Restrukturierung des Standorts Tiefkühlkost-Hersteller Apetito will in Hilter weiter investieren

Von Alexander Klay

Apetito-Vorstandschef Guido Hildebrandt. Foto: Alexander KlayApetito-Vorstandschef Guido Hildebrandt. Foto: Alexander Klay

 Rheine. Der Tiefkühlkost-Hersteller Apetito befindet sich auf Wachstumskurs. Nach einer Restrukturierung soll auch der Verkauf von Fertiggerichten aus dem Werk in Hilter besser laufen.

Das Geschäft mit Endkunden im Supermarkt ist für den Tiefkühlkosthersteller Apetito das kleinste Geschäftsfeld – etwa jeden fünften Euro des Jahresumsatzes von 749 Millionen Euro hat die Unternehmensgruppe mit Sitz in Rheine 2013 damit verdient.

Eigentlich steht dahinter eine gute Nachricht – so stieg der Umsatzanteil der Sparte im Vergleich zum Vorjahr von 18 auf 21 Prozent. Doch die Zuwächse sind auf ein zweistelliges Umsatzplus der Fischprodukt-Marke Costa mit Sitz in Emden zurückzuführen – nicht auf die Fertiggerichte aus dem Werk Hilter am Teutoburger Wald, wo es vor drei Jahren schon einmal zu Entlassungen kam. Hier habe Apetito durch „hohen Kostendruck“ und einen „intensiven Preiskampf“ im Lebensmittel-Einzelhandel zuletzt Rückschläge hinnehmen müssen, sagt der neue Vorstandschef Guido Hildebrandt bei der Vorlage der Jahresbilanz am Dienstag.

Mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen will Apetito die Sparte wieder auf Wachstum trimmen. Bereits vollzogen ist das Bündeln aller Mitarbeiter des Bereichs am Standort Hilter. Hildebrandt erhofft sich davon neuen Teamgeist.

So ist die Zahl der Mitarbeiter in Hilter auf aktuell 342 gestiegen. Damit befindet sich das Werk wieder auf dem Niveau von vor drei Jahren, als 32 Mitarbeiter die Kündigung erhielten. Jetzt lautet das erklärte Ziel von Vorstandschef Hildebrandt: „Wir wollen mehr Volumen an den Standort bringen“ – also das Werk besser auslasten.

Richten sollen es neue Produkte wie die Apetito Lunchbox, die es nach der Markteinführung vor genau einem Jahr in mittlerweile fünf Sorten gibt. Neu sind ebenfalls tief gefrorene Pfannkuchen. Die Palette der Pfannengerichte werde überarbeitet. Ob Apetito damit Erfolg hat, will sich Hildebrandt noch nicht preisgeben. „Jetzt müssen sich alle drei Produktkonzepte im Handel bewähren.“

Jedenfalls sieht Apetito in dem Geschäftsfeld noch Chancen für die Zukunft. In diesem Jahr investiert das Unternehmen in Hilter zwei Millionen Euro in neue Anlagen. Damit werde der Standort zukunftsfähig ausgestattet. Er soll „profitabler und wettbewerbsfähiger“ werden, sagt Hildebrandt. Weitere Maßnahmen sollen folgen. „Wir werden da weiter investieren.“

Unterdessen konnte die gesamte Apetito-Gruppe im vergangenen Jahr nicht ganz so stark wachsen wie erhofft. Der Umsatz legte nur um zwei statt der erwarteten fünf bis sieben Prozent zu – von 733 auf 749 Millionen Euro. „Es ist uns nicht gelungen, die Potenziale am Markt zu heben, die man heben kann“, sagt Vorstandschef Hildebrandt. Angaben zum Gewinn macht der Fertigmenü-Hersteller nur für den Konzern ohne Catering-Ableger – von einem Umsatz von 572,2 Millionen Euro blieben nach Steuern 28,8 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter ist weltweit um ein Prozent auf 9027 gestiegen. Schwerpunkt der Investitionen war ein neues Logistik- und Versandzentrum in Rheine.

Spürbar sei in allen Geschäftsbereichen, etwa der Versorgung von Betriebskantinen, Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen sowie Essen auf Rädern ein höherer Anspruch an Lebensmittel. Hildebrandt: „Die Sensibilität der Verbraucher für Qualitätsfragen steigt.“ Dem will der Anbieter nachkommen: Die Rezepturen von 1500 Gerichten seien überarbeitet worden, seither werde auf jegliche Geschmacksverstärker und Farbstoffe verzichtet. Eine Internetseite informiert zudem Auskunft über die Herkunft der Zutaten und einige Lieferpartner.


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