Merkmale weisen auf Wolf hin Vermutlich Wolf am Dorfrand von Wippingen gesichtet

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Die Wippingerin Sabine Peters ist am Dienstagmorgen im Bereich  Zum Schoolbrink / Zum Turm am Rande des Dorfes vermutlich einem jungen Wolf begegnet. Die Merkmale des Tieres sprechen dafür, heißt es vom Wolfsbüro in Hannover. Screenshot: NOZ/Benjamin BeutlerDie Wippingerin Sabine Peters ist am Dienstagmorgen im Bereich Zum Schoolbrink / Zum Turm am Rande des Dorfes vermutlich einem jungen Wolf begegnet. Die Merkmale des Tieres sprechen dafür, heißt es vom Wolfsbüro in Hannover. Screenshot: NOZ/Benjamin Beutler 

Wippingen. In der Gemeinde Wippingen ist am Dienstagmorgen vermutlich ein Jungwolf am Rande des Dorfes gesichtet worden. Anwohnerin Sabine Peters hat das Tier mit ihrem Smartphone gefilmt. Das Wolfsbüro in Hannover teilte nach Ansicht des Videos mit, dass alle sichtbaren Merkmale auf einen Wolf hindeuten.

Sabine Peters hatte ihre beiden Söhne Noah (10) und Rafael (6) gerade zur Schule und dem Kindergarten in Wippingen gebracht, als sie den Wolf im Bereich Zum Schoolbrink / Pfarrer-Schniers-Sttraße erblickte. „Ich konnte es erst einmal nicht glauben, schließlich kennt man Wölfe ansonsten nur aus Wäldern und nicht in direkter Nähe zu einem Dorf“, berichtet die 42-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. Da sich der Wolf ihrem Fahrzeug näherte, entschloss sie anzuhalten. Das Tier kam dann ihren Angaben zufolge bis auf fünf Meter Nähe an ihr Auto heran. „Er hat sich sehr ruhig verhalten und war sehr zügig unterwegs“, berichtete Peters.

Video in Hannover geprüft

Erst vor zwei Wochen habe sie mit ihren beiden Söhnen im Fernsehen eine Dokumentation über Wölfe gesehen. „Daher wusste ich in etwa, wie sich Wölfe bewegen und war mir sofort sicher, dass es sich um einen handelt“, berichtet die Wippingerin. Als sich das Tier in Richtung der Straße Zum Turm und dem Neubaugebiet Arenbergstraße / Herzogstraße entfernte, in der Sabine Peters auch wohnt, entschloss sie sich, mit ihrem Auto hinterherzufahren. Etwa zehn Minuten beobachtete sie, wie der Wolf über die Felder taperte, kleinere Zäune übersprang und sich dann über das freie Feld in Richtung Renkenberge entfernte. „Leider bin ich erst zum Ende der Begegnung hin auf die Idee gekommen, die Begegnung zu filmen“, berichtet die Wippingerin.

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Dem Wolfsbüro in Hannover liegt das Video seit Mittwochvormittag vor. Es teilte am Mittag mit: „Unsere Experten haben sich das Video angesehen und sind zu folgendem Urteil gekommen: Alle sichtbaren Merkmale weisen auf einen Wolf hin.“ Als tatsächlichen Nachweis könne man das Video allerdings aufgrund seiner Qualität nicht werten. Eine Sprecherin vermutet, dass es sich um einen Jungwolf handelte, der sich derzeit auf der Suche nach einem eigenen Territorium und nach geeigneten Partnern für ein neues Rudel befindet. Das sei bei Jungwölfen aus den Vorjahreswürfen der Fall, die sich derzeit von ihrem elterlichen Rudel lösen. „Daher kann es grundsätzlich überall in Niedersachsen zu Wolfssichtungen kommen“, erklärt die Sprecherin.

Jungwölfe neugieriger als ältere Tiere

Die Mitarbeiterin aus dem Wolfsbüro gab auch Tipps, wie sich Personen verhalten sollten, die dem Wolf begegnen. „Er ist für den Menschen normalerweise ungefährlich. Wölfe meiden eher den Menschen als die durch ihn geschaffenen Strukturen. Das heißt, sie laufen nicht nur im Wald, sondern nutzen menschliche Strukturen wie zum Beispiel Wege. Insbesondere in der Dämmerung oder in der Nacht, manchmal aber eben auch tagsüber, können sie dabei auch durch Siedlungen oder an Ortschaften vorbeilaufen. Diese akzeptieren sie als Bestandteile ihres natürlichen Lebensraums.“ Junge Wölfe seien neugieriger als erwachsene Tiere. „Autos und Häuser werden vom Wolf nicht mit dem Menschen in Verbindung gebracht. Daher empfindet er sie nicht als Bedrohung und flüchtet nicht. Wichtig ist es Wölfe nicht zu füttern oder anzulocken“, berichtet die Sprecherin.

Von gerissenen Tieren im Raum Wippingen ist bisher nichts bekannt. Im Dezember 2017 hatte das Wolfsbüro aufgrund von DNA-Proben bestätigt, dass ein Wolf für den Riss von drei Schafen in Spahnharrenstätte am 25. November 2017 verantwortlich zu machen ist.

(Weiterlesen: Genprobe bestätigt Wolfsriss im Emsland)


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