Benefizessen, Infomobil, direkte Ansprache Lathener Förderverein für Helping Hands will mehr Präsenz zeigen

Von Gerd Schade


Lathen. Gut eineinhalb Jahre nach seiner Gründung hat der Lathener Förderverein für die humanitäre Hilfsorganisation Helping Hands ein erstes Etappenziel erreicht. Für den mit insgesamt rund 300.000 Euro veranschlagten Kauf des neuen Vereinsgeländes für die Helfer hat der Verein bislang rund 55.000 Euro eingeworben.

Dass der Vorstand aber nicht erwartet, dass es in diesem Tempo weitergeht, machte der Sprecher der Führungsriege, Lambert Fischer, während der ersten Jahreshauptversammlung des Fördervereins deutlich. „Eine solche Euphorie teilen wir nicht“, sagte Fischer. „Wenn es in acht bis zehn Jahren klappt, wäre das ein riesiger Erfolg.“ Wesentlicher Zweck des Vereins ist die Beschaffung einer neuen Unterkunft für Helping Hands. 2016 musste der Verein seine Zelte in Aschendorf abbrechen, weil die jahrelange Bleibe dort zunehmend abrissreif wurde. Fischer erinnerte zudem daran, dass es daraufhin die Idee von Josef Efken aus Neubörger gewesen sei, das Betriebsgelände des früheren Gastronomieservice-Unternehmers Antonius Köttker im Industriegebiet nahe der B 70 mithilfe der Volksbank Emstal zu kaufen. Am 28. Juli 2016 wurde der Förderverein aus der Taufe gehoben.

„Uns geht es um den Kauf der Immobilie“

Fischer machte in diesem Zusammenhang erneut deutlich, dass die Arbeit des Fördervereins (Geldspenden für das neue Domizil von Helping Hands sammeln) und die Arbeit von Helping Hands (Geld- und Sachspenden für humanitäre Hilfstransporte vorwiegend nach Rumänien sammeln) zwei verschiedene Paar Schuhe seien. „Uns geht es um den Kauf der Immobilie. Damit sprechen wir eine ganz andere Klientel an“, betonte Fischer und räumte ein, dass dieses Ziel in Zukunft klarer formuliert werden müsse.

Wildessen für Spender

Deshalb wolle der Förderverein in Zukunft auch mehr Präsenz zeigen und auch Benefizveranstaltungen etablieren. Als Beispiel nannte Fischer ein Wildessen für bis zu 150 Teilnehmer, die dafür einen Obolus in bestimmter Höhe entrichten müssten. Termin solle der letzte Freitag im Januar sein. Zudem will sich der Verein nach Angaben des Vorstandes ein Infomobil zulegen, mit dem er sich bei öffentlichen Großveranstaltungen präsentiere, um mit potenziellen Spendern persönlich ins Gespräch zu kommen – beispielsweise bei den Harener Püntetagen 2018 Mitte September. Darüber hinaus seien die Mitglieder wichtiger Multiplikatoren. Für weitere Ideen und Vorschläge, wie sich das Spendenaufkommen mehren lasse, zeigt sich Fischer offen. Angeregt wurde die Schaffung einer Homepage.

Bewunderung für humanitäre Helfer

Der Arbeit von Helping Hands um den Vorsitzenden Hansi Brake zollte Fischer, der zusammen mit Efken das Vorsitzendenduo des Fördervereins bildet, höchsten Respekt. Was die Helfer leisteten, sei bewundernswert und „hammerstark“. Damit meinte Fischer nicht nur die Hilfstransporte, sondern auch die „logistische Glanzleistung beim Umzug von Aschendorf nach Lathen “.

Brake berichtete dem Förderverein, dass Helping Hands am neuen Standort inzwischen „den Durchbruch“ geschafft habe. Nach seinen Worten rollten täglich rund 40 Autos mit Sachspenden auf das Gelände an der Hermann-Kemper-Straße – verstärkt beispielsweise auch aus Haren und Wesuwe. „Mittlerweile sind wir auch hier so stark, wie wir es in Aschendorf waren“, betonte Brake. Die Kontakte zu den Spendern dort seien aber nicht abgerissen.

Erdbeerfest mit Schlagerparade

Wie Brake weiter mitteilte, werde sein Verein auf dem Areal künftig vier Großveranstaltungen pro Jahr auf die Beine stellen: ein Erdbeerfest mit Schlagerparade (auf der vereinseigenen Bühne), einen Flohmarkt mit Spanferkelessen, das Herbstfest sowie eine Adventsfeier. „Die Leute werden kommen“, ist sich Brake sicher. Das einzige Problem seien fehlende Parkplätze. Vor den Mitgliedern des Fördervereins und dessen Arbeit verneige er sich. Der nächste Hilfstransport nach Rumänien wieder mit sechs 40-Tonnen-Lkw ist für den 19. April geplant.

Dass die humanitäre Arbeit so erfolgreich laufe, sei auch ein Verdienst Gottes, betonte der gläubige Vorsitzende. Brake: „Gottvater ist unser Aufsichtsratsvorsitzender. Und wenn du den hast, dann löppt dat!“