprägt, meinte der 91-Jährige.

Die Briefe und Fotos aus der damaligen Zeit hatte Raming-Freesen in einer Mappe zur Ansicht zusammengestellt. „Es hängen viele Geschichten und Erinnerungen an diesen Bildern und Karten“, sagte er rückblickend. Als Ehrenbürgermeister der Gemeinde Oberlangen sei Raming-Freesen für seine Stärke, Tatkraft und seinen Ideenreichtum bekannt, hieß es auf dem Klönabend abschließend.


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