17-jähriger Musikproduzent „Ebbyman“ aus Borgloh schafft es auf die Kontor-CD

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Junger Mann mit Visionen: Robin Knaak alias "Ebbymann" hat es bis auf das Kontor-Label geschafft.Junger Mann mit Visionen: Robin Knaak alias "Ebbymann" hat es bis auf das Kontor-Label geschafft.

Hilter. Wer eine aktuelle Compilation der Kontor-Reihe in den Händen hält, ahnt vermutlich nicht, dass sich dort auf der dritten CD an Stelle 17 ein Talent verbirgt, das nicht wie seine großen Vorbilder aus Berlin, Hamburg, London oder New York stammt, sondern aus Borgloh. Auch ist dieser Künstler kein grauhaariger Musik-Guru, der seine wohlverdienten Lorbeeren schon vor 20 Jahren hätte bekommen sollen. „Ebbyman” ist ein 17-jähriger Musikproduzent, der seit seiner kürzlich gelungenen Veröffentlichung auf dem Hamburger Kontor-Label zu den potenziellen Größen von Morgen gehört.

„Es ist schon ein großartiges Gefühl”, beschreibt Robin Knaak, wie es für ihn persönlich war, als er seine Werke zum ersten Mal einem zahlenden Publikum präsentieren durfte. „Das war im vergangenen Jahr im Five Elements”, erzählt der junge Künstler von der mittlerweile geschlossenen Osnabrücker Diskothek, die ihn damals für seinen ersten öffentlichen Auftritt gebucht hatte. Auch Robins Mutter Vera erinnert sich noch gut. „Ich habe die komplette VIP-Lounge gemietet und einen großen Ebbyman-Banner aufgehängt”, sagt sie. „Eher cool als peinlich”, kommentiert Robin die Freude seiner Mutter. Er sei stets dankbar für die Unterstützung, die er von seiner Mutter seit jeher erhält.

Doch die wilden Nächte in Osnabrücker Diskotheken waren nur die eine Seite der Medaille: Zu Hause bastelte Robin an neuen Liedern, die seine Karriere weiter vorantreiben sollten. Zuerst mit völlig eigenen Kompositionen, die teilweise noch auf seiner ersten E-Gitarre entstanden waren, später dann mithilfe virtueller Instrumente auf dem Computer, begann Knaak zu experimentieren. „Wenn ich mir das heute anhöre, denk’ ich mir auch nur meinen Teil”, redet Robin über seine ersten musikalischen Gehversuche. Mutter Vera kann das nicht nachvollziehen. „Ich finde deine alten Sachen immer noch schön”, lobt sie ihren Sohn. Für die elektronische Musik fühlt sie sich längst noch nicht zu alt. So wird sie auch weiterhin auf den Tanzflächen auftauchen, die ihr Sohn gerade beschallt.

Nachdem Robin schon im Juni 2012, also im Alter von 16 Jahren, seinen ersten sogenannten Remix-Contest (Neuinterpretationen von Werken aktuell angesagter Künstler) gewann, überschlugen sich die Ereignisse. Durch das veranstaltende Label Kontor, das im großen Stil Musik vertreibt und seinen Sitz in Hamburg hat, lernte Robin schnell weitere Musiker aus ganz Europa kennen. Unter anderem den Portugiesen mit dem Künstlernamen „Mastiksoul”, mit dem er sich auf Anhieb gut verstand und ein gemeinsames Projekt startete. „Wir haben viel geskypt und uns Dateien hin- und hergeschickt”, berichtet der 17-Jährige. Wenig später sei dann das Stück „I’m Changing” daraus entstanden, auf dem sich außer den beiden Produzenten auch die Sängerin Amanda Wilson verewigt hatte.

Video wird geklickt

Im November 2012 erschien Mastiksouls Album „Legend” schließlich im digitalen Handel. Als CD gar nicht zu bekommen, aber über iTunes oder Amazon im MP3-Format zu beziehen, verbreitete sich das Stück zusammen mit dem Album in Windeseile. Innerhalb weniger Wochen wurde das dazugehörige Musikvideo mehr als 150000 Mal auf YouTube angeklickt. Kein Wunder, dass sich das Kontor-Label nach kurzer Zeit bereit erklärte, das Stück auf ihrer „Kontor Top of the Clubs-Compilation“ zu veröffentlichen, die alle drei Monate erscheint. Am 28. März gab es „Ebbyman“ zum ersten Mal auf einer handfesten CD zu kaufen. „Ich hatte die CD natürlich schon lange Zeit vorher vorbestellt”, sagt Mutter Vera. Robin selbst verfolgte die Veröffentlichung der Kontor-CD aus dem sonnigen Portugal, wo er zusammen mit „Mastiksoul“ in seinem Studio saß und bereits an weiteren Projekten arbeitete. „Ich wurde spontan dazu eingeladen", freut er sich noch heute über die nette Geste des Portugiesen. „Das war schon toll, in einem so professionellen Studio zu arbeiten", erinnert er sich.

Weitere Veröffentlichungen sind bereits in Planung, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Sänger und Produzenten Patrick Miller. „Das macht man wohl so in dem Geschäft", erklärt Robin. Das Kontor-Label habe ihm Kontakte zu Künstlern auf der ganzen Welt verschafft. Man darf also gespannt sein, in welche Länder ihn seine Kooperationen noch verschlagen werden.

Wer auf dem Laufenden bleibt, wird aber mit Sicherheit noch öfter von dem jungen Niedersachsen hören. Zu finden ist dieser auf YouTube und Facebook unter seinem Künstlernamen Ebbyman, der sich von dem Versuch seiner kleinen Schwester ableitet, den Namen „Robin" auszusprechen. "So kam ich zu Ebby und schließlich zu Ebbyman", erklärt der junge Künstler.


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