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„Know-how-Zentrum“ für den Mittelstand Lathen: Ehemalige Transrapid-Ingenieure gehen mit eigener Firma im Gründerzentrum Emstal an den Start

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Messtechnik ist eine der Kernkompetenzen der neuen Firma AMEK im Gründerzentrum Emstal. Geschäftsführer Hans-Gerd Runde erläuterte der Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann und Vertretern der Samtgemeinde Lathen die Geschäftsidee und stellte einige Geräte vor. Foto: Aloys SchulteMesstechnik ist eine der Kernkompetenzen der neuen Firma AMEK im Gründerzentrum Emstal. Geschäftsführer Hans-Gerd Runde erläuterte der Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann und Vertretern der Samtgemeinde Lathen die Geschäftsidee und stellte einige Geräte vor. Foto: Aloys Schulte

Lathen/Niederlangen. Auf der Transrapidversuchsanlage (TVE) in Lathen ist der Testbetrieb seit Anfang des Jahres eingestellt. Wie und ob es dort weitergeht, steht in den Sternen. Sieben ehemalige Mitarbeiter der TVE haben nun selbst das Heft des Handelns in die Hand genommen und eine GmbH unter dem Namen IG AMEK gegründet.

Die Abkürzung steht für Automatisierung, Messtechnik, Entwicklung und Konstruktion. Die sechs Ingenieure wollen ihr über die Jahre erworbenes Fachwissen vor allem kleinen und mittelständischen Betrieben anbieten. Für den kaufmännischen Teil der neuen Firma zeichnet Manfred Albers verantwortlich. Er war lange Zeit Mitglied des TVE-Betriebsrates. In der Startphase hat die noch junge GmbH Büros im Gründerzentrum Emstal im Industriepark der Samtgemeinde Lathen an der Autobahn A31 in Niederlangen bezogen. Wie die beiden Geschäftsführer Bernhard Klaas und Hans-Gerd Runde beim Besuch der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann sagten, ist es insbesondere für kleinere Betriebe oft schwierig, bei Problemen mit Produktionsanlagen schnelle Hilfe zu bekommen. Runde: „Dann kommen wir ins Spiel. Wir sind zur Stelle, wenn es brennt.“

Die ehemaligen TVE-Ingenieure stehen zudem zur Verfügung, wenn passgenaue Lösungen zur Optimierung von Fertigungsabläufen in Unternehmen ohne eigene Entwicklungsabteilung gefragt sind. Das umfasse ein breites Spektrum an Soft- und auch Hardware für computergesteuerte Systeme, so Runde. Erste Kunden aus Lathen und auch aus Cloppenburg haben sich nach seinen Angaben bereits gemeldet.

Gitta Connemann sagte den Existenzgründern, die sie vom „langen Kampf um den Erhalt der Teststrecke“ kennt, ihre volle Unterstützung zu. „Ich habe größte Achtung davor, dass Sie so lange zum Transrapid gestanden haben und als hoch qualifizierte Fachkräfte trotz allem in Lathen bleiben wollen“, so Connemann.

Technische Innovationen

Wichtig sei in der Anfangsphase, den Bekanntheitsgrad der neuen Firma als „Know-how-Zentrum“ zu steigern. Dazu könne sie Hilfe bei der Kontaktaufnahme mit der Ems-Achse, dem Wirtschaftsverband Emsland sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK) anbieten. Das Emsland habe sich, was Innovationen auf technischem Gebiet angehe, inzwischen zu einem „kleinen Baden-Württemberg“ entwickelt. Da sei jedes neue Unternehmen ein weiterer Pluspunkt.

Als Geschäftsführer des Gründerzentrums begrüßte auch Lathens Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber den Entschluss der Ingenieure, im Emsland zu bleiben. Mit günstigen Mietkonditionen versuche die Samtgemeinde seit 2010, neuen Betrieben beim Start in eine erfolgreiche Zukunft behilflich zu sein. Zurzeit sind im Gründerzentrum auf einer Gesamtfläche von rund 2800 Quadratmetern sieben junge Unternehmen angesiedelt. „Damit sind wir voll ausgebucht“, so Weber.

Auf demnächst volle Auftragsbücher hoffen Hans-Gerd Runde und seine Mitgesellschafter. Im ersten Jahr könne niemand Wunder erwarten, ist Runde realistisch, aber schon 2013 soll die GmbH so viel abwerfen, „dass wir davon leben können“.


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