Bundestagswahl wird simuliert Erstmals U18-Wahl an der Oberschule in Hilter

Von Kathrin Pohlmann

Politik aus dem echten Leben bekamen die Schüler von Bürgermeister Marc Schewski in der Aula der Schule vermittelt.

            

              
                Foto: Hermann PentermannPolitik aus dem echten Leben bekamen die Schüler von Bürgermeister Marc Schewski in der Aula der Schule vermittelt. Foto: Hermann Pentermann

Hilter/Bad Laer. An der Oberschule in Hilter findet erstmals eine U-18-Wahl statt. Auch in anderen Gemeinden wird die Bundestagswahl an Schulen simuliert, um Jugendlichen unter 18 Jahren eine Stimme zu geben und bei ihnen Interesse für Politik zu wecken.

Zum ersten Mal wird die Oberschule Hilter eine U-18-Wahl durchführen. Am Freitag, 15. September, werden die Schüler und die anderen Teilnehmer der Initiative an die Urnen gehen – bundesweit.

Geheime Wahl

In Hilter stehen den rund 240 Schülern von 8 bis 12 Uhr die Wahlkabinen in der Aula der Schule offen. Bei der U-18-Wahl wird die Bundestagswahl für Schüler, die noch nicht wählen dürfen, simuliert. Nach Angaben der Oberschule sollen sie so lernen, sich am politischen Geschehen zu beteiligen und mit Politik auseinanderzusetzen. „Es darf nicht sein, dass es euch egal ist, was in Berlin oder im Rathaus passiert“, sagte Bürgermeister Marc Schewski. Er gab den Schülern vorab Nachhilfe in Sachen Politik, erklärte Grundlagen der Kommunalpolitik und wie sich Jugendliche schon jetzt in der Gemeinde engagieren können.

Wie im echten Leben wird die Wahl geheim durchgeführt. Auf dem Wahlzettel stehen alle Parteien, die sich auch für die Bundestagswahl aufgestellt haben. Die Stimmen werden abschließend online nach Berlin verschickt, wo der Hauptsitz der Organisatoren der Wahl ist. Sie werten die Stimmzettel aus.

Ergebnisse geheim

Das Ergebnis wird im Netz veröffentlicht, aber nur, wenn es mindestens drei Teilnehmer aus einem Wahlkreis gibt. Sonst könnte die Gefahr bestehen, dass Wähler identifiziert werden könnten, so eine Mitarbeiterin der Initiative. An der U-18-Wahl nehmen neben Hilter auch die Stadt Osnabrück und die Samtgemeinde Fürstena u teil. Die Ergebnisse werden demnach nicht online einsehbar sein.

Juniorwahl

Ähnlich verfährt das Projekt Juniorwahl. Auch hier wird die Bundestagswahl simuliert. Jetzt, in der Woche vor der Bundestagswahl, findet sie statt. Den Termin können Lehrer selbst festlegen. Die Comeniusschule und die Sophie-Scholl-Schule in Georgsmarienhütte beteiligen sich an dem Projekt, das Gymnasium Bad Iburg, die Realschule in Dissen und die Oberschule in Bad Laer. Die Daten werden an den Verein des Projekts geschickt, der dann am 24. September ab 18 Uhr die Ergebnisse auf der Homepage veröffentlicht – gemeinsam mit den realen Ergebnissen der Bundestagswahl.

Auch bei der Juniorwahl werden die Daten einzelner Schulen nicht veröffentlicht. Die Begründung: Es habe einen Fall in einer Klasse gegeben, die sich vorgenommen hatte, ihr Kreuz bei einer rechten Partei zu machen. Die Schule habe danach am Pranger gestanden. Beide Projekt sind in den 1990er-Jahren entstanden. Das Vorbild dazu heißt Kids Voting und kommt aus den USA.