Für die Schönheit der Musik Außergewöhnliches Konzert der Opus Arte Opera in Hilter

Stilvoll in Klang und Auftreten: Die Opus Arte Opera verzauberte bei ihrem ersten Konzert im Südkreis vor voll besetzten Rängen. Foto: Petra RopersStilvoll in Klang und Auftreten: Die Opus Arte Opera verzauberte bei ihrem ersten Konzert im Südkreis vor voll besetzten Rängen. Foto: Petra Ropers

Hilter . Kerzen brannten auf silbernen Leuchtern. Der Altarraum hüllte sich in ein weiches, rotes Licht. Und auf den bis hinauf zu den Emporen voll besetzten Rängen herrschte Stecknadelstille: Ein außergewöhnliches Konzert erwartete die vielen Musikfreunde in der Johannes-der-Täufer-Kirche.

Zum ersten Mal präsentierte sich die – jenseits der Landesgrenze weithin bekannte – Opus Arte Opera aus dem Altkreis Halle in Niedersachsen. „Wir freuen uns sehr, dass wir für den Südkreis ausgewählt wurden“, versicherte Jürgen Wortmann, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, dem Chor um Gründer und Leiter Reiner Beinghaus. Den Musikfreunden, die aus weitem Umkreis nach Hilter gekommen waren, bot das Ensemble ein ebenso stilvolles wie in sich stimmiges Konzertprogramm.

In empfindsamer Andacht Herzen berühren

Der Chor wolle Herzen berühren, verriet Beinghaus im Vorfeld. Und dazu setzte die Opus Arte Opera nicht effektheischende Klanggewalt. Vielmehr verwandelten Chor und Solisten in empfindsamer Andacht durchaus bekannte Melodien in wahre Kostbarkeiten. Zu eingespielten Zitherklängen entfaltete sich etwa das mundartliche „Es wird scho glei dumpa“ im gefühlvollen Duett von Annette Barrelmeyer und Manuela Kreienbaum. In bewegender Zartheit boten die beiden Solistinnen das symbolreiche „Maria durch ein Dornwald ging“ dar.

Niveauvoll, zurückhaltend und ganz auf die Schönheit der Musik konzentriert, präsentierte sich auch der Chor, der mit der Aufforderung „O lasset uns anbeten“ im „Adeste fideles“ gleichsam das Motto des gesamten Konzertes ausgab. Klangvolle Höhepunkte setzte unterdessen Reiner Beinghaus selbst. Nicht mit großen Gesten, sondern allein mit einer außergewöhnlichen Stimme, die mühelos zwischen Countertenor und Bariton wechselte, und mit einem feinen Gespür für kleinste Nuancen verwandelte der Ausnahmesänger viel gehörte Weisen wie „Es ist ein Ros entsprungen“ in Klang gewordene Andacht.

Intensität in Zartheit

Mit Gänsehaut erzeugender Intensität in aller Zartheit bewegte auch der von Beinghaus mit drei Solistinnen dargebotene „Abendsegen“. Weihnachtliche Melodien vorwiegend aus Großbritannien und Frankreich standen nach der Pause im Mittelpunkt des Konzertes, das selbst im freudig-festlichen Gloria des „Medley Caroling“ seine dezente Zurückhaltung nicht verlor. Dabei erlaubte sich die Opus Arte Opera durchaus auch Ausflüge in die Moderne – mit „The Christmas Song“ etwa, dargeboten von Ralf Szcensny, oder dem flotten „Silver Bells“ der Männerstimmen.

Ein überraschendes Highlight hielt der Chor zum Abschluss für die Musikfreunde bereit. Denn im Medley bekannter, englischsprachiger Weihnachtslieder bewies das Ensemble, dass es sich nicht nur in der Kirche, sondern auch auf der Operettenbühne zuhause fühlt. Der „Merry Christmas“-Wunsch an die Konzertbesucher ließ mal energisch, mal kess und gestenreich die Wandlungsfähigkeit der Opus Arte Opera erahnen. Die mit anhaltendem Beifall eingeforderte Zugabe rundete ein niveauvolles Konzertereignis ab, das auf ein Wiederhören mit der Opus Arte Opera im Südkreis hoffen lässt.


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