Damit Bäche nicht verschmutzen Rohre an ehemaliger Borgloher Müllkippe werden saniert

Von Johannes Zenker


Hilter. Vor allem die jüngeren Borgloher dürften sie höchstens aus Erzählungen kennen: An der Ebbendorfer Straße unterhalb des Baugebiets am alten Sportplatz wurde bis Mitte der 70er Jahre eine Mülldeponie betrieben. Derzeit werden in diesem Gebiet Rohre saniert, in denen zwei Bachläufe an der Halde vorbeigeleitet werden.

Vor zwei Jahren hat der Landkreis Osnabrück die beiden verrohrten Bachläufe mithilfe von Kameras auf Beschädigungen überprüft – und ist fündig geworden: Während auf der einen Seite die verlegten Kunststoffrohre teilweise stark deformiert sind, fließt das Wasser auf der anderen Seite sogar streckenweise noch durch Tonleitungen; diese sind an vielen Stellen brüchig.

Keine Umweltschäden

Dennoch handle es sich bei der Sanierung um eine Präventivmaßnahme, wie Andreas Becker vom Fachdienst Umwelt des Landkreises Osnabrück betont: „Trotz gravierender Beschädigungen sind die Rohre voll funktionstüchtig.“ So sei weder belastetes Sickerwasser aus der Müllkippe in die Rohre gelaufen noch sauberes Trinkwasser aus den Leitungen in die Deponie. Auch Letzteres gelte es laut Becker zu verhindern, damit sich die Menge an belastetem Wasser in der Deponie nicht vergrößere.

Rohre werden saniert

Damit auch in Zukunft keine Umweltschäden entstehen, werden die deformierten Kunststoffrohre komplett ersetzt, wozu der Boden aufgerissen werden muss. Auf der anderen Seite genügt eine Sanierung mittels der Inliner-Methode. Das heißt: Das Rohr muss nicht ausgegraben werden, sondern es wird von innen eine neue Leitung eingezogen.

„Deponie ist gut abgesichert“

Die Deponie selbst stelle darüber hinaus kein Risiko für die Umwelt dar. „Es ist alles gut abgesichert. Und selbst das Sickerwasser weist keine übermäßig hohen Schadstoffbelastungen auf“, sagt Becker.

120000 Kubikmeter Müll

Der Hintergrund: Bis Mitte der 70er Jahre hatte die Firma Holtmeyer auf dem Gelände am Ortsrand von Borgloh eine Müllkippe betrieben. Diese wurde geschlossen, als die Zentraldeponie Piesberg in Osnabrück ihren Betrieb aufnahm. Unter einer Sandschicht werden rund 120000 Kubikmeter Müll vermutet.

Arbeiten bis September

Wie lang die Sanierung noch dauern wird, hängt vom Wetter ab; geplant ist ein Abschluss der Arbeiten im September.