Ohne Regelgruppe und Hort Neue Kita in Lathen wird reines Krippenhaus

Von Gerd Schade

In dem Gebäude der bisherigen Grundschule Lathen, die in den früheren Realschulkomplex umzieht, richtet die Gemeinde drei Krippengruppen ein. Foto: Maike Plaggenborg/ArchivIn dem Gebäude der bisherigen Grundschule Lathen, die in den früheren Realschulkomplex umzieht, richtet die Gemeinde drei Krippengruppen ein. Foto: Maike Plaggenborg/Archiv

Lathen. Die neue Lathener Kindertagesstätte in dem Gebäude der bisherigen Grundschule Heidswiemoor wird ein reines Krippenhaus mit 45 Plätzen für unter Dreijährige. Das hat der Gemeinderat ohne Gegenstimme beschlossen.

Bei einer Enthaltung (Julian Felthaus, SPD) entschied der Rat in seiner Sitzung am Donnerstagabend außerdem, die Einrichtung einer Hortgruppe zumindest für ein Jahr zurückzustellen. Grund sind die bisher geringen Anmeldezahlen (zwei) sowie die Diskussion auf Landesebene, Hortkinder in nachmittags leer stehenden Klassenräumen unterzubringen. „Mit derzeit zwei Anmeldungen besteht in der Gemeinde Lathen offenbar doch kein Bedarf an Hortplätzen“, stellte Gemeindedirektor Karl-Heinz Weber fest. Im Hinblick auf die Überlegungen des Landes erklärte er zudem, dass es wenig sinnvoll sei, jetzt etwas zu schaffen, was nachher nicht mehr nötig ist“. Eine Unterbringung von Hortkindern in Klassenräumen bedeuteten Synergieeffekte und weniger Kosten. Anita Ludwig (SPD), Vorsitzende der SPD/Grüne-Gruppe, hält nach eigenen Worten eine Betreuung von Hortkindern in Klassenräumen hingegen für „nicht optimal“.

Offenes Konzept nicht umsetzbar

Wie berichtet, sollten in der neuen Kita, deren Trägerschaft die Gemeinde übernimmt, außer einer Hortgruppe, zwei Krippengruppen sowie eine Regelgruppe eingerichtet werden. Nach dem Ratsbeschluss wird es dem Gebäude ausschließlich drei Krippengruppen geben – zwei neue und eine aus dem ebenfalls kommunalen Kindergarten Purzelbaum. Damit wird die neue Kita ein reines Krippenhaus.

Anlass für die neuen Überlegungen ist nach Angaben der Verwaltung, dass sich das „qualitativ hochwertige offene Konzept“ aus dem Kindergarten Purzelbaum bei der Schaffung von „nur“ einer Regelgruppe nicht auf die neue Kita übertragen lasse. Vielmehr würde bei dem Festhalten an dem ursprünglichen Konzept ein „Ein-Raum-Kindergarten“ geschaffen. Deshalb solle es in der neuen Kita keine Regelgruppe geben.

Krippengruppe zieht um

Einen weiteren Vorteil sieht die Verwaltung im Umzug einer Krippengruppe aus der Kita Purzelbaum in die Kita Heidswiemoor. Dies würde zu einer „Entlastung“ der Kita Purzelbaum führen, die derzeit sieben Gruppen umfasst. Zudem würde der Forderung des Landes nach maximal fünf Gruppen entgegengekommen. In die frei werdenden Räume könne die derzeit beengt untergebrachte altersübergreifende Gruppe umziehen. „Dies hätte zur Folge, dass durch den größeren Gruppenraum weitere Regelkinder aufgenommen werden könnten und gleichzeitig eine eigene Sanitäreinheit und Garderobe angeboten werden“, argumentiert die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage.

CDU-Ratsherr und stellvertretender Bürgermeister Gerd Thünemann lobte das Vorgehen. „Wir verbauen uns nichts“, sagte er im Hinblick auf den vorläufigen Verzicht auf Einrichtung einer Hortgruppe.