Grüne: Missverständnis Keine Gefahr für Trinkwasser in Hilter durch Nitrat

Von Susanne Pohlmann

Messung des Nitratwertes Foto: imago/blickwinkelMessung des Nitratwertes Foto: imago/blickwinkel

Hilter. In Hilter werden konstant niedrige Nitratwerte gemessen. Das teilte Olaf Lietzke vom Wasserbeschaffungsverband Osnabrück-Süd mit.

Kann man das Wasser aus dem Wasserhahn in Hilter noch bedenkenlos trinken oder hat die Trinkwasserqualität unter der starken Belastung durch die Landwirtschaft so gelitten, dass Kleinkinder und kranke Menschen das Wasser nicht mehr trinken sollten? Aufgrund verschiedener Medienberichte hatten die Grünen Hilter zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, um direkt mit einem Vertreter des Wasserbeschaffungsverbandes und einigen Vertretern der Landwirte darüber zu diskutieren, ob sich die Hilteraner Sorgen machen müssen.

Missverständnisse

Bezüglich der Messwerte komme es immer wieder zu Missverständnissen, die die Realität verzerren. Gleich zu Beginn seines Vortrags betonte Olaf Lietzke vom Wasserbeschaffungsverband Osnabrück-Süd: „Wasser unterliegt den strengsten Kontrollen. Das ist zwar ein hoher Kostenfaktor, aber das ist wichtig.“ Daher kooperiere man in seinem Einzugsbereich, in dem über 100000 Menschen von vier Wasserwerken mit Trinkwasser versorgt werden, bereits seit Anfang der 90er Jahre erfolgreich mit der örtlichen Landwirtschaft.

Seitdem verzeichne man bei den regelmäßigen Messungen der Trinkwasserqualität konstant niedrige Nitratwerte. Dazu habe man im Wassergewinnungsgebiet viele Flächen gepachtet, die danach aufgrund spezieller Vorgaben nur im Hinblick auf den Wasserschutz bearbeitet werden dürfen. Das bestätigten auch einige der betroffenen Landwirte. Es gelte, dass nur so viel wie unbedingt nötig gedüngt werden dürfe und möglichst viele Flächen vom Acker zum Grünland umgewandelt werden müssen. So könne man aktiv die Qualität des Wassers im Trinkwassergewinnungsgebiet positiv beeinflussen. Mehr aus Hilter im Netz

Dykerhoffbrunnen

Das Wasser für die Gemeinde Hilter werde im sogenannten Dykerhoffbrunnen in Hilter selbst und aus dem Grundwasseraufkommen des Gewinnungsgebiets Glandorf gewonnen und aufbereitet. Dabei gebe es regelmäßige Probemessungen, die vom Gesundheitsamt überwacht werden, so dass man garantieren könne, dass es in den letzten 30 Jahren in Hilter keine Überschreitung der Grenzwerte für Nitrat gegeben hat.

Angesichts dieser Informationen erschien an dem Abend die Beunruhigung durch Wassermesswerte, die die Grenzwerte stark überschreiten, kaum nachvollziehbar. Allerdings stellte sich heraus, dass es sich um Messungen gehandelt hatte, die von der Landesbehörde für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in ganz Niedersachsen vorgenommen wurden , um eine Art Gesamtüberblick zu erhalten. Die Messstelle dieser Behörde steht in keinem Zusammenhang mit der Trinkwassergewinnung in dieser Region und steht an der Münsterstraße weit außerhalb des Einzugsbereichs des Brunnens für Hilter.

Kreislauf der Natur

Die Umweltpolitiker gaben zu bedenken, dass der Kreislauf der Natur in Zukunft auch das stark belastete Wasser aus solch einer Messstelle irgendwann einmal dem Trinkwasser zufließe und beeinflussen könne. Experte Lietzke gab zu, dass es in Gegenden, in denen Massentierhaltung betrieben wird wie beispielsweise im südlichen Oldenburger Land in Zukunft sicherlich größere Probleme geben werde.

Hier im Bereich Osnabrück-Süd werde man mit der erfolgreichen Strategie weiterfahren, Flächen pachten und dadurch den Wasserschutz gewährleisten. Die Natur sei zwar nicht zu steuern, aber man könne sie positiv beeinflussen. Neben den konkreten Maßnahmen investiere man auch stark in die Aufklärungsarbeit für Landwirte, um die Umwelt zu entlasten. Schließlich sei Dünger teuer.

Zusammenarbeit

Johannes Bartelt vom Grünen Kreisverband Osnabrück-Land: „Wir wollen mit den Landwirten zusammenarbeiten und nicht gegen sie. Wir wissen, dass sie die Probleme erkannt haben und Veränderungen anstreben.“ Daher sei ein Dialog so wichtig für alle Seiten, damit nicht Schuld gegenseitig zugeschoben werde, stattdessen könne man sich gegenseitig informieren.