Leiden unter Motorradlärm Demo gegen rasende Biker in Borgloh und Holte

Von Stefan Buchholz

Gegen sogenannte Motorrad-Raser machten sich am Pfingstmontag rund 200 Demonstranten von Borgloh und Holte aus uf den Weg. Foto: David EbenerGegen sogenannte Motorrad-Raser machten sich am Pfingstmontag rund 200 Demonstranten von Borgloh und Holte aus uf den Weg. Foto: David Ebener 

Hilter. Von Borgloh und Holte aus haben sich am Pfingstmontag rund 200 Demonstranten aufgemacht. Sie demonstrierten gegen Motorrad-Raser auf der K330, die beide Orte verbindet.

Friedhelm Kühne ist einer der 200, die die Nase mehr als voll haben. Bei der Vorbereitung zur Demo, sei ihm gestern ein Motorradfahrer in einer Kurve entgegengekommen, der mit seinem Kopf so ein Stück – Kühne zeigt gute zehn Zentimeter – an seinem Außenspiegel vorbeigeschossen wäre. „Sein Knie war auf der Erde. Absolut wahnsinnig sind diese Jungs.“

Vereint im Leid

Kühne und seine Frau Annette haben die Demo von Borgloh aus organisiert, Gustav Niehaus von Holte. Vereint im Leid wegen des Lärms ist man entlang der kurvenreichen Kreisstraße schon länger im Kontakt. Noch im letzten Jahr verwarf man die Idee einer gemeinsamen Demonstration. Heute ist sie fast sowas wie die letzte Hoffnung. Darauf, dass Behörden und Polizei endlich ihr Problem ernstnehmen, heißt es unisono als sich der Protestzug aus Borgloh in Bewegung setzt. Mehr Aufmerksamkeit wünschen sie sich, mehr Kontrollen und mehr Blitzer auf der Wochentags und am Wochenende von Motorradfans hochfrequentierten Strecke.

Frustriert sind sie auch vom längst schon gesuchten Kontakt mit den zuständigen Stellen. Vom Landkreis etwa. „Wir haben darauf aufmerksam gemacht, dass Kinder die Straße Richtung Sportplatz überqueren und als Antwort hat man gesagt: Mit dieser Gefahr müssten sie großwerden“, sagte Annette Kühn. Mehr aus Hilter im Netz lesen Sie unter www.noz.de/hilter

Keine Vorverurteilungen

Gleich, mit wem man unter den Demonstranten spricht: Pauschale Verurteilungen gegen Motorradfahrer sind nicht zu hören. Es sind diese fünf bis zehn Prozent, die den Anwohnern der K330 das Leben zur Hölle machen, sagen sie. „Lärm macht krank“, fasste Olaf Förder aus Holte die Genug-ist-genug-Haltung zusammen.

An der Holter Straße 7 – hier warteten die Borgloher auf den Demozug aus Holte – näherte sich ein Motorradfahrer mit Tecklenburger-Kennzeichen von hinten über die eigentlich komplett gesperrte Straße. Sein Navi habe ihn an der Absperrung in Borgloh vorbei über andere Straßen auf die K330 geführt. Er muss wieder umkehren. „Wir konnten leider nicht auch noch die Stichstraßen absperren“, so die Polizei, die mit zwei Streifenwagen, die Demo sicherte.

Polizei-Spezialgruppe

Mit Applaus begrüßten sich die beiden Züge beim Aufeinandertreffen. Es kursierten Kopien eines Zeitungsartikels aus Bayern. Dort habe die Polizei mit einer eigenen Kontrollgruppe gegen Motorrad-Raser ein erfolgreiches Pilotprojekt gestartet, hieß es darin. „Solch‘ eine Gruppe brauchen wir auch“, sagte Friedhelm Kühne zu den Protestlern. Und kündigte unter Applaus an, dass man von nun an mehrmals demonstrieren werde: „Bis uns endlich geholfen wird.“