Amprion-Mobil vor Rathaus Info zu Erdkabel in Dörpen: Landwirte fürchten Bodenprobleme

Von Daniel Gonzalez-Tepper

Mehr als 40 Bürger haben sich im Infomobil des Netzbetreibers Amprion über den geplanten Verlauf der Erdkabeltrasse von Emden bis Osterath bei Düsseldorf informiert. Sie führt zwischen Rhede und Sustrum-Moor entlang der niederländischen Grenze und dann bei Nieder- und Oberlangen bis Haren. Hinten rechts im Bild Projektsprecher Jonas Knoop. Foto: Daniel Gonzalez-TepperMehr als 40 Bürger haben sich im Infomobil des Netzbetreibers Amprion über den geplanten Verlauf der Erdkabeltrasse von Emden bis Osterath bei Düsseldorf informiert. Sie führt zwischen Rhede und Sustrum-Moor entlang der niederländischen Grenze und dann bei Nieder- und Oberlangen bis Haren. Hinten rechts im Bild Projektsprecher Jonas Knoop. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Dörpen. Etwa 40 Bürger, und damit mehr als in Sögel und Haren, haben sich am Mittwochabend am Infomobil des Netzbetreibers Amprion über den Verlauf der geplanten Erdkabelstromtrasse durch das nördliche Emsland informiert. Vor allem Landwirte waren darunter, die Probleme mit den Böden befürchten, wenn das Kabel verlegt ist.

„Viele Landwirte umtreibt das Thema Bodenaushub“, berichtet Jonas Knoop, Projektverantwortlicher bei Amprion für die sogenannte A-Nord-Trasse, im Gespräch mit unserer Redaktion. Vorfahren der heutigen Landwirte haben vor 30 oder 40 Jahren, als beispielsweise eine Gasleitung durch das Emsland gelegt wurde, schlechte Erfahrungen mit derartigen Großprojekten gemacht, weiß Knoop. „Wir nehmen die Sorgen Ernst, können aber auch entgegnen, dass die von uns beauftragten Baufirmen Erfahrungen gemacht haben und die Fehler aus der Vergangenheit nicht mehr auftreten dürften“, so der Sprecher für das Amprion-Projekt.

Erfahrung mit Erdaushub im Münsterland gesammelt

Knoop nennt zwei Erdkabeltrassen im westlichen Münsterland (bei Borken und Raesfeld), die in der bei A-Nord geplanten offenen Bauweise mit einem etwa 35 Meter breiten Baufeld umgesetzt wird. Beides sind Testabschnitte in Sachen Erdkabel. Beispielsweise wurde dort bei der Rückverfüllung die Erde möglichst feinkörnig wieder eingebaut und genau darauf geachtet, dies in umgekehrter Reihenfolge des Aushubs zu machen. „Wir landen größere Grundstückseigentümer, die betroffen sein könnten, auch gerne ein, sich die Projekte dort anzusehen und mit dortigen Grundstückseigentümern zu sprechen“, so der Sprecher.

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An zwei Laptops und großen TV-Bildschirmen können sich die Besucher des Infomobils den von Amprion vorgeschlagenen Vorzugskorridor ansehen und näher „heranzoomen“, sodass bis auf einzelne Grundstücke genau der Verlauf sichtbar wird. Zwischen Emden und Rhede schlägt Amprion einen Verlauf durchs Rheiderland vor, weil die Alternativtrasse über Moormerland und Leer zwischen Ems und A31 etwa 30 Kilometer länger wäre und damit viele Millionen Euro Zusatzkosten verursachen würde. Ein Kilometer Erdkabel kosten laut Netzbetreiber zwischen sechs und zehn Millionen Euro. Ab Bunde bis etwa Sustrum-Moor verläuft die Trasse fast direkt an der niederländischen Grenze, weil laut Knoop dort bereits eine Gasleitung liegt. „An die können wir bis auf etwa zehn Meter heran“, so der Sprecher.

Ab Sustrum-Moor Richtung Osten

Ab Sustrum-Moor verlässt der Vorzugskorridor den Verlauf der Gasleitung und schwenkt Richtung Osten, weil zum einen die Dörfer Sustrum-Moor, Niederlangen-Siedlung und die Harener Ortsteile Rütenbrock, Erika und Altenberge dies notwendig machen. Außerdem soll bei Ober-/Niederlangen die Trasse der bereits im Bau befindlichen 380-kV-Leitung von Tennet aufgenommen werden. Das wiederum kritisiert Lathens Samtgemeinde-Bürgermeister Karl-Heinz Weber, der Grundstückseigentümer unnötig doppelt belastet sieht. Ein Alternativvorschlag von Amprion sieht zwischen Niederlangen und Haren einen Verlauf entlang der A31 vor. Der wäre allerdings etwas länger und hätte zwei „Verschwenkungen“.

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