Keine Räume für Jugendarbeit Enger Kostenrahmen für Feuerwehrhaus in Hilter


Hilter. Es zwickt an allen Ecken und Enden im Feuerwehrhaus Hilter. Die Fahrzeuge passen kaum durch die Tore, der Schulungsraum bietet nicht mehr genug Platz. Der Neubau wird mit Freude erwartet, doch der Kostenrahmen ist sehr begrenzt.

Die Ausschreibungen für das neue Feuerwehrhaus laufen noch. Es soll direkt neben den derzeitigen Gebäuden der Feuerwehr entstehen. In den nächsten Tagen werden bereits das alte Pastorenhaus und der frühere Gemeindesaal abgerissen. Der Umzug in die neuen Räume ist im Herbst kommenden Jahres geplant. Dort wo heute die Feuerwehrgebäude stehen, sollen dann Parkplätze angelegt werden. Die Fahrzeughalle wurde im Jahr 1963 errichtet, 20 Jahre später folgte das Schulungsgebäude. Dass Letzteres bald dem Erdboden gleich gemacht wird, ist besonders für langjährige Mitglieder keine schöne Vorstellung: „Da steckt viel Eigenleistung drin. Mehr als 6000 Stunden wurden daran gearbeitet“, sagt Ortsbrandmeister Ralf Telkämper . Trotzdem sei klar, dass Altes weichen müsse, damit die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr erhalten bleibe.

Diese wird durch die engen Räume eingeschränkt. „Hier müssen sich die Feuerwehrleute umziehen“, sagt Telkämper und weist auf einen kleinen Bereich hinter den Wagen. Die Abstände zwischen den Wänden und den Fahrzeugen sind nur wenige Zentimeter groß. Den Feuerwehrleuten wurde geraten, beim Verlassen des Gebäudes sehr langsam zu fahren. Das größte Fahrzeug musste in der Höhe angepasst werden. Es erhielt neue Räder und ein Aufbau vom Dach wurde abgenommen, damit es überhaupt durch das Tor passt. Eng war es auch für den Wagen mit Drehleiter. Dieser ist derzeit allerdings nicht im Einsatz, weil bei der jährlichen Prüfung ein Defekt festgestellt wurde.

„Brandgefährlich ist auch der Begegnungsverkehr bei einem Einsatz“, sagt der Ortsbrandmeister. Die eintreffenden Feuerwehrmitglieder kämen vor und im Haus den ausrückenden Fahrzeugen in den engen Gassen entgegen. Auch dieser Grund habe zu der Entscheidung für einen Neubau statt einer Sanierung geführt. Derzeit wird die Höhe der Kosten dafür auf 2,1 Millionen Euro geschätzt. Einige Wünsche der 55 aktiven Feuerwehrmitglieder bleiben auch im neuen Gebäude unerfüllt.

Dazu gehört ein Raum für Jugendarbeit. Die Feuerwehr Hilter hat keine Jugendfeuerwehr und bisher auch keine Nachwuchssorgen. „Da viele Mitglieder außerhalb arbeiten und lange Anfahrtswege haben, denke ich, dass wir das Personal auf Dauer aufstocken müssen“, meint Telkämper. Dass es Interesse an einer Jugendfeuerwehr gebe, zeige eine Schul-Feuerwehrgruppe, die sich vor Anmeldungen kaum retten könne. Es sei daher kurzsichtig, an den Räumen für Jugendarbeit zu sparen, sagt er.

Glücklich ist er darüber, dass im neuen Haus ein Lager und eine größere Werkstatt geplant sind. Einen Platz werden sicher auch die zahlreichen Erinnerungsstücke finden, die sich im Laufe der Jahre im Schulungsraum gesammelt haben. Urkunden, Artikel und Bilder zieren die Wände, in einem Schrank türmen sich Pokale. „Auf diesem Bild beim 75. Jubiläum tragen wir zum ersten Mal die schwarze Kleidung. Das war damals noch eine Ausnahme“, erinnert sich Telkämper. Eine Geschichte verbirgt sich auch hinter dem hölzernen Feuerwehrmann vor dem Eingang. „Unser Johannes“, wie ihn der Ortsbrandmeister nennt, erinnert an Pastor Johannes Gehrmann, auf den der Kontakt mit der polnischen Feuerwehr in Lubava zurückgeht. Er hatte nach einem Unfall mit einem polnischen Feuerwehrmann, der auf dem Weg zum Einsatz war, die Wehr zu einem Fest in Hilter eingeladen. Daraus entstand eine Freundschaft.


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