Aktiv gegen das Schwänzen Oberschule Hilter für Präventionsarbeit ausgezeichnet

Von Luca Kleine Heitmeyer

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Bei der Zertifikatsübergabe (v.l.): Susanne Steininger (Arbeitsvermittlung Maßarbeit), Bürgermeister Marc Schewski, Sabine Ostendorf (Vorstand Maßarbeit), Beratungslehrerin Solveig Bültmann, Andreas Choina (Maßarbeit), Schulleiterin Heike Oberkötter. Foto: Luca Kleine HeitmeyerBei der Zertifikatsübergabe (v.l.): Susanne Steininger (Arbeitsvermittlung Maßarbeit), Bürgermeister Marc Schewski, Sabine Ostendorf (Vorstand Maßarbeit), Beratungslehrerin Solveig Bültmann, Andreas Choina (Maßarbeit), Schulleiterin Heike Oberkötter. Foto: Luca Kleine Heitmeyer

khl Hilter. Rund ein Drittel der deutschen Schüler schwänzt gelegentlich – mit teils schwerwiegenden Folgen. Weil sich die Oberschule Hilter aktiv gegen Schulverweigerung einsetzt, erhielt sie jetzt vom Landkreis Osnabrück das Zertifikat „Schule auf Kurs“.

Auf den ersten Blick wirkt die beschauliche Oberschule im Hilteraner Ortsteil Borgloh nicht, als hätte sie ein Problem mit Blaumachern. Eltern holen ihre Kinder nach Unterrichtsschluss mit dem Auto ab, die sanften Hügel des Teutoburger Waldes säumen das Schulgelände. Kurzum: Landidylle pur. Doch mitunter fehlen Schüler auch hier unentschuldigt im Unterricht.

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Gegen Schulmüdigkeit

Dass gravierende Fälle von Schwänzen an der Oberschule Hilter trotzdem eine absolute Ausnahme sind, ist kein Zufall. „Das Engagement der Schule gegen Unterrichtsverweigerung ist herausragend“, sagt Sabine Ostendorf von der Arbeitsvermittlung „Maßarbeit“ des Landkreises Osnabrück. „Maßarbeit“ kämpft seit Jahren gegen Schulmüdigkeit und vergibt das Zertifikat „Schule auf Kurs“ an besonders engagierte Schulen. Mehr aus Hilter im Netz lesen Sie unter www.noz.de/hilter

Die in Borgloh von Lehrkräften und Schulleitung geleistete Präventionsarbeit sei vorbildlich, so Ostendorf weiter. „Man will alle Schüler mitnehmen. Das Gemeinschaftsgefühl ist stark ausgeprägt.“ So werde verhindert, dass Schüler sich ausgegrenzt fühlen. „Denn genau das kann ansonsten dazu führen, dass manch einer keine Lust mehr hat und anfängt zu schwänzen“, erklärte Ostendorf.

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Lehrer hören hin

Schulleiterin Heike Oberkötter findet es deshalb wichtig, auf die Schüler zuzugehen. „Die Lehrer hören hin, gehen auch abseits des Unterrichts auf die Jugendlichen ein. Und wenn es Probleme gibt, können die Schüler das Gespräch mit der Sozialarbeiterin suchen.“ Zudem kommuniziere man viel mit den Eltern. „Es geht immerhin um die Zukunft des Kindes. Da muss man an einem Strang ziehen.“

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Schwänzt ein Jugendlicher trotz aller Prävention dennoch, geht die Oberschule damit behutsam um. „Wir informieren die Eltern sachlich und ohne Vorwürfe“, so Oberkötter. „Gleichzeitig machen wir aber auch klar, dass man umgehend etwas dagegen unternehmen muss.“ Denn je länger und regelmäßiger ein Kind nicht zum Unterricht erscheine, desto schwieriger gestalte sich die Reintegration.

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Kein Abdriften

Endgültiger Schulabbruch, berufliche Perspektivlosigkeit und ein Abdriften in die Kriminalität können die Folgen sein. Um ein solches Schreckensszenario nicht Realität werden zu lassen, werde man an der Oberschule Hilter der Schulverweigerung auch weiterhin präventiv den Kampf ansagen.


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