Firmenjubiläum Spedition Kellersmann feiert ihr 150-Jähriges Jubiläum

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Früher hatten die Lkws der Spedition Kellersmann grüne Streifen. Heute sind sie ganz weiß. Foto: KellersmannFrüher hatten die Lkws der Spedition Kellersmann grüne Streifen. Heute sind sie ganz weiß. Foto: Kellersmann

Hilter. Vom Pferdekarren zum Kühltransporter: Die D.Kellersmann Spedition & Landhandel GmbH & Co. KG wird 150 Jahre alt. Die Familie Kellersmann blickt zurück.

Eine Geschichte beginnt eben, wie sie beginnt – ein bisschen unromantisch fängt sie im Fall der Firma D.Kellersmann Spedition & Landhandel GmbH & Co. KG an. Denn eigentlich wollte der Firmengründer Dietrich Kellersmann, der 1860 als junger Mann in Gesmold lebte, gar keine Frau ehelichen – sondern lediglich Haus und Hof erwerben. Am Ende bezog er jedoch nicht nur sein neues Heim in Hilter, er trug auch die Tochter des Vorbesitzers über die Schwelle. Der Pastor, der das Geschäft vermittelt hatte, wollte es so. „Sechs Jahre später gründete mein Urgroßvater die heutige Spedition Kellersmann“, sagt Senior Hermann Kellersmann schmunzelnd. Genau 150 Jahre ist das nun her: Angefangen hatte es damals mit einem Landhandel.

Um die Waren zu erhalten, scheute Familie Kellersmann allerdings schon damals keine weiten Strecken. „Vor dem Zweiten Weltkrieg hat mein Großvater zum Beispiel in Ostpreußen Pflanzkartoffeln gekauft“, sagt der Senior Hermann Kellersmann, der das Unternehmen schon lange in die Hände seines Sohnes Hermann Kellersmann junior gelegt hat. Das seien einfach die Besten gewesen.

Mit dem Zug ließ der Großvater die Kartoffeln tonnenweise nach Hilter liefern. Mit Pferdewagen ging es schließlich weiter zu den Landwirten im Landkreis Osnabrück und dem angrenzenden Nordrhein-Westfalen. „Wir hatten immer engen Kontakt zu unseren Kunden“, sagt Werner Kellersmann. Das war auch noch so, als die Firma vom Pferdekarren auf Lkws und einen Futtermitteltankzug umstieg. In den Augen des Senior-Chefs blitzt es, wenn er an diese Zeit denkt: „Da hatte ich einen Telefonhörer links, einen rechts“, erinnert er sich. Das Geschäft florierte.

Große Liebe zu Lkws

Doch als sich die Landwirtschaft veränderte, wandelte sich auch das Familienunternehmen: Aus dem Landhandel Kellersmann wurde 1978 zusätzlich eine Spedition gegründet. Wenn die Lkws in Mecklenburg-Vorpommern und der Lüneburger Heide Kartoffeln abholten, nahmen sie Margarine von Walter Rau dorthin mit.

„Damals gab es noch keine Kühllaster“, sagt Hermann Kellersmann junior schmunzelnd. So sehr seinen Vater der Landhandel begeistert, so groß ist seine Liebe zu Lkws. Da die Kühlkette auch damals nicht allzu oft unterbrochen werden sollte, wurden Margarine, Obst, Gemüse und Blumen Anfang der 1980er-Jahre auf Planen-Lkw verladen und unter einer Sprenkelanlage geGroße kühlt. Trockeneis sorgte schließlich für einen wohltemperierten Transport – zumindest eine Zeit lang.

Abenteuer dieser Art gehören allerdings der Vergangenheit an. „Das Speditions-Geschäft hat sich zunehmend professionalisiert“, sagt der heutige Geschäftsführer, der als Kind gerne mit den Lkw-Fahrern zusammen durch das Land gefahren ist. Vor allem Smartphones und moderne GPS-Systeme veränderten die Branche enorm. „Früher mussten die Fahrer eine Weile fahren, bis sie eine Telefonzelle gefunden hatten und die Zentrale ihnen den nächsten Termin mitteilen konnte“, erinnert sich Hermann Kellersmann junior. Auch bei Motorpannen konnte nicht immer umgehend Bescheid gegeben werden. „Das Vertrauensverhältnis zwischen uns, den Fahrern und den Geschäftspartnern war ein ganz anderes als heute“, sagt er rückblickend. Doch bei aller Veränderung: Der Speditionsbetrieb ist inzwischen Hauptstandbein des Unternehmens geworden. Ganz verabschieden kann sich Hermann Kellersmann jedoch noch nicht. „Ich betreibe als Rentner immer noch ein wenig Landhandel“, sagt er.


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