Arbeiten ohne Überprüfung gestartet Baustopp nach Austritt von Asbeststaub in Lathener Schule

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Die Arbeiten in der früheren Realschule ruhen zurzeit. Foto: Maike PlaggenborgDie Arbeiten in der früheren Realschule ruhen zurzeit. Foto: Maike Plaggenborg

Lathen. Bei den Umbauarbeiten in der früheren Realschule zur künftigen Grundschule ist einer der Räume saniert worden, obwohl dieser zuvor „nicht fachgerecht behandelt“ wurde. Nun muss das Ausmaß einer Asbest-Belastung festgestellt werden. Die Arbeiten ruhen derzeit.

„Das Gewerbeaufsichtsamt hat die Arbeiten gestoppt“, informierte Karl-Heinz Weber (CDU), Bürgermeister der Samtgemeinde Lathen, bei der Sitzung des Schulausschusses der Samtgemeinde Lathen. Die ausführende Firma sei zu schnell gewesen. Im Erdgeschoss hätte die Spachtelmasse und der Kleber zwischen den Deckenplatten teilweise Asbest enthalten. Dort sei es fachgerecht entsorgt worden, nicht so im Obergeschoss. „Untechnisch“ ausgedrückt müsse dort nun gesaugt und geputzt werden. „Eine Fachfirma reinigt das jetzt“, so Weber weiter. Die Entsorgung des belasteten Materials sei aus dem Obergeschoss, wo der entsprechende Bereich zuvor nicht überprüft worden sei, über das Fenster erfolgt. „Fraglich ist, ob der Staub im gesamten Gebäude ausgetreten ist.“ Zurzeit werden Proben im Acht-Stunden-Messbereich vorgenommen. Sie werden einem unabhängigen Labor übergeben, erklärte der Samtgemeindebürgermeister das weitere Vorgehen. Nach der Reinigung werde erneut gemessen und das Gebäude schließlich durch einen Gutachter freigegeben.

Kosten von 30.000 Euro

„Das ist sehr bedauerlich, dass es zu dieser Form gekommen ist“, sagte Weber und: „Das ist kein preiswertes Unterfangen“. Die Begutachtung habe 30.000 Euro gekostet. „Die Kostenträgerschaft des Verschuldens ist zu prüfen.“ Hinzu kommen Verzögerungen bei den Bauarbeiten. Weber hofft auf eine Fortsetzung der Arbeiten in 14 Tagen bis drei Wochen. „Ich bitte um Verständnis, dass zusätzlicher Aufwand für das Kollegium entstanden ist.“ Planmäßig hätte der Umbau bis zu den Osterferien fertig sein können. Für die kleine Grundschule, die zu einer neuen Kindertagesstätte mit Hort umgebaut werden soll, seien Probenentnahmen bereits erfolgt. Weber sprach von „Mehrkosten, die man vorab nicht kalkuliert hat“.

Die Gemeinde Lathen schafft mit den Umbauten am Standort der Grund- und Oberschule einen dritten Krippenstandort. Dafür wird die Grundschule in das Gebäude der früheren Realschule verlagert. Die Kosten belaufen sich nach jetzigem Stand auf etwa 1,3 Millionen Euro, die zur Hälfte über Fördermittel abgedeckt werden sollen.

(Weiterlesen: Rat in Lathen stimmt für dritten Krippenstandort)


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