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Früher Kohlebergbau Aus der Luft betrachtet: Grundschule und Sporthalle in Wellendorf

Von Petra Pieper | 29.05.2013, 23:02 Uhr

Eingebettet in eine parkähnliche Landschaft aus Rapsfeldern und Wohngärten um Ein- und Zweifamilienhäuser, liegen die Grundschule Wellendorf, die noch relativ neue Sporthalle – Baujahr 2004 – sowie zwischen ihnen die ehemalige Schulturnhalle, die inzwischen vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) genutzt wird.

Das Gelände befindet sich ein Stück südöstlich des Kreisels an der ehemaligen B68, im Winkel zwischen Osnabrücker und Iburger Straße, von der in der oberen linken Bildecke ein Zipfel zu erkennen ist. Die Zufahrt zur Sporthalle erfolgt von der Iburger Straße über die Westerheide und die neue Straße Hermannschacht (in der oberen Bildmitte). Aus Gründen der Verkehrsberuhigung ist die Durchfahrt auf die rechts unten im Bild erkennbare Ernst-August-Straße normalerweise durch Poller versperrt; allerdings kann die Gemeinde bei Großveranstaltungen die Sperre aufheben und eine Einbahnstraßenregelung einrichten.

Die Sporthalle wird im Allgemeinen vormittags von der benachbarten Grundschule sowie zweimal wöchentlich auch von Schülern der Realschule Hilter in Borgloh genutzt, die ganz unkompliziert mit dem Linienbus anreisen; nachmittags und abends nimmt die Sportgemeinschaft Hankenberge/ Wellendorf die Halle in Beschlag. Von Fußball über Turnen, Tischtennis, Gymnastik, Volleyball und Karate bis hin zu verschiedenen Tanzgruppen reicht das Angebot für die Vereinsmitglieder.

Die alte Turnhalle ist heute das Domizil des DRK-Ortsvereins Borgloh/Wellendorf, der das von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Gebäude in Eigenarbeit umgebaut hat, dort heute seine Fahrzeuge unterstellt und einen Schulungsraum betreibt.

Ältestes Gebäude

Der alte Baumbestand auf dem angrenzenden Schulhof gibt einen Hinweis darauf, dass die Grundschule das älteste Gebäude auf diesem Foto ist. Ihr Haupthaus, das gelb gestrichene zweistöckige Gebäude mit der schwungvollen Welle an der Schmalseite, wurde 1937 errichtet. Und zwar, so weiß es der Geologe Horst Grebing, aus Abbruchsteinen einer nur im Rohbau fertiggestellten, aber nie in Betrieb gegangenen Brikettfabrik neben dem Bahnhof.

Wellendorf – davon geben auch die Straßennamen Zeugnis – war in der Vergangenheit Zentrum einer vom Kohlebergbau geprägten Region. Im Limberg im angrenzenden Hankenberge wurde bis 1903 Steinkohle abgebaut und über den Wellendorfer Bahnhof abtransportiert, und im Gebiet zwischen Wellendorf, Ebbendorf und Borgloh war die Zeche Kronprinz mit Unterbrechungen sogar bis 1963 als letzter Kohlebergbau Niedersachsens in Betrieb. Rund 80 Schächte sind namentlich bekannt. Der Straßenname Hermannschacht erinnert an einen Versuchsschacht, der dann aber nicht zum Kohleabbau, sondern zur Wasserversorgung der umliegenden Gebäude Verwendung fand.

Zunächst Einraumschule

Vermutlich war der durch die Kohleförderung und den Bahnhofsbau 1886 bedingte wirtschaftliche Aufschwung ausschlaggebend für den Bau der „Katholischen Volksschule“ in Wellendorf. Damals arbeiteten allein 200 Bergleute in der Zeche Hilterberg am Limberg. Und ab 1891 unterrichtete erstmals ein Lehrer in einer Einraum-Schule im Bereich „Schlehdorn“ unterhalb des Bahnhofs die Wellendorfer Kinder. Ludwig Möller, der bis 1931 mit Autorität und wohl auch mit dem Rohrstock für Ordnung sorgte, ist bis heute als starke Lehrerpersönlichkeit in Erinnerung geblieben.

Schon 1897 wurde das erste Schulhaus zu klein. Man baute direkt daneben zwei Räume und beschäftigte bereits zwei Lehrer, bevor es 1937 zu der großen Lösung mit dem Bau des Schulhauses an der Straße nach Borgloh kam. Hier gab es anfangs vier Räume und vier Lehrer, für 1946 ist die Zahl von 236 Schülern überliefert. 1968 wurden zwei Klassenräume angebaut; bis dann irgendwann die Schülerzahlen sanken. Weitere Umbauten erfolgten 2001, nachdem die Schule zur verlässlichen Grundschule mit einem konstanten Betreuungs-Zeitrahmen von 7.30 bis 13 Uhr wurde. Bereits 1999 hatte die Schule ihre Konfessionsgebundenheit abgelegt.

Geburtenboom

Nach einem, wie Fachbereichsleiter Ulrich Rüter von der Gemeindeverwaltung Hilter befindet, „atypischen, aber sehr willkommenen Geburtenboom“ besuchen derzeit 105 Kinder die eigentlich einzügige Grundschule . Es mussten sogar vorübergehend Container aufgestellt werden, weil es zurzeit sieben Klassen gibt. Dennoch ist die Schule eine „kleine Schule“ geblieben, aber eine, die ihren Schülern „große Chancen“ bietet, wie Schulleiterin Christine Kelly unterstreicht: „Alles ist klein und überschaubar, wohnortnah, man kennt sich und fühlt sich wohl. Die Schülerschaft ist angenehm, die Eltern und der Förderverein unterstützen uns aktiv – besser geht’s nicht.“

Dieses Motiv ist in den Geschäftsstellen der Neuen OZ in Osnabrück (Große Straße und Breiter Gang) sowie in Georgsmarienhütte (Am Rathaus 12) erhältlich. Ein Abzug (20 x 30 cm) kostet 14 Euro, das Format 40 x 60 cm 26,50 Euro.