„Außergewöhnlich und rekordverdächtig“ Lathener SG-Bürgermeister seit 25 Jahren Hauptverwaltungsbeamter

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Renkenberge. Auf den Tag genau 25 Jahre nach seinem Dienstantritt als Hauptverwaltungsbeamter in der Samtgemeinde (SG) Lathen ist SG-Bürgermeister Karl-Heinz Weber (CDU) mit der goldenen Ehrennadel des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes ausgezeichnet worden.

Die Würdigung nahm der Präsident des kommunalen Landesspitzenverbandes, Marco Trips, am Dienstagabend während eines Festaktes der SG vor mehr als 100 geladenen Gästen im Gemeindehaus Renkenberge vor. Mehrere Redner würdigten Webers Verdienste um die SG und darüber hinaus. Der 66-Jährige selbst hielt nach eigenem Bekunden zumindest einen Teil der lobenden Worte und deren Fülle für „maßlos übertrieben“ und dankte vor allem seiner Familie um seine Ehefrau Wilma, den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden sowie seinen engsten Mitarbeiterinnen im Lathener Rathaus für ein hohes Maß an Rückhalt und Unterstützung.

Launig und ernsthaft

Auch wenn er seine Jubiläen ( 50-jähriges Dienstjubiläum 2017 und das jetzige) selbst allein dem Zeitfaktor geschuldet sähe, wie die stellvertretende SG-Bürgermeisterin Luise Redenius-Heber (CDU) Weber zitierte, „so ist es rekordverdächtig und außergewöhnlich“, betonte sie. „Glückliche Menschen gehen in ihrer Arbeit auf, aber niemals unter“, zitierte Redenius-Heber zudem den Autoren Rudolf Scheid.

Alle Redner schlugen sowohl launige als auch ernste Töne an. Die Pfarrer Francis Sanjeevi und Rainer Jenke skizzierten Weber als weitsichtig, zielstrebig und standfest. Er habe ein großes Herz und sei ein emsiger und verantwortungsbewusster Arbeiter im Weinberg des Herrn.

Trips und die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann verdeutlichten die Spanne von Webers Dienstzeit anhand historischer Ereignisse aus dem Jahr 1993 (Einführung der fünfstelligen Postleitzahlen, Beginn der US-Präsidentschaft von Bill Clinton sowie der Gewinn der Deutschen Fußballmeisterschaft von Werder Bremen). Connemann verglich Webers Wirken mit der Standfestigkeit einer Eiche und würdigte unter anderem seinen Einsatz für die musikalische Frühbildung, die plattdeutsche Sprache, den Aufbau internationaler Partnerschaften mit Polen und China sowie seinen Einsatz für Lathens Entwicklung zum „Bioenergiedorf“. Das alles brauche Mut, Visionen und Ideen.

Nicht immer pflegeleicht

Connemann verhehlte in ihrer Rede ebenso wenig wie Landrat Reinhard Winter (CDU), dass Weber beim Verwirklichen seiner Ziele alles andere als glatt gebügelt daherkomme. „Du warst nicht immer pflegeleicht“, rief Winter Weber zu, dessen Amtszeit in anderthalb Jahren zu Ende geht. Winter nannte es aber eine gute Eigenschaft, Dinge zum Wohl der SG „mit offenem Visier“ angesprochen zu haben, anstatt sich an den Wahrheiten vorbeizumogeln. Webers Arbeit in einem Vierteljahrhundert als Hauptverwaltungsbeamter sei nicht in Tagen, wohl aber in Taten auszudrücken. Lathen sei in jeder Hinsicht eine Vorzeigesamtgemeinde mit starker Steuerkraft, für die der Jubilar mit äußerster Beharrlichkeit, viel Einsatz und Ehrgeiz stets das Beste herausgeholt habe. „Dieser Einsatz spiegelt sich in der Entwicklung aller Mitgliedsgemeinden als starke Wohn- und Gewerbestandorte positiv wider“, betonte Winter und sprach von klarem Wachstumskurs und hoher Lebensqualität in der SG.

Der „schwärzeste Tag“

Dabei habe es allerdings auch Rückschläge gegeben. Als „schwärzesten Tag“ in Webers Amtszeit bezeichnete Winter das Transrapid-Unglück 2006 mit 23 Toten.

Überwiegend auf Plattdeutsch erinnerten die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden an Meilensteine in Webers Amtszeit, indem sie Schlagzeilen unserer Zeitung aus den vergangenen 25 Jahren über die SG vortrugen. Die Kolpingkapelle Lathen überraschte mit einem Ständchen und der Personalrat um seine Vorsitzende Andrea Schmees überreichte unter anderem ein Tafelbild, auf der sich alle Gäste verewigten. Für Unterhaltung sorgte außerdem Katharina Bueren von der Musikschule des Emslandes.

Weber, der seinen Eltern und seiner Grundschullehrerin Aloysia Krömer für das notwendige Rüstzeug dankte, räumte offen ein, dass er nicht immer bequem sei und auch seinen Mitarbeitern im Rathaus viel abverlange. Gleichwohl bezeichnete sich der Jubilar selbst als offen, ehrlich, direkt und verlässlich. „Ich stehe dazu, dass ich nicht immer pflegeleicht und ein Freund klarer Worte bin.“ Und doch könne man letztlich nur als Team stark sein.


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