Mit den Aufgaben gewachsen Wellendorfer Helmut Wöbeking seit 61 Jahren im Ehrenamt

Von Frank Muscheid

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Helmut Wöbeking hat die Welt gesehen, hier auf ein Ei von einer Straußenfarm in Südafrika geschrumpft. In Südamerika unterstützt er das Kita-Projekt „Der Sämann“. Foto: MuscheidHelmut Wöbeking hat die Welt gesehen, hier auf ein Ei von einer Straußenfarm in Südafrika geschrumpft. In Südamerika unterstützt er das Kita-Projekt „Der Sämann“. Foto: Muscheid

Hilter. Das Ehrenamt gehört zu Helmut Wöbeking wie er in die Kolpingsfamilie in Wellendorf. Dort wuchs der heute 68-Jährige „etwas zurückhaltend“ auf, wie er sagt: „Aber jeder Mensch wächst mit seinen Aufgaben.“

Die Dorfgemeinschaft, Ehefrau Elisabeth und die 1969 und 1973 geborenen Töchter Claudia und Sandra bestärkten ihn, sich weit über die Dorfgrenzen hinaus einzusetzen: im Internationalen Kolping-Werk (IKW) und in den Jugendgemeinschaftsdiensten. Papst Johannes Paul II. traf er als Delegierter im Generalrat des IKW in Rom. „Es gibt derzeit Vorgänge in der katholischen Kirche, die mir überhaupt nicht gefallen. Aber als Laien können wir an vielen Stellen sagen: Es lohnt sich immer noch.“

Ab 1953 Messdiener in der Pfarrgemeinde „St. Barbara“, übernahm Wöbeking 1959 als „Obermessdiener“ Verantwortung für 70 junge Menschen, später in der Gruppe Jungkolping und der Theatergruppe. Von 1975 bis 1987 und von 2002 bis 2008 war er Vorsitzender der Kolpingsfamilie. Er leitete im Diözesanvorstand Osnabrück und im Bundesvorstand des Kolpingwerkes das Sachgebiet „Kultur und Freizeit“ und den Fachausschuss „Eine Welt“, engagierte sich als Kommunalpolitiker, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates und in der bischöflichen Kommission „Mission – Entwicklung – Frieden“ – neben dem Beruf vom Maschinenschlosser bei den Klöckner-Werken in GMHütte bis zum Beamten im Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt.

Die Jugendgemeinschaftsdienste brachten ihn nach Nigeria, Kenia, Südafrika, Brasilien, Argentinien, Paraguay, Mexiko, Spanien und Portugal – manchmal war er jährlich fort. „Ich habe mit jungen Leuten über den Tellerrand geschaut und weltweit Menschen kennengelernt, die sich gefreut haben, wenn wir da waren. Es geht darum, gemeinsam etwas zu tun: Wasserleitungsbau, Obsternte, eine Schulsanierung. Das ist ein kleiner Beitrag zur Friedenssicherung.“

Als er 1992 in Foz do Iguazú in Brasilien bei einem medizinischen Kräutergarten half, wiesen Landarbeiter in blutgetränkten Lumpen in einem Gottesdienst auf ihre Situation hin. 2002 begrüßten Kaffeebauern in Mexiko in der Dämmerung die Kolpinger mit Fackeln. „Das geht unter die Haut“, sagt Wöbeking. Mit 20 Jahren wollte Tochter Sandra „in die Welt hinaus“, leistete Sozialarbeit in der Favela von São Paulo und unterstützt bis heute, wie der Vater, das Kita-Projekt „Der Sämann“.

In den 90er-Jahren sei in einer südamerikanischen Kita die vierjährige Aninha auf ihn zugekommen und habe auf Deutsch gefragt: „Alles klar?“ „Sie macht jetzt ihren Schulabschluss, möchte Sozialpädagogik studieren und im Projekt arbeiten.“ Im März 2015 will er ihr beim nächsten Besuch zur Hochzeit und zum kleinen Sohn gratulieren.


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