Keine Kandidaten gefunden Kirche in Wellendorf erstmals ohne Pfarrgemeinderat

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In den katholischen Kirchengemeinden werden am Wochenende Pfarrgemeinderäte gewählt. Foto: DieckmannIn den katholischen Kirchengemeinden werden am Wochenende Pfarrgemeinderäte gewählt. Foto: Dieckmann

Hilter. Rund 400000 Katholiken im Bistum Osnabrück können am kommenden Wochenende, 15. und 16. November, ihre Pfarrgemeinderäte wählen. Nur in Wellendorf geht das nicht, denn dort haben sich keine Kandidaten für die Wahl gefunden.

Die Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde St. Barbara in Wellendorf können in diesem Jahr keine Pfarrgemeinderäte wählen. „Es stimmt, für die Gemeinde in Wellendorf gibt es keine Kandidaten für die Wahl“, sagt Stephan Unland, pastoraler Koordinator und Gemeindereferent der katholischen Pfarreiengemeinschaft am Teutoburger Wald. Und das ist ein bisher einzigartiger Fall im Bistum Osnabrück. Mindestens sechs Kandidaten wären für die Wahl notwendig gewesen. „Tatsächlich gab es das noch nie im Bistum, dass sich gar keine Kandidaten für eine Wahl gefunden haben“, sagt Kai Mennigmann, Sprecher vom Bistum Osnabrück.

Nur woran liegt das? Den genauen Grund dafür kann Gemeindereferent Unland nicht nennen. Aber aus seiner Sicht sei der Rückgang von Kandidaten bei so einer Wahl als allgemeiner Trend zu beobachten. „Auch in den vergangenen Jahren war es schwierig, Kandidaten zu finden. Viele wollen sich nicht vier Jahre lang an das Amt binden“, sagt Unland. Die derzeitigen Mitglieder wollen unter anderem aus Altersgründen oder weil sie sich beruflich neu orientieren, nicht noch einmal kandidieren. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Wellendorf war zu dem einmaligen Fall aus gesundheitlichen Gründen nicht zu sprechen. Aber auch sonst zeigte sich der Pfarrgemeinderat wenig gesprächig. Auf Nachfrage unserer Redaktion verwies das Pfarrbüro in Bad Rothenfelde auf die Pressestelle des Bistums. Auch Pfarrer Robert Wagner war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen – er hält derzeit Exerzitien ab.

Es ist kein Geheimnis, dass die Zusammenlegung der Kirchengemeinden im Südkreis Bad Rothenfelde, Borgloh, Hilter, Wellendorf und Dissen vor zwei Jahren zu einer katholischen Pfarreiengemeinschaft keine zufriedenstellende Lösung für viele Gemeindemitglieder war – das bestätigt auch die Gemeinde in einer Stellungnahme. Alle fünf Gemeinden müssen seitdem mit drei Pfarrern auskommen. Diese müssen Messen halten und eben auch viele nicht planbare Gottesdienste durchführen wie beispielsweise eine Beerdigung. Zudem haben sich gewohnte Messzeiten geändert. Das hat für viel Unmut in der
Gemeinde gesorgt. Und für die ehrenamtlichen Mitarbeiter bedeutet das zusätzliche Arbeit, die sie bewältigen müssen.

In der Gemeinde diskutiert man über die Situation. Die Mitglieder seien zum Teil frustriert, es herrsche eine negative Stimmung im Pfarrgemeinderat. Und aus diesem Grund will offenbar keiner ein Amt im Pfarrgemeinderat übernehmen. Der Grund für die miese Stimmung: Es gebe kaum einen Dialog zwischen der geistlichen Führung – den Pfarrern – und den ehrenamtlichen Mitarbeitern. Die katholische Pfarreiengemeinschaft äußert sich in einer Stellungnahme dazu und widerspricht: „Unter den Mitgliedern im Pfarrgemeinderat herrscht keine schlechte Stimmung. Es gab kritische Äußerungen von außen und dadurch haben einige die Lust verloren. Offene Kommunikation ist schwierig.“

Wie die Kirchengemeinde künftig ohne die Pfarrgemeinderatsmitglieder auskommt, wird sich zeigen. „Das ist eine spannende Frage und auch Neuland für uns. Da müssen wir jetzt schauen“, so Gemeindereferent Unland. Die Gemeindearbeit soll weiter gehen, nur wie, dass weiß die Kirchengemeinde in Wellendorf noch nicht. Andere Gemeindemitglieder hoffen hingegen, dass kirchliche Vereine wie Kolping oder die KFD erst einmal den Dialog mit den verantwortlichen Pfarrern suchen.


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