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Um die Welt zum Miteinander Heiteres Sommermusical der Süderbergschule Hilter

Von Petra Ropers | 13.07.2014, 17:01 Uhr

Ihre Klamotten sind total seltsam. Ständig hat sie dieses „Krawalldingsbumms“ zum Trommeln dabei. Und dann weiß sie noch nicht einmal, woher sie überhaupt kommt. Nein, mit der Neuen in ihrer Spielzeugkiste wollen Marthas Kuscheltiere nichts zu tun haben: Mit „Felicitas Kunterbunt“ präsentierten Theater-AG, Chor und Konga-AG der Süderbergschule ein heiteres Musical mit Tiefgang.

Sie sind eine eingeschworene Clique: Der Detektiv Franz Findig, der Fuchs Schlaumi, der Bär Bertram, Hamster Helmar und der kleine Hase haben sich in ihrer Spielzeugkiste bestens eingerichtet. Die Neue stört da nur.

Und überhaupt ist sie völlig anders und irgendwie merkwürdig. Außerdem hat Martha nur noch Augen für die kunterbunte Felicitas. Für die Kuscheltiere sind das mehr als genug Gründe, der Neuen die kalte Schulter zu zeigen.

Ausgrenzung, Intoleranz, Gruppendynamik und der oft steinige Weg aufeinander zu: Es sind ernste Themen, die das Musical „Felicitas Kunterbunt“ kindgerecht und anschaulich verarbeitet. Insgesamt 22 junge Darsteller der dritten und vierten Klassen standen dazu unter der Regie von Monika Leimbrink und Susanne Rose-Haunhorst auf der Bühne. Musikalisch unterstützt wurden sie vom Chor der ersten und zweiten Klassen unter der Leitung von Michael Grünewald und von der Konga-AG, geleitet von Richard Rau.

Ein halbes Jahr lang bereiteten sich die Darsteller und Sänger auf die Aufführung vor. Sogar in den Pausen übten sie ihre Texte und Lieder: „In der ganzen Schule hat man überall Eisbären und Kängurus gehört“, freute sich Schulleiterin Elisabeth Wroblowski über das Engagement der jungen Künstler. Das Ergebnis der intensiven Probenarbeit lockte am Freitag zahlreiche Besucher in die Ulrich-Rau-Sporthalle.

In dem Stück weisen Franz Findig, Schlaumi, Bertram und Helmar die zaghaften Annäherungsversuche der Neuen barsch ab. Nur der kleine Hase hat Mitleid mit der Neuen. Den Anführern seiner Clique ist er jedoch nicht gewachsen. Eindringlich führte das Sommermusical der Süderbergschule die Folgen von Ausgrenzung und Intoleranz vor Augen. Traurig stand Felicitas am Bühnenrand im Abseits, während sich die Kuscheltiere gegenseitig aufhetzten.

Erst als der Zauberer Rabador (Lya Dieckmeyer) ihnen selbst den Weg nach Hause versperrte, merkten sie auf. Doch es brauchte eine Reise um die Welt, zu fremdartigen Tieren und zu Menschen unterschiedlicher Nationalität, Religion und Hautfarbe, um zu erkennen: „Es ist nicht wichtig, wer oder was wir sind, sondern wie wir miteinander umgehen!“

Diese Erkenntnis gaben die Kinder mit ihrer engagierten Aufführung am Ende auch ihren erwachsenen Zuschauern mit auf den Heimweg.