„Ausgetretene Pfade verlassen“ Borgloher übergeben Einwendungen gegen Stromtrasse

Von Frank Muscheid

Andreas Halbrügge und Michael Beuttenmüller überreichten für die Initiative 1737 Einwendungen an Bürgermeister Marc Schewski (von links nach rechts). Foto: Frank MuscheidAndreas Halbrügge und Michael Beuttenmüller überreichten für die Initiative 1737 Einwendungen an Bürgermeister Marc Schewski (von links nach rechts). Foto: Frank Muscheid

Hilter. Viel Post für das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems in Oldenburg: 1737 Einwendungen im Raumordnungsverfahren um eine von Amprion geplante 380-Kilovolt-Freileitung durch die Gemeinde Hilter hat die Bürgerinitiative „Keine 380-kV-Freileitung in Borgloh – Bürger für die Erdverkabelung“ Bürgermeister Marc Schewski im Rathaus überreicht.

„Auch wir unterstützen die Energiewende“, betonte Michael Beuttenmüller, einer der Sprecher der Initiative . „Aber sie muss auch beim Netzausbau umwelt- und sozialverträglich umgesetzt werden, auch in Borgloh, nicht nur in Bayern.“

Bis zum 7. November waren die Unterlagen des Raumordnungsverfahrens öffentlich ausgelegt, bis zum 21. November können noch Einwendungen nach Oldenburg geschickt oder im Rathaus abgegeben werden. „Es gilt der Eingangsstempel“, so Andreas Halbrügge, ebenfalls Sprecher der Initiative. Mit der „Kabelzugmaschine“ – einem auffällig lackierten VW Käfer seines Sohnes Justus – war die Initiative sechs Wochen lang unterwegs, um unterschriebene Einwendungen zu sammeln. Muster lassen sich auf der Internetseite der Initiative ( www.keine380kv.de ) herunterladen.

„Für den Schutz der Gesundheit und der schönen Landschaft müssen die ausgetretenen Pfade des Freileitungsbaus verlassen und neuen Technologien wie der Erdverkabelung Vorrang eingeräumt werden“, forderte Beuttenmüller: „Borgloh will diese Trasse mehrheitlich nicht.“ Einwendungen eingereicht hatten auch Allendorfer und Ebbendorfer, Holsten-Mündrup , ebenfalls der Initiative angeschlossen, zuvor schon 180 Einwendungen nach Oldenburg geschickt. Die Beteiligten befürchten eine zerschnittene Landschaft und Gesundheitsgefahren durch Elektrostrahlung. Ziel sei eine Änderung des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG), so Silke Delker-Beuttenmüller, um eine Erdverkabelung zu ermöglichen, sollte keine Alternativstrecke gefunden werden: „Das EnLAG sieht vier Pilot-Erdkabelstrecken vor, wir wollen, dass die Politik mehr zulässt.“ Der Gemeinderat Hilter, die Tennisabteilung des TuS Borgloh, Schulelternbeirat, Förderverein und Elternvertreter der Grundschule Borgloh haben Resolutionen verabschiedet, TuS Borgloh, Tennisabteilung und Heimatverein Borgloh Sammeleinwendungen seiner Mitglieder eingereicht.

Bürgermeister Schewski zeigte sich beeindruckt von der Menge der Einwendungen: „Das ist ganz Borgloh“. Es zeige, wie wichtig das Thema sei. Er lobte Kooperation und Sachlichkeit der Initiative, denn „nicht wer am lautesten schreit hat recht, sondern wer die sachlichsten Argumente vorbringen kann.“ Nun müsse das Abwägungsverfahren abgewartet werden: „Für die Entwicklung Borglohs ist es wichtig, dass die Leitung aus dem Bestand rauskommt.“

In den vergangenen Tagen hatte unter anderem bereits eine Bürgerinitiative im Osnabrücker Stadtteil Voxtrup ihre Einwendungen bei der Stadtverwaltung eingereicht.