Ein Artikel der Redaktion

Weihnachts-Differenzen Carsten Höfer erklärt in Borgloh Fest der Liebe

Von Frank Muscheid | 07.12.2015, 11:54 Uhr

Auch Mario Barth und andere Komiker bedienen sich kräftig daraus, und doch scheint die Beziehungskiste Mann-Frau unerschöpflich – wie der Nachschub an Weihnachts-Deko-Ideen. Damit der die Beziehung kurz vor Heiligabend nicht plättet, hat Gentleman-Kabarettist Carsten Höfer am Sonntagabend 200 begeisterte Zuschauer in der Aula der Oberschule Hilter-Borgloh „aufgeklärt“. Eingeladen zum „Weihnachtsversteher“ hatte der Förderverein der Oberschule.

„Wir finanzieren mit dem Überschuss Projekte wie den Druck der Schulchronik, die Native Speaker-Englischwoche oder die Chorfreizeit“, sagte Vorsitzende Sabine Prange, die gemeinsam mit einem Team um Mareile Buck, Stefan Schulte, Ralf Ackermann und Thomas Spreckelmeyer adventliche Stimmung und Theken-Versorgung in der Aula sicherstellte.

Neben voll besetzten Stuhlreihen sorgte der Einspieler des gebürtigen Esseners Höfer vom Start weg für gute Laune. Mann: „Du redest ohne Punkt und Komma“. Frau: „Du willst es immer nur praktisch, dir geht es überhaupt nicht mal um ein bisschen Ästhetik.“

Verliebt oder Bonsai-Mann?

Wer aufmerksam über die Weihnachtsmärkte gehe, der könne sie unterscheiden – die frisch verliebten Männer, die mitgingen, weil sie überall hin wollten, wo ihre Holde sei, so Höfer. Und die „Bonsai-Männer“, die sich geduckt hätten und sich mit viel Schnaps von Weihnachtsbüdchen zu Weihnachtsbüdchen hangelten – um Beziehungs-Stress vorzubeugen. Carsten Höfers Männer sind von der Emanzipation der Frauen Getriebene. Dabei bediente er genüsslich Geschlechter-Klischees.

Baumärkte männlich strukturiert

Höfer stärkte den „beziehungsintegrierten“ Männern im Weichspülgang den Rücken. Denen war offenbar zugute zu halten, dass sie unkomplizierter sind. Das sei zu erkennen am Baumarkt, dessen Aufbau „männlich“ sei – ein Mittelgang, von dem rechtwinklige Seitengänge abzweigen. Zudem gäben klare Beschriftungen wie „Eingang“ und „Ausgang“ Orientierung. „Der Eingang ist zugleich der Ausgang“, betonte Höfer. „Das gibt dem Mann Sicherheit.“ Wenn Panik oder ein Feuer ausbreche, wisse der genau, wo es hingeht. Und ganz wichtig: Er sei schnell durch – einmal Reposal-Kommode und Schnäppchen-Krippe „mit voller Belegschaft“ eingekauft, und der Mann habe mit einem Einkauf alles im Sack, was für Weihnachten nötig ist. Plastik-Krippenfiguren hielten schließlich ewig.

Ikea ist weiblich

Ganz anders laufe das in einem gewissen schwedischen Möbelhaus: Das sei nämlich weiblich, durch ein auf lange Verweildauer ausgelegtes „Labyrinth“ . Und die Kommode, die der Mann entweder halt kaufe oder da lasse, beschäftige die Frau über wiederholte Besuche und gefalle ihr mit jedem Mal anschauen ein bisschen besser. Anders der Ehemann: Wie macht die das, frage sich der Mann, das sei doch „immer noch dieselbe s... Kommode wie im März“. Danach gehe es in die Untiefen der Weihnachtsdeko-Abteilung, wo der Mann sich verschüchtert am Einkaufswagen festhalte, während die Frau „plötzlich weg“ sei, um verrostete Weihnachtssterne zu „erbeuten“.

Fußball sei viel besser, denn: „Da muss der Mann nicht mitmachen.“ Da könne er von der Seitenlinie aus kommentieren. Während er an Heiligabend plötzlich mittendrin sei und gegen eine von der Schwiegermutter angeführte Abwehr antrete.

Vorsicht vor Deko-Kerzen

Höfer ist ein genauer Beobachter, der sich nicht vor derben Zoten etwa rund um Augencrèmes und deren Anwendungen an männlichen Körperstellen scheut. Sein Tipp: Niemals Deko-Kerzen tatsächlich anzünden. Wenn dem Nikolaus das Wachsgesicht wegbrenne, verweigere die Frau bis nächstes Jahr den Sex. Diese Mischung ergab einen witzigen Abend ein bisschen wie bei einer Weihnachts-Chaos-Komödie: Hinterher ist man froh, wenn es zu Hause nicht ganz so schlimm ist.