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Erstmals als „Das Konzert“ Borgloher Blasorchester nimmt live Fahrt auf

Von Horst Troiza | 26.02.2017, 16:32 Uhr

Das Blasorchester Borgloh machte bei seinem Konzert in der Sporthalle vom ersten bis zum letzten Ton wieder mächtig Dampf. Die bestens aufgelegten Musiker präsentierten dem Publikum Blasmusik in traditioneller und moderner Ausführung.

Was früher das Frühlingskonzert war, wird heute in Borgloh schlicht „Das Konzert“ genannt. Folgerichtig, wenn auch grammatikalisch neben der Spur, begrüßte Moderator Andre Kaumkötter das Publikum in der restlos ausverkauften Sporthalle dann auch mit den Worten „Willkommen zu das Konzert“ und erntete allenthalben vergnügtes Schmunzeln.

Volldampf vom ersten Ton an

Danach machten die mehr als 40 Musiker unter der Leitung von Stefan Pohlmann auf der Bühne ernst und legten mit Volldampf und ihrem Erkennungsstück „In treuer Freundschaft“ los. Fanfare, Schlagzeug und dann die ganze Truppe – den Marsch hört man in Borgloh liebend gern. Die Stimmung im Saal nahm gleich Fahrt auf und sollte sich bis zum Ende noch einige Male steigern. Es folgte „High Society“, das von der Polka „Rosamunde“ abgelöst wurde.

Moderator Kaumkötter, der sich bei dieser Aufgabe mit Eva-Maria Uthoff abwechselte, nahm danach das Publikum in die Pflicht. Detailliert erklärte er, wie mit den Armen untergefasst werden sollte, damit bestimmte Bewegungsabläufe des Oberkörpers erzielt werden konnten. Schnell war klar, dass es sich um eine Aufforderung zum Schunkeln handelte, allerdings nicht um die karnevalistische, sondern um die walzerhafte Variante. Das war dann der Auftakt zu einem wahrhaft beschwingten Programmteil, das Blasorchester wandelte gekonnt und mit viel Hingabe auf den Spuren André Rieus.

Erst keltisch, dann funky

Das Orchester bewies auch im weiteren Verlauf seine Wandlungsfähigkeit. „Celtic Ritual“ und „Einzug der Bulgaren“ lagen stilistisch weit auseinander, doch die Musiker bewiesen Feingefühl und trafen jeweils den richtigen Ton. Funky wurde es bei einem Medley von Erkennungsmelodien von Fernsehserien der 80er Jahre. Mit der Unterstützung der Sänger Yannik Gräf, Karina Linnemann und Heike Niederwestberg begab sich das Orchester anschließend in Musical-Gefilde und präsentierte Melodien aus „Les Miserables“.

Nach der Pause waren die „Minis“ dran. Der Nachwuchs , ebenfalls von Pohlmann angeleitet, spielte munter auf. Lara Hörmeyer und Hannah Pohlmann moderierten den Auftritt, der aus drei Titeln bestand, und vom Publikum mit viel Applaus bedacht wurde. Im Anschluss nahmen die Erwachsenen wieder auf der Bühne Platz. Sie knüpften mit „Hardt o handle“ und „Symphonic Marches“ nahtlos an die Leistung vor der Unterbrechung an.

Rudelsingen angesagt

Dann aber war das Publikum wieder dran: Rudelsingen war angesagt. Vier Titel, darunter „Da sprach der alte Häuptling“ und „Ich war noch niemals in New York“ und die Konzertbesucher gingen steil. Die Stimmung war fast nicht mehr zu toppen. Zum Ende gab es eine tolle „Pur Selection“ zu hören und die Zugabe „Song of Joy“, bei dem das Gesangstrio wieder mit auf der Bühne stand. Und als die Musiker dann verdientermaßen die Instrumente aus der Hand legten, wurde es in Borgloh noch immer nicht still. Die After-Show-Party hielt die Besucher in der Halle und es wurde bis weit nach Mitternacht weitergefeiert.