Virtuelle Schikane Aufklärung über Cybermobbing an der Oberschule Hilter

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Hilter. Cybermobbing ist mittlerweile ein geflügeltes Wort. Bilder, Videos oder Verleumdungen, die in sozialen Netzwerken verbreitet werden, gehören zum Alltag der Schüler.

Klar, dass auch Schulen mit dem Problem konfrontiert werden. „Die Jugendlichen tragen ihre Probleme und Konflikte mit in die Schule“, sagt der stellvertretende Leiter der Oberschule Borgloh, Ralf Ackermann. Und dass da auch die Lehrer aktiv werden müssen, ist selbstverständlich. Denn selten können die Schüler das Problem selbst in den Griff bekommen. Aus diesem Grund kommt einmal im Jahr ein Experte in die sechsten Klasse der Oberschule. Jörg Hagel ist Medienpädagoge aus Berlin und nimmt sich einen Vormittag für die Mädchen und Jungen Zeit. „Man muss aufpassen, was man im Netz macht und ein Bewusstsein dafür schaffen“, sagt Hagel.

Die Schüler sollen sich spielerisch in eine Situation hineinversetzen. „Dein Ex verbreitet ein Video mit deiner Handynummer im Netz, wie reagierst du“, fragt der Experte. Sie sind unschlüssig. Einige bewerten die Situation als harmlos andere wiederum als einen Eingriff in die Privatsphäre. „Ich würde meine Eltern oder Lehrer in diesem Fall um Rat Fragen“, antwortet eine Schülerin. Der Experte warnt die Kinder davor, ihre Handynummer in sozialen Medien zu posten. Denn dadurch sind Schüler sogar zu orten. Und was einmal im Netz landet, ist kaum wieder zu entfernen.

Heute wissen die meisten Jugendlichen, was Urheberrecht und das Recht am eigenen Bild bedeuten. „Ich darf entscheiden, ob ich auf ein Bild möchte. So ein Video verletzt eure Privatsphäre“, sagt Hagel und die Kinder nicken. Trotzdem muss der Experte das Bewusstsein dafür immer wieder schärfen.

Er verteufelt die virtuelle Parallelwelt nicht. Man müsse eben ein paar Dinge beachten. So gibt es bei Facebook Privatsphäre-Einstellungen, die Ortungsdienste beim Smartphone kann man ausstellen und man sollte sich genau überlegen, welche Fotos man von sich ins Netz stellt. Auch muss sich jeder bewusst machen, dass mit nur wenigen Klicks großer Schaden angerichtet werden kann. „Ich habe kein Handy mehr“, erzählt Marcel. Seine Rechnung war zu hoch, da haben ihm seine Eltern das Telefon abgenommen. „Aber ich komme auch gut ohne klar“, sagt der Sechstklässler gelassen.


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