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Blitz zerstört Oberleitungen Oberlangener warten drei Wochen auf Telefonreparatur

Von Maike Plaggenborg und Daniel Gonzalez-Tepper


mpl/dgt Oberlangen. Heiner Janssen und einige seiner Nachbarn in Oberlangen-Moor spüren noch immer die Auswirkungen des Sturmtiefs „Friederike“ vom 18. Januar 2018. An diesem Donnerstag schlug der Blitz in die Telefonleitung in seiner Straße ein. Die EWE tel und Telekom ließen sich seitdem viel Zeit, haben sich aber nun geregt.

„Ich dachte, der Fernseher schmilzt. Es war taghell in der Küche“, sagt Heinrich Decks aus Oberlangen-Moor. Sein TV-Gerät habe geglüht „wie ein Feuerball“. Er ist ein Nachbar Janssens, der Decks bei den Beschwerdeanrufen behilflich war. Decks Fernsehgerät nämlich blieb intakt, nur die Telefonanlage hat es – wie bei vier weiteren Nachbarn – zerschossen. Davon zeugen bei Janssen wie auch bei Decks verkohlte Stellen an Telefonbuchse und WLAN-Router. Gleich am Tag darauf habe Janssen den Schaden bei seinem Anbieter EWE tel gemeldet.

Den Blitzeinschlag bestätigte eine Sprecherin des Telefon- und Gasnetzkonzerns aus Oldenburg auf Anfrage. „Im Kienmoorweg hat ein Blitzeinschlag in einer Oberlandleitung dazu geführt, dass es bei unseren Kunden zu einem Ausfall von Telefon und Internet gekommen ist. Die Oberlandleitung liegt im Infrastrukturbereich der Telekom, auf dessen Nutzung wir angewiesen sind. Wir haben gleich nach Eingang der Störung einen Telekom-Techniker veranlasst, die Störung zu beheben.“

(Liveblog zum Nachlesen: Sturmtief Friederike fegt über unsere Region)

Auch fünf Tage nach der ersten Meldung bei EWE hatte sich noch immer nichts getan, so Janssen, der abermals beim Kundenservice anrief – von seinem Arbeitsort aus. Denn – wie der Oberlangener weiter berichtet – ist das Handynetz an seinem Wohnort so schlecht, dass sich kaum telefonieren lässt. Es wurde Hilfe für den Tag darauf zugesagt. Tatsächlich sei ein Techniker gekommen, der aber habe bloß die Leitungen durchgemessen. Der neue Termin lautete Samstag, 27. Januar, zwischen 8 und 12 Uhr. Und wieder: nichts.

Mehr als drei Wochen Funkstille

Janssen ist genervt. Seine Tochter steckt in den Abiturvorbereitungen und braucht dafür auch Zugriff auf das Internet. Der Oberlangener kann keine Online-Banküberweisungen mehr tätigen, muss mit dem Auto nach Lathen in eine Filiale fahren. Termin Nummer drei lautete: Freitag, 9. Februar. Janssen wendete sich zwischenzeitlich an seine Rechtsschutzversicherung, die ihm riet, der EWE tel eine Frist zu setzen. „Sie hätten sich eher melden müssen“, habe man ihm in der Hotline der Versicherung gesagt. Aber: „Man hat ja auch Verständnis wegen des Sturms“, sagt Janssen trotz des Ärgers über inzwischen drei Wochen Funkstille in der Leitung, der sich wiederum in der Verwunderung über diese lange Zeit entlädt: „Dass man so hinten angestellt wird. Was ich nicht gut finde, ist dieses Hinhalten“.

Zwar haben Techniker der Telekom irgendwann die Außenleitungen repariert, allerdings scheint der Schaden bis zum Verteiler an der nächsten Kreuzung gereicht zu haben, entnimmt er einem Gespräch mit den Fachleuten. Denn auch nach der Reparatur gab es für Janssen und die Nachbarn zunächst keinen Draht zum Internet oder in das Telefonnetz.

(Weiterlesen: Sturmtief Friederike zieht über das Emsland hinweg)

Am vergangenen Freitag hat ein Techniker dann tatsächlich den letzten Schaden repariert; Janssen kann wenigstens wieder telefonieren, vier Nachbarn ebenfalls. „Das hätte aus meiner Sicht schneller gehen müssen“, meint der Oberlangener, der jetzt nur noch seine Haustelefonanlage reparieren lassen muss, damit es auch wieder Internet gibt.

Eine Anwohnerin weiter ohne Anschluss

Lediglich bei Martina Stubben, die am End e der Straße wohnt, bleibt die Leitung weiterhin tot, trotz inzwischen sechs Technikerterminen. Dabei benötigt die Buchhalterin einen Zugang zum Internet aus beruflichen Gründen. Warum bei ihr kein Signal ankommt, weiß Stubben nicht. „Ich werde weiterhin an den Hotlines von Telekom und EWE für dumm verkauft und habe das Gefühl, beide schieben sich die Verantwortung hin und her“, sagt Stubben, die erwägt, Beschwerde bei der Bundesnetzagentur einzureichen.

Nach Angaben der EWE-Sprecherin gilt auch ihr Anschluss als störungsfrei. „Wir haben beide Leitungen – von Herrn Janssen und Frau Stubben – technisch überprüft und beide Leitungen sind funktionstüchtig. Bei Herrn Janssen besteht tatsächlich aktuell noch ein Problem mit der Hausverkabelung. Diese liegt im Verantwortungsbereich des Kunden, wir bieten aber gerne unseren Support an. Bei Frau Stubben liegt uns kein Hinweis vor, dass der Anschluss noch nicht wieder funktioniert. Wir bieten hier natürlich auch gerne unseren Support an, um mögliche Probleme bei der Hausverkabelung zu beseitigen. Wir sind mit den Kunden im Gespräch, um für sie eine gute Lösung zu finden.“