Hilfe für Grundschule bei Ranchi Süderbergschule Hilter unterschreibt Indien-Partnerschaft

Von Frank Muscheid

Bahn frei für die Indienpartnerschaft: Elisabeth Wroblowski lässt sich eine Runde von Michael Lübbersmann in der Rikscha fahren, die Jürgen Fluhr zur Projektwoche mitbrachte. Foto: Frank MuscheidBahn frei für die Indienpartnerschaft: Elisabeth Wroblowski lässt sich eine Runde von Michael Lübbersmann in der Rikscha fahren, die Jürgen Fluhr zur Projektwoche mitbrachte. Foto: Frank Muscheid

Hilter. Seit 2013 setzt sich die Süderbergschule für Indien ein. Jetzt ist die Partnerschaft mit der Father Agnel Primary School Ranchi im indischen Bundesstaat Jharkhand perfekt: Schulleiterin Elisabeth Wroblowski, der Vorsitzende der IndienHilfe Deutschland, Jürgen Fluhr und Landrat Michael Lübbersmann als Schirmherr unterzeichneten nun den Vertrag.

„Du wartest auf frischen Wind, er pustet dich an, dann geht es rund“, sang der Schulchor das Lied „Windmühle“ und gab später mit der Conga-Gruppe einen Vorgeschmack auf das Weihnachtsmusical am 12. Dezember. Bewegung und Musik sind drin in dieser 6. Schulpartnerschaft der 2008 in Wallenhorst gegründeten Indien-Hilfe . „Ich bin stolz auf euch, denn Partner sein bedeutet ja auch Verantwortung tragen“, begrüßt Wroblowski die Dritt- und Viertklässler. Alle Klassen machten mit, betont sie.

1800 Euro hatten die Kinder in den vergangenen Monaten für ihre indischen Altersgenossen gesammelt – beim Vortragen von Gedichten und Liedern , einem Keksverkauf und bei einer Schuhsammelaktion im Juni mit Sozialpädagogin Anke Helbrecht. Wroblowski hielt zwei dicke Umschläge mit Briefen der 200 indischen Schüler hoch, die Fluhr aus Indien mitgebracht hat: „Wir bekommen auch ganz viel geschenkt – neue Freunde in Indien und einen Einblick in eine andere Welt.“

Landrat Michael Lübbersmann sei dabei der richtige Schirmherr, weil er viel für Bildung tue. „Ihr habt euch toll für den Aufbau einer Grundschule in Indien engagiert“, lobte der Kreishauschef. Damit bekämen indische Kinder die Chance auf Bildung, warb er für regen Austausch. Demnächst verfassen die 190 Grundschüler in Hilter Antwortbriefe. „Vielleicht kommen indische Kinder, wenn sie erwachsen sind, auch zu uns“, so Lübbersmann, denn der Arbeitsmarkt in der Region brauche viele Fachkräfte.

In die Indienprojektwoche vor den Sommerferien hatte Fluhr, der auch als Unternehmensberater mit Indien verknüpft ist, Originaltrachten und eine Rikscha mitgebracht. „Wir planen für nächstes Jahr den ersten Schüleraustausch mit Indien.“ Pater Franklin Rodriques, Mitbegründer der Indienhilfe, „wird euch im Januar oder Februar besuchen – er singt sehr gern“, kündigte er den Schülern an. Im Erdgeschoss der Partnerschule werde derzeit unterrichtet, dadrüber das Gebäude um zwei Etagen aufgestockt.

Claudia Porcher vom Schulelternrat bezeichnete den „Blick nach außen“ als wichtig, während Verkehrslotsen-Koordinatorin Ann-Britt Striewer vor allem die Tatsache, wie sich die indischen Schüler aufs Lernen freuten, als wichtige Erfahrung für die deutschen Schüler sah. Konrektorin Daniela ter Veen freute sich, dass die Schüler durch den direkten Kontakt „einen ganz anderen Eindruck“ bekommen.

Die Drittklässler aus Hilter sind hoch motiviert: Tom macht gern mit, „weil wir für die armen Kinder in Indien spenden“. Matthis will, „dass die Kinder so leben können wie wir“, Lara möchte helfen, „weil sie so arm sind“, und Lisa wünscht sich, „dass sie mehr lernen können“. Sie lernen auch Deutsch, erzählt Fluhr, die nächsten Briefe kommen erst mal auf Hindi – in einem Vierteljahr: „Die Schule liegt sehr abgelegen.“