Borgloh unter Strom Bürgerinitiative Borgloh gegen Stromtrasse


Hilter. Im wahrsten Sinne des Wortes höchst spannende Wochen stehen der Bürgerinitiative „Keine 380-kV-Freileitung am Teuto“ bevor: Nachdem am 8. September das Raumordnungsverfahren eingeleitet worden ist, hofft die Initiative jetzt auf möglichst viele Einwendungen aus der Bevölkerung.

Für die Trasse 16 von Osnabrück-Lüstringen über Voxtrup, Borgloh und Wellingholzhausen nach Gütersloh hat das Amt für regionale Landesentwicklung in Oldenburg mit dem Raumordnungsverfahren begonnen. Bis zum 14. November können neben Kommunen, Fachbehörden und Verbänden auch die Bürger dazu Stellung nehmen und Einwendungen gegen das Vorhaben äußern.

Der Trassenverlauf könnte somit theoretisch noch geändert werden. Voraussetzung ist allerdings, dass es gute Argumente für eine alternative Streckenführung gibt. Die Bürgerinitiative Borgloh fordert unter anderem wegen überdurchschnittlich hoher Raumwiderstände eine Erdverkabelung. Denn zwei Drittel des Ortes Borgloh liegen im Bereich der Trassenführung. Somit ist der gesetzliche Mindestabstand von
400 Metern laut Initiativensprecher Andreas Halbrügge aus Borgloh dort nicht mehr gegeben. Dieser müsse laut Gesetzgeber zu Siedlungen eingehalten werden, so der Sprecher. Nicht nur Wohnhäuser, sondern auch Schulen, Kindergärten und Sportplätze liegen in unmittelbarer Nähe zur geplanten Trasse. Die Bürgerinitiative in Borgloh möchte vor allem den betroffenen Bürgern die Chance geben, sich über das Vorhaben des Netzbetreibers Amprion – der als Vorhabenträger die 380-kV-Leitung errichten wird – zu informieren. Am 21. Oktober wird daher ein Infoabend in der Aula der Oberschule Hilter/Borgloh stattfinden. „Alle Bürger sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen“, sagt Halbrügge im Gespräch mit unserer Redaktion. Hier besteht neben der Möglichkeit zur Information auch Gelegenheit, direkt eine Einwendung zu unterzeichnen. Allerdings können unterschriebene Einwendungen auch per Post zur Bürgerinitiative geschickt oder beispielsweise bei der Bäckerei Brörmann in Borgloh abgegeben werden. Die Bürgerinitiative reicht dann die Einwendungen geschlossen bei der Behörde in Oldenburg ein.

Des Weiteren wird die Bürgerinitiative in Borgloh ab diesem Wochenende versuchen, alle Bürger zu erreichen. „Wir werden von Haushalt zu Haushalt gehen und die Bürger persönlich informieren“, erläutert Halbrügge. Dabei bestehe ebenfalls die Chance, eigene Einwendungen bei den Initiativenvertretern direkt abzugeben.

Informationen können Interessierte natürlich auch auf der Homepage der Bürgerinitiative unter „www.keine 380-kv.de“ erfahren. Hier informiert sie nicht nur über ihre Ziele, sondern bietet auch über eine Verlinkung Zugang zu den Unterlagen des Amtes für regionale Landesentwicklung, die auch vom 6. Oktober bis zum 7. November im Rathaus Hilter ausliegen. Bis zum 14. November können sich Bürger schriftlich zu dem Vorhaben äußern. Auch die Stadt bietet die Möglichkeit, die Einwendungen an die Landesplanungsbehörde weiterzuleiten. Infos gibt es auch auf der Internetseite www.380kv-osna-niedersachsen.de. Die Initiative wolle damit ein deutliches Signal an die Oldenburger Behörde und vor allem an die Politik senden.


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