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14.03.2018, 17:18 Uhr KOMMENTAR

Erna-de-Vries-Schule in Lathen: Vermächtnis als Gegengewicht

Kommentar von Gerd Schade

2016 wurde das Areal vor dem Lathener Rathaus in Erna-de-Vries-Platz benannt. Foto: Aloys Schulte/Archiv2016 wurde das Areal vor dem Lathener Rathaus in Erna-de-Vries-Platz benannt. Foto: Aloys Schulte/Archiv

Lathen. Das Wirken und Arbeiten der Holocaust-Überlebenden Erna de Vries ist zu Recht bereits vielfältig ausgezeichnet worden. Und das nicht nur in Lathen, wo die 94-Jährige seit Langem zu Hause ist. Dass in ihrem Heimatort nach dem Rathausvorplatz nun auch die Grund- und Oberschule nach ihr benannt wird, ist ein weiteres richtiges und wichtiges Zeichen.

Unermüdlich hält Erna de Vries auch in gesegnetem Alter die Erinnerung an die Massenvernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten aufrecht. Sie gibt den Verstummten eine Stimme – hoffentlich noch lange.

Denn dieser Einsatz, dokumentiert durch inzwischen mehr als 400 Vorträge, davon viele an Schulen, ist und bleibt bei allem Respekt vor Lehrkräften lebendiger als jeder Geschichtsunterricht. Einzelheiten von de Vries’ Schilderungen aus dem Vernichtungslager Auschwitz beispielsweise über Berge von Leichen vor den Verbrennungsöfen lassen einem das Blut in den Adern gefrieren.

In einer Zeit, in der menschenfeindliche Strömungen ebenso ihren Platz haben wie fingierte Nachrichten und Holocaust-Leugner, ist das Vermächtnis von Erna de Vries ein Gegengewicht von unschätzbarem Wert.


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