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Osterfeuer im Südkreis 3500 Besucher beim Osterfeuer der Landjugend Borgloh

Von Stefanie Preuin | 06.04.2015, 16:04 Uhr

Hilter/Georgsmarienhütte/Bad Iburg. Wo am Morgen noch der Osterhase hoppelte, verbreitete sich am Abend wohlige Wärme und Volksfeststimmung. Zahlreiche Osterfeuer wurden im Südkreis entzündet und das Brauchtum im Familienkreis oder zu Tausenden begangen. Für jeden Osterfreund war die passende Veranstaltung dabei, ob in Borgloh, Sentrup oder Oesede.

Oesede: Mit einer Andacht begann die Kolpingsfamilie Oesede den Abend auf dem Hof Gröne besinnlich. Pfarrer Reinhard Walterbach sprach über die eigentliche Botschaft an diesem Feiertag: „Der Sieg der Liebe über den Tod – so macht es auch das helle Feuer in der dunklen Nacht deutlich.“ Reinhard Walterbach hatte die Osterkerze im Gepäck, damit der „Feuerbeauftragte“ Clemens Gröne das Osterfeuer traditionell entzünden konnte. Das Feuer loderte und strahlte angenehme Wärme am Hang des Hofes aus, bestaunt von rund 150 Oesedern. Nach dem Genuss von Stockbrot und Würstchen, freuten sich die Kleinsten über bunte Eier. Ein besonderer Gruß der Kolpingsfamilie, die ihr Osterfeuer als familiäre Veranstaltung sieht. Die Vorsitzenden Markus Debbrecht und Annemarie Schierhölter-Weber freuten sich über die Veranstaltung. „Es ist eine tolle Sache, dass wir das Osterfeuer seit Jahrzehnten zusammen feiern und den Abend ruhig ausklingen lassen können“, erklärte Schierhölter-Weber.

Borgloh: Weniger ruhig ging es hingegen in Borgloh zu. Die Landjugend organisierte das mittlerweile legendäre Osterfeuer auf dem Hof Böckmann, das sich in den letzten Jahren zu einer der größten Zeltparties im Landkreis entwickelt hat. Mit zahlreichen Helfern schichteten sie einen acht Meter hohen und 15 Meter breiten Haufen auf. Schon in den vergangenen Tagen lieferten die Nachbarn geschnittene Sträucher, aber rund 200 Tannenbäume machten den Großteil des Feuers aus. Mit Hilfe von Strohballen entflammte das imposante Osterfeuer schnell. Gemütlich standen die jungen Borgloher rund um das Feuer, das zügig, also nach Plan der Landjugend, abbrannte. Bevor die Party im 1800 Quadratmeter großen Zelt richtig anfing, sollte schließlich jede helfende Hand an ihrem Arbeitsplatz sein.

„Die Veranstaltung heißt zwar Osterfeuer, aber ich würde behaupten, dass die meisten Leute nichts vom Feuer sehen und nur zur Party kommen“, erklärte Henrik Meyer zu Allendorf von der Landjugend. Der Grundsatz, dass die feierwütigsten Gäste erst nachts auftauchen, bewahrheitete sich auch hier. Je später der Abend und niedriger das Feuer, desto mehr Borgloher kamen. Aber nicht nur die. „Es kommen auch Leute aus Münster, Herford und natürlich aus Osnabrück zur Party“, berichtete Organisator Christian Rammert. Gegen Mitternacht war das Zelt proppenvoll. Die Band „Faders Up“ wechselte sich musikalisch mit DJ Matze von der Showdisco Starlight ab und servierte den illustren Gästen einen Hit nach dem anderen. Hinter der Zeltparty mit rund 3500 Gästen steckte auch in diesem Jahr ein immenser Aufwand. „Die aufgebaute Beleuchtung kann man sicherlich aus dem Weltall sehen“, scherzte Henrik Meyer zu Allendorf. Auch die Beschilderung und andere Aufbauten hielten die jungen Borgloher in den letzten Tagen auf Trab. „Für den Auf- und Abbau brauchen wir insgesamt zwei Wochen. Es ist erstaunlich, wie eine Party mit 800 Gästen über die Jahre zur Großveranstaltung wird“, meinte Christian Rammert mit der Erfahrung aus den letzten 16 Jahren. Bis in die Morgenstunden tanzten die Partygänger über die Planken, stillten die durstigen Kehlen in der „Heart Bar“, feierten sich selbst, die Landjugend Borgloh und Ostern.

Sentrup: Während in Borgloh die Stimmung erst richtig hoch kochte, kehrte in Sentrup beim Osterfeuer des Wandervereins Teutoburg (WVT) schon Ruhe ein. Auf dem Hof Bührs/Brinker zündelte das Osterfeuer in einem überdimensionalen Feuerkorb. Immer wieder sorgten die Mitglieder des Vereins für Nachschub, besonders die Kinder freuten sich an der Glut. „Wir wollen den Brauch am Leben erhalten“, erklärte Vorsitzender Stefan Jupe, „wir haben viele Familien mit Kindern hier, die Variante mit dem Korb ist ideal.“ Zur Stärkung gab es reichlich Getränke und Bratwurst. 150 Würstchen wurden in der ersten Stunde verkauft, freuten sich die Grillmeister des Vereins. Rund 150 Sentruper folgten dem Geruch des Feuers. Katrin Korbel war mit Freundin Tanja Ossege zum Feuer gekommen, beide waren sich einig: „Wir sind hier, weil wir hierher gehören.“

Der Südkreis war vielerorts entflammt, das vielseitige Angebot lockte Tausende zu kleineren und größeren Feuern und Partys.

Natrup: Einen besonders schönen Ausblick genossen die Mitglieder des Schützenvereins Natrup. Die untergehende Sonne tauchte den Horizont in ein malerisches Licht. Die Schützen Frederik Warning und Patrick Rüter versichterten: „Auf dem Burbrink ist es immer so schön, nicht nur am Ostersonntag.“