Stiftung ermöglicht Aha-Erlebnisse Hilteraner Kinder entdecken physikalisches Urphänomen

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Aha-Erlebnisse: Merle, John und Madlen-Amelie (von links) finden heraus, wer am längeren Hebel sitzt. Foto: Petra PieperAha-Erlebnisse: Merle, John und Madlen-Amelie (von links) finden heraus, wer am längeren Hebel sitzt. Foto: Petra Pieper

Hilter. Das Hebelgesetz ist – rein physikalisch betrachtet – eine eher abstrakte Angelegenheit: Kraft mal Kraftarm gleich Last mal Lastarm, nun ja. Geht man aber handlungsorientiert an die Sache heran, wie das mit dem Projekt „Hebelkiste“ möglich ist, gewinnen Kinder spielend Einblick in naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge. Bei einer Demonstration der Materialkiste in der Grundschule Borgloh wies die VME-Stiftung auf die kostenlose Ausleihmöglichkeit und entsprechende Lehrer-Fortbildungen hin.

Im Sachkundeunterricht der beiden dritten Klassen experimentieren die Kinder mit Hingabe. An der „Mammut-Hebe-Wippe“ finden sie heraus, dass zehn Spielfiguren erforderlich sind, um das Mammutbaby auf der Gegenseite anzuheben. Damit nur vier Figuren das schwere Tier heben können, muss der Drehpunkt verändert werden. So wird die Redensart „am längeren Hebel sitzen“ anschaulich. Auch als Rechenwaage ist die Wippkonstruktion zu verwenden. Immer wieder sind die Kinder überrascht, wenn sie Zusammenhänge entdecken.

Auf die Länge kommt es an

Damit nicht genug: Viele Haushaltsgegenstände und Werkzeuge, erkennen die Schüler, machen sich die Hebelwirkung zunutze: Türgriff, Schere, Nussknacker, Flaschenöffner, Wagenheber und vieles mehr. Eine festsitzende Schraube oder ein Schraubdeckel lassen sich umso leichter lösen, je länger das dazu verwendete Gerät ist, was Lehrlinge früherer Zeiten mit der „Eselsbrücke“ lernten: „Gewaltig ist des Schlossers Kraft, wenn er mit Verlängerung schafft.“ Und der Gärtner mit dem kurzen Spatenstiel muss sich viel mehr mühen als sein Nachbar mit dem längeren. ( Weiterlesen: Experimente sind ausdrücklich erwünscht )

Der handlungsorientierte Technikunterricht begeistert Schüler und Lehrer gleichermaßen. Ira Meyer zu Himmern hat ihre Kollegin Beate Michalski längst überzeugt: „Die Hebelkiste ist ein Selbstläufer“, zeitraubende Vorbereitung für Versuchsanordnungen entfalle. Schulleiter Torsten Breckweg freut sich, dass dank des Engagements der VME-Stiftung die Materialkisten den Unterricht bereichern.

VME-Stiftung

Die VME-Stiftung will als Bildungsstiftung der regionalen Metall- und Elektroindustrie die Begeisterung der Kinder für technische und naturwissenschaftliche Zusammenhänge fördern, um frühzeitig den Fachkräfte-Nachwuchs für gewerblich-technische Berufe zu sichern. „Natürlich kann und soll nicht jeder Schüler ein Ingenieur werden“, merkt Geschäftsführerin Sabine Stöhr an, aber der spielerische Zugang und die Anschaulichkeit förderten das technische Verständnis jedes Schülers. ( Weiterlesen: Robotereisatz durch Fördergelder – Realschule Wallenhorst setzt auf Technik, die Jugendliche begeistert )

Die „Hebelkiste“ wurde in Kooperation mit dem Medienzentrum Osnabrück und der Universität Osnabrück von der Grundschullehrerin Claudia Stieve entwickelt. Es gibt mehrere Klassensätze, die von den Grundschulen für vier Wochen bei den Medienzentren kostenlos ausgeliehen werden können. Die nächste Fortbildung finde nach den Sommerferien statt, kündigte Stöhr an. ( Weiterlesen: Naturwissenschaft für Schüler – Osnabrücker Hebelkiste mit Aha-Effekt )


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