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Neuer Gemeindedirektor kündigt weitere Projekte an Gemeinde Lathen setzt Ärzteversorgung auf Agenda für kommendes Jahr

Von Kristina Müller | 04.12.2019, 18:08 Uhr

Seit rund einem Monat ist Helmut Wilkens Lathens neuer Samtgemeindebürgermeister. Bei der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres ist er nun mit Urkunde und vielen Blumensträußen auch offiziell in das Amt des Lathener Gemeindedirektors berufen worden.

"Ich habe es schon im Wahlkampf gesagt: Ich möchte Samtgemeindebürgermeister mit Herz und Verstand werden. Das nehme ich auch für das Amt des Gemeindedirektors in Anspruch", sagte er zu seiner Ernennung.

Vor ihm und der Gemeinde lägen noch viele Aufgaben, die erfolgreicher angepackt werden könnten, "wenn es uns gelingt, das durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in Angriff zu nehmen". Dabei betonte er, dass ihm auch eine Offenheit gegenüber "anderen Lösungen" wichtig sei, er aber in Zukunft daran glaube, Entscheidungen nur auf eine breite Basis zu stellen. "Wir müssen gemeinsam aktiv daran arbeiten, dass wir Lathen weiterentwickeln. Solange eine Kritik konstruktiv ist, dann können wir auch kritischen Stimmen etwas positives abgewinnen", so Wilkens weiter.

"Austausch nicht widerspruchsfrei"

Dass die Opposition sich mit Kritik nicht zurückhalten werde, kündigte Anita Ludwig, Vorsitzende der SPD/Grünen-Gruppe, schon im Vorfeld an: "Wir können nicht versprechen, dass unser Austausch immer widerspruchsfrei verlaufen wird. Aber wir hoffen, dass die Werte der Fairness und des gegenseitigen Respekts einen Rahmen bieten, der auch Auseinandersetzungen verträgt."

In seinem Jahresrückblick kündigte Wilkens sogleich einige Projekte an, die im nächsten Jahr in Angriff genommen werden sollen. Dazu zählt der Familienpass, der einkommensschwachen Familien diverse Ermäßigungen sowie finanzielle Angebote bietet, dessen Nachfrage seit 2014 jedoch stetig gesunken ist: Waren es damals noch 48 dieser Pässe, die ausgegeben wurden, so sind es in diesem Jahr noch fast die Hälfte. "Da sollten wir durchaus die Werbetrommel im nächsten Jahr rühren", regte Wilkens an.

Radweg zwischen Lathen und Sögel

Auch beim Ferienpass ist die Nachfrage deutlich eingebrochen, das liegt Wilkens zufolge zum einen daran, dass dieser seit 2016 elektronisch verfügbar ist. Zum anderen schlug er vor, diesen inhaltlich zu überarbeiten, da sich die Interessen der Kinder und Jugendliche verändert haben.

Als weiteres Projekt sei geplant, einen Radweg zwischen Sögel und Lathen zu etablieren, der entlang der Bahnstrecke der ehemaligen Hümmlinger Kreisbahn führen soll, allerdings nur am Wochenende nutzbar wäre.

Ärztliche Versorgung sicherstellen

Der Schwerpunkt werde im kommenden Jahr allerdings auf der Gesundheitsversorgung liegen, kündigte Lathens Bürgermeisterin Luise Redenius-Heber (CDU) an. Wie sie im Anschluss an die Sitzung auf Nachfrage berichtete, möchte einer der niedergelassenen Allgemeinmediziner aufhören, sodass die Gemeinde nun nach einem Nachfolger suche und derzeit schon viele Gespräche führe. Um die Versorgung durch die sechs hausärztlichen Praxen auf Dauer sicherzustellen, müssten gute Lebensbedingungen auch für junge Ärzte und auch finanzielle Anreize geschaffen werden, wie Wilkens ergänzt. Dazu sei die Gemeinde bereits in Gesprächen.