Minifeuer und Megaparty Osterfeuer im Südkreis leiden unter Regen


Bad Iburg/Georgsmarienhütte/Hilter. Das wichtigste Accessoire beim diesjährigen Osterfeuer: der Regenschirm. Trotz des schlechten Wetters machten sich zahlreichen Menschen zu den Traditionsveranstaltungen in Bad Iburg, GMHütte und Hilter auf, die vom Familienfest bis zur Riesenparty reichten.

Bad Iburg: Eines der kunstvollsten Osterfeuer im Südkreis stammt von der Freiwilligen Feuerwehr Glane. Auch in diesem Jahr hatten die Kameraden wieder zahlreiche Baumstämme zu einer Pyramide aufgeschichtet. Das Holz stellte ein Waldbesitzer zur Verfügung – mit Ausnahme des ehemaligen Weihnachtsbaums auf der Spitze des Gebildes. Dieser wurde wie in jedem Jahr von einer Iburger Clique gestiftet, zu der auch einige Mitglieder der Feuerwehr gehören. Die Stifter waren es auch, die den Baum auf den Namen „Gisela“ tauften.

Angebote für Kinder

Das Osterfeuer in Glane ist vor allem ein Fest für Familien: „Darum geht es an Ostern ja auch ein bisschen“, meinte Ortsbrandmeister Lars Uhrberg. Für die Kleinen hatten die Feuerwehrleute mehrere Aktionen vorbereitet, darunter eine Hüpfburg, eine Rollbahn und Stockbrot backen. Jedes Kind, das ein bemaltes Osterei mitbrachte, erhielt zudem ein Freigetränk. Aufgrund des regnerischen Wetters fiel die Besucherzahl mit etwa 200 Gästen etwas kleiner aus als in den vergangenen Jahren. Der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch: Während die Erwachsenen unter Schirmen und Budendächern Bier tranken und Würstchen aßen, tobten die Kinder in Gummistiefeln und Matschhose über das Gelände.

Die widerspenstige Gisela

Das feuchte Wetter hatte allerdings auch einen Vorteil: „Gisela“ blieb den Zuschauern länger erhalten als viele ihrer Vorgänger. Immer wieder fing der Nadelbaum Feuer, immer wieder erlosch es nach kurzer Zeit. „Die Nadeln sind ein bisschen feucht“, erklärte Uhrberg. „Wenn sie trocken wären, würde der Baum sofort in Flammen aufgehen.“ Die Kinder hatten ihren Spaß: Jedes Mal, wenn „Gisela“ Feuer fing, war ein erstauntes „Boah, Alter“ auf dem Erdhügel zu hören, von dem die jungen Besucher sich das Spektakel anschauten.

Pech am Harderberg

Georgsmarienhütte: Ein Fest für Familien ist auch das Osterfeuer der Kolpingsfamilie Harderberg. In diesem Jahr hatten die Organisatoren jedoch Pech: Bereits kurz nach dem Entzünden des Feuers ergoss sich strömender Regen über den Hof Meyer zu Farwig. Seit rund 45 Jahren veranstaltet die Kolpingsfamilie ihr Osterfeuer: „Das gehört einfach am Harderberg dazu“, meinte Andreas Hüne. Der Kolpinger ist bereits seit etwa 25 Jahren dabei, so schlecht wie in diesem Jahr sei das Wetter allerdings selten gewesen: „Normalerweise haben wir an Ostern immer Glück gehabt.“

Minifeuer für die Kleinen

Besonders beliebt ist das bei Großeltern und Eltern, die gerne mit ihren Kindern und Enkeln auf eine Bratwurst vorbeikommen. „Bei gutem Wetter haben wir hier 200, 250 Leute“, berichtete Hüne. Diesmal fiel die Zahl deutlich kleiner aus, trotzdem herrschte eine gesellige Stimmung. Nahezu unbeeindruckt vom Regen waren die Kinder. Die Kolpingsfamilie hatte ihnen ein eigenes, kleines Feuer neben dem eigentlichen Osterfeuer angezündet, um das sie begeistert herumsprangen.

Tausende Besucher in Borgloh

Hilter: Die mit Abstand größte Oster-Veranstaltung im Südkreis war das Osterfeuer in Borgloh. Auch in diesem Jahr erwarteten die Veranstalter von der Landjugend Borgloh wieder 3500 Gäste zur Party auf dem Hof Böckmann. Dementsprechend groß war der Aufwand: Zwei Wochen lang bereiteten die Helfer das Megaevent vor, die letzten vier Tage davon waren sie von morgens bis abends im Einsatz und errichteten unter anderem eine großflächige Verkehrsumleitung.

Wenig Beachtung für Feuer

Das Osterfeuer war da eher schmückendes Beiwerk. Ohnehin hielt sich die Zahl der Besucher an den Flammen in Grenzen. Es seien vornehmlich Familien, die sich das Feuer anschauten, erklärte Christian Rammert vom Organisationsteam, der schon damit zufrieden war, dass das Holz trotz des Regens überhaupt in Flammen aufging. Der Großteil der Gäste erreichte den Hof Böckmann erst nach 23 Uhr und bekam vom Feuer wenig mit.

Feuchte Premiere

Im Partybereich warteten schon die DJs der Showdisco Starlight sowie die Osnabrücker Band „Faders Up“ auf die Besucher. Nach der Premiere im letzten Jahr gab es auch diesmal wieder eigenes Zelt für die Über-30-Jährigen. „Das ist letztes Mal sehr gut angenommen worden“, erklärte Rammert – wie auch die vergrößerte, bewachte Garderobe. Auch für die diesjährige Auflage hatte sich die Landjugend etwas Neues ausgedacht: einen Biergarten unter freiem Himmel. Der blieb angesichts des Regens jedoch leer. „Mitte April hatten wir wirklich mit besserem Wetter gerechnet“, meinte Rammert. Vielleicht beim nächsten Osterfest.


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