Kleine „Lichtblicke“ im Alltag Inklusives Theaterprojekt aus Hilter

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Gemeinsam machten sie sich auf die Suche nach den kleinen „Lichtblicken“ im Leben: Theaterbegeisterte mit und ohne Behinderung proben unter der Leitung von Diakonin Birgit Jäger (vorn) für den großen Auftritt. Foto: Petra RopersGemeinsam machten sie sich auf die Suche nach den kleinen „Lichtblicken“ im Leben: Theaterbegeisterte mit und ohne Behinderung proben unter der Leitung von Diakonin Birgit Jäger (vorn) für den großen Auftritt. Foto: Petra Ropers

Hilter/Bad Laer. „Das Volk, das im Dunkeln wandelt, sieht ein helles Licht“, verspricht die biblische Verheißung. Aber leuchtet dieses Licht auch im Alltag? In einem inklusiven Theaterprojekt machten sich in der Hilteraner Werkstatt der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück Theaterbegeisterte mit und ohne Behinderung gemeinsam auf die Suche.

„Wir wollten kein fertiges Krippenspiel einstudieren“, erklärt Diakonin Birgit Jäger, die als Inklusionsbeauftragte des Kirchenkreises Melle-Georgsmarienhütte das Theaterprojekt initiierte. Gemeinsam arbeiteten stattdessen die acht Akteure kleine Szenen aus, die „Lichtblicke“ mitten aus dem Alltag zeigen. Und die finden sich oft ganz unverhofft – an der Bushaltestelle, beim Arzt oder auch im Wohnheim. Dort warten die Bewohner sehnsüchtig auf den versprochenen Besuch.

Doch die Wartezeit wird lang und länger. Lohnt es sich, noch zu hoffen und zu warten? Die Weihnachtsbotschaft, die in dem Theaterprojekt ganz ohne Krippe, Stern und Stall vermittelt wird, antwortet darauf mit einem klaren Ja. Dabei sind die Szenen selbst im Laufe von zehn Probenwochen immer weiter gewachsen: „Am Anfang hatten wir nur ein, zwei Sätze. Aber dann ist uns immer mehr eingefallen“, berichtet Alfred Peters.

Auf der Bühne der Hilteraner Werkstatt ist er schon ein „alter Hase“. Und auch Raffaela Schaub hat bereits mehrfach bei Theaterprojekten mitgespielt: „Das macht einfach Spaß!“ Dabei war ihr vor ihrem allerersten Auftritt schon ziemlich mulmig zumute. Doch Schauspieler-Kollege Alfred machte ihr Mut und baute sie auf, wenn das Lampenfieber zu groß wurde. Die Teilnahme am inklusiven Theaterprojekt ließen sich beide nicht nehmen.

Mit dabei ist auch Melanie Brockmeyer. Die Heilerziehungspflege-Schülerin im zweiten Ausbildungsjahr ergriff gerne die Gelegenheit, im Rahmen ihres Praktikums in der Ambulanten Assistenz das Projekt zu begleiten. Als Engel sucht sie auf der Bühne zudem nach kleinen und großen „Lichtblicken“. Und die finden sich nicht nur im szenischen Spiel. Denn das intensive Miteinander, das gemeinsame Ausarbeiten, Einstudieren und Erleben machte das Theaterprojekt selbst zu einem Lichtblick für alle Teilnehmer.

Das nächste inklusive Projekt ist deshalb schon geplant: Ab Dienstag, 13. Januar, lassen Schauspieler, Kulissenbauer, Maskenbildner und andere Engagierte mit und ohne Behinderung „Konfetti“ regnen. Die „Lichtblicke“ feiern unterdessen ihre Premiere beim vorweihnachtlichen Nachmittag am Samstag, 29. November, in der Werkstatt in Hilter. Am Sonntag, 30. November, folgt dann der große Auftritt im Rahmen des Gottesdienstes ab 10.15 Uhr in der Jesus-Christus-Kirche in Bad Laer.


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